Razer Core V2 im Test: Ultrabook mit eGPU vs. Gaming-Notebook 2/3

Robert McHardy 66 Kommentare

Benchmarks mit Razer Core V2, Blade Stealth und Pro

Seit der Einführung von Kaby Lake Refresh im Herbst 2017 sind leistungsstarke Quad-Core-Prozessoren mit lediglich 15 Watt TDP erhältlich und Spiele machen heute immer häufiger Gebrauch davon.

Razer Blade Stealth: Schnelle vier Kerne und iGPU

Diverse Ultrabooks mit einer Displaydiagonale von 13 Zoll und einem Gewicht im Bereich von einem Kilogramm bieten damit zwar starke Spiele-CPUs, setzen aber nur auf die integrierte Grafikeinheit des Prozessors. Damit bietet sich das optimale Szenario für ein externes GPU-Gehäuse. ComputerBase nutzt repräsentativ für diese Gattung Notebooks das aktuelle Razer Blade Stealth mit Intel Core i7-8550U (Test), der vier Kerne mit Hyperthreading bei einem Basistakt von 2,0 GHz und einem Turbotakt von 3,7 GHz (4 Kerne) bietet.

Das neue Razer Blade Stealth mit 4-Kern-Prozessor
Das neue Razer Blade Stealth mit 4-Kern-Prozessor (Bild: Razer)

Razer Blade Pro: Noch schnellere vier Kerne mit GeForce GTX

Die klobigere aber immer in Spielen schnelle Konkurrenz stellen waschechte Gaming-Notebooks, die seit einigen Jahren auf Quad-Core-Prozessoren mit 45 Watt TDP setzen. Das verwendete Razer Blade Pro V2 besitzt einen Intel Core i7-7700HQ (Test) mit vier Kernen und Hyperthreading bei einem Basistakt von 2,8 GHz und einer Turbofrequenz von 3,8 GHz (4 Kerne). Als Grafikkarte kommt eine mobile GeForce GTX 1060 zum Einsatz.

Das neue Razer Blade Pro V2 (2017) mit Kaby Lake und THX
Das neue Razer Blade Pro V2 (2017) mit Kaby Lake und THX (Bild: Razer)

Der Leistungsverlust durch Thunderbolt

Die mobile Variante im Razer Blade Pro ist der Founders Edition im Desktop-PC sehr ähnlich. So lässt sich nicht nur die Kombination Blade Stealth + eGPU mit dem Blade Pro vergleichen sondern auch, wie viel Leistung durch die Verwendung des Core V2 verloren geht – indem es auch noch einmal am Blade Pro betrieben wird.

Dafür wurde eine GeForce GTX 1060 iChill von Inno3D eingesetzt. Zum Testzeitpunkt stand der Redaktion keine andere GeForce GTX 1060 zur Verfügung; das Modell von Inno3D ist zu breit für das Gehäuse, weswegen das Core V2 im offenen Zustand betrieben werden musste.

Bandbreitenlimit im Test

Der limitierende Faktor bei eGPU-Gehäusen ist die Bandbreite des Anschlusses – so viel ist bereits seit einiger Zeit klar. Die 40 Gbit/s von Thunderbolt 3 haben dieses Limit gelockert, aber nicht behoben. ComputerBase hat untersucht, inwiefern die Verwendung des internen Monitors oder die Nutzung von externen Speicherlösungen die Leistung im Spielebetrieb beeinflussen.

Treiber und Spiele

Als Treiber wurde der GeForce 390.77 WHQL genutzt. Die Gaming-Leistung wurde in Assassin's Creed: Origins, Star Wars: Battlefront II und The Witcher III: Wild Hunt getestet. Dabei wurden jeweils die maximalen Grafikeinstellungen gewählt um die Grafikkarte möglichst stark zu belasten.

eGPU mit 15- und 45-Watt-CPUs vs. dGPU

Um die Auswirkungen der Prozessoren mit 15 und 45 Watt TDP zu untersuchen, hat ComputerBase Benchmarks in drei populären Spielen in Full HD, WQHD und Ultra HD angefertigt. Der Intel Core i7-8550U wurde zusätzlich – wie im Artikel „Undervolting mit XTU für mehr Leistung im Notebook“ beschrieben – mit Undervolting (UV) getestet, welches das Throttling des Prozessors verhindern sollte. Für die nachfolgenden Benchmarks wurde das Bild direkt vom Core V2 auf einen externen Monitor ausgegeben.

Vier Kerne mit 15 Watt auf Augenhöhe mit 4 Kernen bei 45 Watt

In 1.920 × 1.080 Pixeln arbeitet der i7-8550U zwar im Durchschnitt in Assassin's Creed: Origins und Star Wars: Battlefront II gleich schnell wie der i7-7700HQ, bei den Minimum-FPS zeigt sich aber ein Unterschied. Satte 19 Prozent liegt der i7-8550U hinter dem i7-7700HQ in Battlefront II, mit Undervolting kann er sich aber vor den eigentlich schnelleren Prozessor setzen. Bemerkenswert: Im Durchschnitt ist der i7-8550U sowohl mit als auch ohne Undervolting schneller als der i7-7700HQ. Spielbare Bildraten erreichen alle Kombinationen.

Das Gaming-Notebook bleibt die schnellere Wahl

Im Durchschnitt ist die Kombination aus integrierter GeForce GTX 1060 und i7-7700HQ (Blade Pro) am schnellsten, die aus externer GeForce GTX 1060 und i7-7700HQ am langsamsten. In 1080p liegt der Leistungsverlust durch Nutzung der externen Grafikkarte bei knapp sieben Prozent, insbesondere bei den minimal erreichten Bildern pro Sekunde ist er aber deutlich größer.

In 2.560 × 1.440 Bildpunkten vergrößert sich der Abstand zwischen interner und externer GPU deutlich: Ein Leistungsverlust von 13 Prozent fällt im Durchschnitt an. Der i7-8550U ist auch in dieser Auflösung im Mittel leicht schneller als der i7-7700HQ. In WQHD kann die Nutzung einer externen Grafikkarte im Vergleich zu internen bereits den Unterschied zwischen „noch angenehm spielbar“ und „fühlt sich ruckelig“ an machen. In Assassin's Creed: Orgins fallen rund 22 Prozent mehr FPS bei Nutzung der internen Grafikkarte an.

In Ultra HD rückt das Testfeld dann wieder deutlich näher zusammen. Die Grafikkarte wird in allen Fällen nahe am Maximum ausgelastet und die Limitierung der Schnittstelle und des Prozessors entfällt fast komplett. Im Durchschnitt unterscheiden sich die Testkandidaten kaum, lediglich bei den Minimum- und Maximum-FPS gibt es einzelne Ausreißer.

Bandbreitenlimitierung im Test

Die nachfolgenden Benchmarks wurden bei der Darstellung auf dem Notebook-Display erstellt. Bei der Nutzung des internen Bildschirms müssen nicht nur Daten vom Prozessor zur Grafikkarte über die 40 Gbit/s des Thunderbolt-3-Anschlusses, sondern auch das Videosignal der Grafikkarte wieder zurück zum Bildschirm. Wie wirkt sich das auf die Leistung aus? In 1080p nur marginal, wie der Test zeigt. Zwischen 1 und 10 Prozent Leistung gehen verloren, die Auswirkungen sind aber vor allem bei den Minimum-FPS spürbar.

In 2.560 × 1.600 Bildpunkten vergrößern sich die Auswirkungen, hier schwinden in Star Wars und Assassin's Creed im Schnitt 10 respektive 11 Prozent Leistung. The Witcher III zeigt sich dagegen unbeeindruckt von der Bandbreitenknappheit und büßt nur 6 Prozent Leistung ein.

Wer ein kompaktes Ultrabook nutzt, der könnte auch unter Speicherknappheit leiden. Mit der Möglichkeit des Core V2, bis zu vier USB-3.0-Geräte anzuschließen, liegt der Schluss nahe, ein externes Laufwerk zu nutzen. Wie sich die Nutzung einer externen SSD, die mit nahezu 500 MByte/s Daten kopiert, auf die Gaming-Leistung auswirkt? Gar nicht. Die gemessenen Unterschiede liegen alle im Bereich der Messungenauigkeit. Wer seine Spiele auf eine externe SSD installiert und diese über das Core V2 anbindet, der hat keine Leistungseinbußen zu befürchten. Dafür sind die Zugriffe im eigentlichen Spielgeschehen nicht relevant genug.

The Witcher III: Wild Hunt – 2.560 × 1.600
  • Minimum:
    • Razer Blade Stealth + Core V2 mit SSD
      17,0
    • Razer Blade Stealth + Core V2 ohne SSD
      16,0
  • Maximum:
    • Razer Blade Stealth + Core V2 mit SSD
      26,0
    • Razer Blade Stealth + Core V2 ohne SSD
      26,0
  • Durchschnitt:
    • Razer Blade Stealth + Core V2 ohne SSD
      22,4
    • Razer Blade Stealth + Core V2 mit SSD
      22,3

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