Xiaomi Mi Mix 2S im Test: In 3. Generation fast kompromisslos gut 4/4

Mahir Kulalic 168 Kommentare

Fazit

Wegweiser mit Kompromissen“, lautete das Fazit zum ersten Mi Mix. Mit dem Mi Mix 2S steht die mittlerweile dritte Generation bereit, die zwar weiterhin nicht alle Kompromisse ausräumt, aber aufzeigt, wie schnell das Konzept reif und massentauglich geworden ist. Den wichtigsten Schritt vom neuartigen Konzept zum Mainstream-Produkt hat Xiaomi mit dem Mi Mix 2 vollzogen, von dem unter anderem das Gehäuse und der Bildschirm fast 1:1 für das Mi Mix 2S übernommen wurden. Das LTE-Band 20 ist standardmäßig an Bord, somit wurde eine der größten Schwachstellen vieler vorheriger Modelle für den deutschen Markt beseitigt.

Das Mi Mix 2S ist hervorragend verarbeitet, immer schnell und flüssig, bietet aktuelle Hardware und eine starke Benutzererfahrung mit fast rahmenlosem Design und Gestensteuerung. Auch die Kamera liefert gute Ergebnisse bei Tag und bei Nacht. Der Preis ist mit rund 540 Euro für die getestete Variante (zzgl. Einfuhrumsatzsteuer und Versand) mehr als angemessen im Vergleich zu anderen Flaggschiffen, die oft jenseits von 800 Euro liegen.

Xiaomi Mi Mix 2S
Xiaomi Mi Mix 2S

Doch einige Einschränkungen gelten auch heute noch für Smartphones von Xiaomi. Zum Testzeitpunkt gibt es für das Mi Mix 2S kein globales ROM zum Selberaufspielen, sodass Deutsch als Systemsprache nicht zur Verfügung steht. Auch der Google Play Store und die zugehörigen Dienste fehlen ab Werk und müssen manuell nachinstalliert werden. Noch ist das Mi Mix 2S zudem nur per Import erhältlich – doch die breitere Verfügbarkeit des Vorgängers bei Händlern wie Amazon, Cyberport oder Notebooksbilliger stimmt immerhin in diesem Punkt positiv für die Zukunft.

Ein weiterer Aspekt, den die Konkurrenz voraus hat, ist die IP-Zertifizierung. Zwar ist das Mi Mix 2S das erste Xiaomi-Smartphone mit drahtlosem Laden, für einen Schutz gegen Wasser und Staub, wie ihn Apple, Huawei, Samsung oder Sony bieten, hat es aber wieder nicht gereicht.

Das Mi Mix 2S bleibt damit wie viele andere Xiaomi-Smartphones vorerst ein (mittlerweile nicht ganz so geheimer) Geheimtipp für Kenner. Zumindest bis es eine globale Version mit internationalem ROM und Google Play wie beim Vorgänger auf den deutschen Markt schafft.

Xiaomi Mi Mix 2S (6/128 GB)
Produktgruppe Smartphones, 16.05.2018
  • Display
    +
  • Leistung Produktiv
    ++
  • Leistung Unterhaltung
    ++
  • Laufzeit
    O
  • Verarbeitung
    ++
  • hervorragende Verarbeitung
  • gutes Display mit schmalen Rändern
  • vielseitige Software mit Gestensteuerung
  • sehr hohe Leistungsfähigkeit
  • gute Kamera
  • drahtloses Laden
  • nicht gegen Staub und Wasser geschützt
  • Speicher nicht erweiterbar
  • nur USB 2.0
  • Android 8.0 statt 8.1

Hinweise zur Verfügbarkeit und zum Import aus China

Händler wie TradingShenzhen bieten das Xiaomi Mi Mix 2S je nach Speichervariante ab rund 507 Euro an. Kunden müssen aber bedenken: Versand und insbesondere Bearbeitungsgebühren beim Zoll sind noch nicht enthalten, weil der Händler direkt aus China an den Käufer verschickt. In den europäischen Lagerhäusern der Händler und damit als bereits verzollte Ware gibt es das Mi Mix 2S aktuell noch nicht flächendeckend. Bei deutschen Händlern wie Alternate und Notebooksbilliger ist das Smartphone in der kleinsten Variante mit 64 GByte Speicher für 579 Euro vorbestellbar.

Händler wie GearBest bieten mit dem „Germany Express“ eine Versandart an, die 7 bis 15 Tage dauern und ohne Begutachtung durch den Zoll auskommen soll. Laut Erfahrungsberichten erfolgt der Versand in diesem Fall per DPD. Die rechtlich verbriefte Verpflichtung, die Ware beim Zoll vorzulegen, wird davon aber nicht berührt.

Anzumerken ist, dass die Händler auch andere Versandoptionen anbieten. TradingShenzhen informiert auf einer Infoseite zu den drei verschiedenen Versandarten im Angebot. Regulärer Versand mit DHL Express kostet 20 Euro und beinhaltet die Zollgebühren. Für 40 Euro bietet der Händler „Global Priority“ an, bei welchem Zusatzkosten entfallen sollen. Für 75 Euro gibt es DHL Express mit einer „Zollversicherung“, durch die nach Erhalt die Einfuhrumsatzsteuer und weitere Zollkosten erstattet werden. Welche Versandart und Abwicklung sich am ehesten anbieten, ist nicht universell zu beurteilen und muss im Einzelfall entschieden werden.

19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer

Eine Zollgebühr fällt auf Smartphones zwar nicht an, wohl aber die Einfuhrumsatzsteuer. Sie beträgt wie die Mehrwertsteuer 19 Prozent auf den deklarierten Warenwert inklusive Versandkosten. DHL Express verlangt bei Begutachtung durch den Zoll weitere 10 Euro Bearbeitungsgebühr. So werden aus 537 schnell zwischen 580 und 670 Euro, je nach Versandart und weiteren Kosten.

Gesamtkosten, Beispiel
Preisbestandteil Preis
Preis ab China (Testmodell) 537 Euro
Versandkosten 20 Euro
Einfuhrumsatzsteuer * 102,30 Euro
Zollaufschlag DHL ** 11,90 Euro
Gesamtkosten 670,49 Euro
* 19 Prozent auf Warenwert zzgl. Versandkosten
** 10 Euro zzgl. 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer

Die Garantieabwicklung läuft über China

Weil Xiaomi den deutschen Markt nicht offiziell mit Produkten bedient, läuft die Garantieabwicklung beim Mi Mix 2S derzeit über China. Um den Versand muss sich der Kunde kümmern, Händler helfen bei der Abwicklung. Sie versuchen zudem durch die Deklaration der Ware als Rückläufer aus Reparatur eine erneute Verzollung zu vermeiden.

Näheres zu Händlern, Versandarten und Importfragen steht im ComputerBase-Forum in der FAQ vom ComputerBase-Leser xorc.

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