Asus PG27UQ im Test: Viel Licht und Schatten mit UHD, 144 Hz und G‑Sync HDR

Wolfgang Andermahr et al. 233 Kommentare
Asus PG27UQ im Test: Viel Licht und Schatten mit UHD, 144 Hz und G‑Sync HDR
Bild: Asus

tl;dr: Der Asus PG27UQ will ein Spielermonitor der Superlative sein. Mit 27 Zoll, UHD, 144 Hz und G-Sync HDR bis hin zu 1.000 Nits bietet das mehr als 2.500 Euro teure Display alles, was man sich wünschen kann. Und entsprechend eindrucksvolle Bilder zaubert der Monitor hervor. Allerdings gibt es auch Schwachstellen.

Der Asus PG27UQ im Test

Im Januar 2017 sind die ersten Informationen des Asus-Monitors ROG Swift PG27UQ an die Öffentlichkeit gelangt, der eigentlich im dritten Quartal 2017 für 1.999 Euro erscheinen sollte. Schlussendlich hat es fast ein Jahr länger gedauert und auch der Preis ist höher. Doch die technischen Eckdaten bleiben auch heute noch spektakulär.

Die Größe ist mit 27 Zoll zwar mittlerweile Standard, doch die restlichen Spezifikationen hat es in dieser Form noch nicht gegeben: Eine Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixel, eine Bildwiederholfrequenz von 144 Hertz, G-Sync HDR mit einer maximalen Helligkeit von 1.000 Nits und noch so einiges mehr hören sich nicht nur in der Theorie beeindruckend an. Auch im Spielebetrieb vermag es der Monitor, schlicht spektakulär schöne Bilder hervorzuzaubern.

Der Monitor hat viele Stärken, aber auch ein paar Schwächen

Allerdings, so viel sei bereits verraten, hat der PG27UQ auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Das betrifft nicht nur den durchweg zu hörenden Lüfter, sondern bei der Bildqualität selbst zeigen sich ebenfalls Schwachstellen. Wie das neue Asus-Display genau abschneidet und ob sich der hohe Kaufpreis für Enthusiasten lohnt, klärt ComputerBase in einem Test.

Das IPS-Panel mit G-Sync-HDR im Detail

Das eingesetzte, matte Display-Panel wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Panel-Hersteller AU Optronics, kurz AUO, und Nvidia entwickelt. Das selbst gesetzte Ziel war es, ein High-End-Panel für Spieler anzubieten, das G-Sync HDR unterstützt und es in dieser Form bis jetzt noch nicht gegeben hat. Und angeblich war das auch der Grund, warum die Fertigstellung derart lange gebraucht hat. Das Panel wird neben dem Asus PG27UQ auch im Acer Predator X27 verbaut. Die technischen Basisspezifikationen sind entsprechend gleich.

Es handelt sich um ein 27 Zoll großes IPS-Panel (AHVA, M270QAN02.2) mit Quantum-Dot-Technik, das mit 3.840 × 2.160 Pixel auflöst. Die maximale Bildwiederholfrequenz beträgt 144 Hz, als Anschluss wird entsprechend DisplayPort 1.4 vorausgesetzt. G-Sync HDR sorgt automatisch für variable Refresh-Raten. Das Panel unterstützt HDR und bietet eine maximale (punktuelle) Helligkeit von 1.000 Nits. Die Standardhelligkeit verteilt aufs gesamte Display bei HDR ist mit 600 Nits, bei SDR mit 300 Nits angegeben. Die Angaben zum Kontrast betragen 1.000:1 bei SDR und 50.000:1 bei HDR. Die Grau-zu-Grau-Reaktionszeit liegt bei 4 Millisekunden.

Nvidia G-Sync HDR
Nvidia G-Sync HDR (Bild: Nvidia)

Durch das FALD wird der Schwarzwert deutlich verbessert

Bei dem Panel kommt ein so genanntes „Full-Array Local Dimming“ (FALD) mit 384 Zonen zum Einsatz, die je nach Anforderung komplett abschalten, um so einen möglichst guten Schwarzwert zu erhalten, oder das Backlight für ein möglichst helles Bild mit der maximalen Helligkeit ansteuern.

Das spielt vor allem im HDR-Modus eine große Rolle, da in diesem der Unterschied zwischen hell und dunkel besonders groß ist. Viele HDR-Monitore beziehungsweise -Fernseher bieten nur sogenanntes Edge-Lit, entweder mit oder ohne Local Dimming. Sprich am Rand, meist an den Seiten links und rechts, befindet sich eine gewisse (meist einstellige) Anzahl an LEDs, die an- oder abgeschaltet werden können. Das bringt das Problem mit sich, dass das Backlight oft Pixel „anstrahlt“, die eigentlich schwarz beziehungsweise dunkel sein sollten. Diese sind dann entsprechend zu hell und oft kein Schwarz, sondern ein mehr oder weniger dunkler Grauton.

Das Panel unterstützt nur 8 Bit, wenn auch mit FRC

Das Panel unterstützt zwar keine nativen 10 Bit, kann aber mit einer 8-Bit-Farbabstufung inklusive FRC umgehen. Bei FRC („Frame Rate Control“) simuliert das Display eine nicht unterstützte Farbabstufung durch ein schnelles Wechseln zwischen zwei dazwischenliegenden Farbwerten. Auch wenn viele Hersteller 8 Bit inklusive FRC als 10 Bit benennen, handelt es sich um kein natives 10-Bit-Display. Erfahrungsgemäß hat dies so gut wie keinerlei negative Auswirkungen auf die Bildqualität. Allerdings gibt es durchaus sehr selten auftretende Inhalte, bei denen falsche Farbabstufungen, sogenanntes Banding, zu sehen sind.

Das AUO-Panel deckt den gewöhnlich in Kinos eingesetzten DCI-P3-Farbraum zu 97 Prozent ab. Adobe RGB wird zu 99 Prozent dargestellt. Das deutlich weniger anspruchsvolle sRGB sowie BT. 709, das Blu-rays nutzen, können komplett wiedergegeben werden. Angaben zum BT.-2020-Farbraum, der von HDR-Inhalten wie Serien und Filmen genutzt wird, gibt es nicht.

Asus ROG Swift PG27UQ
LCD-Panel AHVA, IPS (flach)
Backlight LED (Local Dimming mit Direct Lit, 384 Zonen)
Diagonale 27 Zoll
Auflösung 3.840 × 2.160, 120 Hz
144 Hz (OC)
FreeSync/G-Sync G-Sync HDR
Seitenverhältnis 16:9
Kontrast (statisch) 1000:1 (SDR)
50.000:1 (HDR)
Helligkeit Spitze: 1.000 cd/m²
typisch SDR: 300 cd/m²
typisch HDR: 600 cd/m²
Farbtiefe 10 Bit (8 Bit + FRC)
Farbraum 99 % Adobe RGB
97 % DCI-P3
Blickwinkel (horizontal/vertikal) 178°/178°
Reaktionszeit 4 ms (Grau-zu-Grau)
Videoeingänge DisplayPort 1.4, HDMI 2.0
(HDCP 2.2 für beide Eingänge)
Ergonomie Display neigbar, höhenverstellbar, drehbar, Pivot
Leistungsaufnahme 180 W mit HDR
Sonstiges HDR10-kompatibel, Quantum-Dots
Preis ~2.600 Euro

Auf der nächsten Seite: Messungen bei SDR und HDR