Corsair One Elite im Test: 12 Liter Gaming-PC, die es in sich haben

Jan-Frederik Timm 83 Kommentare
Corsair One Elite im Test: 12 Liter Gaming-PC, die es in sich haben

tl;dr: Corsair hat den 12-Liter-Gaming-PC mit doppelter AiO-Wakü noch stärker gemacht. Im Corsair One Elite stecken Anfang 2018 ein Core i7-8700K, eine GeForce GTX 1080 Ti und eine NVMe-SSD. Die Lautstärke überzeugt, die Leistung in Spielen ist sehr hoch. Nur die CPU lässt Corsair in Anwendungen lieber an der Leine.

Das ist der Corsair One Elite

Auch ein Jahr nach seiner Markteinführung ist der Corsair One noch immer der kompakteste OEM-Gaming-PC in seiner Leistungsklasse. Zugleich ist die aktuelle Ausbaustufe nochmal deutlich stärker als das von ComputerBase im März 2017 getestete Modell Corsair One (Pro). Der Test aus dem Vorjahr enthält auch Details zu vielen beim Nachfolger übernommenen Eigenschaften, dieser Artikel widmet sich im Schwerpunkt den Unterschieden.

In nur 12 Litern Volumen sind im Jahr 2018 eine 6-Kern-CPU vom Typ Intel Core i7-8700K (Test), eine GeForce GTX 1080 Ti und eine NVMe-SSD verborgen. Vor einem Jahr gab es an selber Stelle noch eine 4-Kern-CPU vom Typ Intel Core i7-7700K, maximal eine GeForce GTX 1080 und eine SATA-SSD. Dieses Modell gibt es heute ebenso wenig mehr zu kaufen wie die früher noch verfügbaren Varianten mit luftgekühlter GeForce GTX 1080.

Das aktuelle Angebot an Corsair One
Corsair One Pro Corsair One Pro Corsair One Pro Plus Corsair One Elite
CPU Intel Core i7-7700K Intel Core i7-8700K
CPU-Kühlung AiO-Wakü
GPU Nvidia GeForce GTX 1080 Nvidia GeForce GTX 1080 Ti
GPU-Kühlung AiO-Wakü + Luft (VRM)
Mainboard Z270, Mini-ITX Z370, Mini-ITX
RAM 16 GB DDR4-2.400
(2 × 8 GB)
32 GB DDR4-2.400
(2 × 16 GB)
16 GB DDR4-2.666
(2 × 8 GB)
32 GB DDR4-2.666
(2 × 16 GB)
SSD/HDD 480 GB M.2 NVMe / 2 TB
Netzteil Corsair SF400, 400 Watt, SFX Corsair 500 Watt, SFX
Betriebssystem Windows 10 Home (64 Bit)
Garantie Zwei Jahre Pick-up and Return
Preis 2.449 Euro 2.649 Euro 2.799 Euro 2.999 Euro
fett = Modell im Test

Mehr Leistung trotz CPU an der Leine

Die Kombination aus Intels stärkster 6-Kern-CPU für den Sockel 1151 und Nvidias schnellster Grafikkarte für Spieler verspricht eine sehr hohe Leistung, die das Modell aus dem Vorjahr klar distanziert. Und dem ist auch so. Ganz so schnell wie erwartet ist die CPU aber nicht.

Die CPU wird schnell auf 95 Watt gebremst

Denn nicht nur OEM-PCs von Medion verwehren CPUs von Intel unter Dauerlast die maximal zulässigen Turbo-Taktraten. Der Corsair One bleibt auch in der Variante Elite ein Beispiel dafür, dass teure High-End-Gaming-PCs vom Hersteller eingebremst werden können.

Schon in der ersten Generation deckelte Corsair den Core i7-7700K nach wenigen Sekunden auf eine Leistungsaufnahme, die der TDP entsprach, was im Test allerdings nur in Prime95 mit AVX-Instruktionen zu beobachten war: Statt 4 × 4,4 GHz lagen dann nur noch 4 × 4,1 GHz an. Beim aktuellen Modell mit Core i7-8700K tritt dieser Effekt hingegen auch in anderen Anwendungen auf. Handbrake zeigt so statt der maximal möglichen 6 × 4,3 GHz bei nach oben offener Leistungsaufnahme nur noch 6 × 4,0 GHz bei 95 Watt Package Power. Nur in Prime95 mit AVX werden noch niedrigere Frequenzen erreicht: 3,5 GHz.

In Spielen, die die CPU in der Regel weniger stark belasten, liegen hingegen immer die maximal möglichen Turbo-Taktraten an, weil der Verbrauch nicht über 95 Watt steigt. Mit der Temperatur hat das nur indirekt etwas zu tun, eine Maximaltemperatur, bei der die Drosselung einsetzt, ist nicht erkennbar. Gleichzeitig kommt der Eingriff aber der Temperatur zugute, weil die Leistungsaufnahme sinkt – und das bei gleichzeitig gesenkter Geräuschkulisse.

Die GeForce GTX 1080 Ti erreicht bis zu 1,9 GHz

Die GeForce GTX 1080 Ti erreicht unter Last je nach Titel 1,8 bis 1,9 GHz. Damit ist sie deutlich schneller als die von zu hohen Temperaturen eingebremste Founders Edition, aber langsamer als schnelle Custom Designs, die allerdings auch noch mehr Strom verbrauchen.

Die Taktraten nach 30 Minuten Last
Spiel (3.840 × 2.160) Corsair One Pro GeForce GTX 1080 Ti FE
Anno 2205 1.856 – 1.897 MHz [PT] 1.544-1.607 MHz [TT]
The Witcher 3 1.797 – 1.811 MHz [PT] 1.544-1.620 MHz [TT]
[P] = Power Target limitiert, [T] = Temperature Target limitiert

Mehr als 60 °C erreichte die GPU im Test nicht. Der im BIOS hinterlegte maximal mögliche Takt von 1.911 MHz wurde also immer aufgrund des Verbrauches nicht erreicht. In Anbetracht der engen Platzverhältnisse ist das Taktniveau der GeForce GTX 1080 Ti im Corsair One Elite aber ohnehin hoch.

Benchmarks mit Anwendungen

Bis zu 400 MHz oder fast 10 Prozent weniger Multi-Core-Takt führen im Test zu einem durchschnittlichen Rückstand auf den Core i7-8700K ohne Bremse (hier stellvertretend mit Standard-Taktraten auf zwei Z370-Platinen von Gigabyte) von durchschnittlich sechs Prozent. Einen Teil der Abweichungen erklärt auch der Arbeitsspeicher, der auf den Vergleichssystemen mit 15-15-15-35-T1 lief, auf dem Corsair One aber nur mit 16-18-18-36-T2. Nichtsdestoweniger ist die Leistung des Systems sehr hoch. Die alten Modelle mit Core i7-7700K werden klar abgehängt.

Benchmarks mit Spielen

Auch in Spielen distanziert der Corsair One Elite (wie der bis auf den RAM baugleiche Corsair One Pro Plus) das Testmodell aus dem Vorjahr deutlich. Der nachfolgende Benchmark wurde mit gleichen Einstellungen vorgenommen, die Treiber und die Version des Spiels waren aber – dem Zeitverlauf geschuldet – nicht dieselben. 35 Prozent Mehrleistung für das aktuelle Modell entsprechen aber den Erwartungen.

Corsair One Elite (2018) vs. One Pro (2017)
  • The Witcher 3 – 3.840 × 2.160:
    • Corsair One Elite (GTX 1080Ti)
      69,5
    • Corsair One Pro (GTX 1080)
      51,6

Im Vergleich mit der Leistung einer GeForce GTX 1080 Ti im ComputerBase-Testsystem für Grafikkarten zeigt sich das System als stark. Weil insbesondere in Battlefield 1 aber auch die CPU eine große Rolle spielt und die im Testsystem stark übertaktet wurde, werden die bekannten Werte nicht ganz erreicht.

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