Crimson Canyon: Intel NUC als Mini-PC mit Cannon Lake und Radeon 540

Michael Günsch 48 Kommentare
Crimson Canyon: Intel NUC als Mini-PC mit Cannon Lake und Radeon 540
Bild: Intel

Intel hat neue Mini-PCs der NUC-Serie vorgestellt. Die Crimson Canyon sind mit Core i3-8121U alias Cannon Lake als einzigen Vertreter der ersten 10-nm-Generation bestückt. Für Grafikleistung sorgt eine Radeon 540 von AMD mit 2 GB GDDR5. Mit 1 TB HDD und LPDDR4-RAM ab Werk bestückt, sind es kleine Komplett-PCs, keine Barebones.

Cannon Lake trifft auf diskrete Radeon

Mit dem 10-nm-Debütanten und einer gänzlich eigenständigen GPU von AMD bestückt, ist Intels NUC-Familie Crimson Canyon gleich in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich. Bei den auf hohe Leistung getrimmten Hades Canyon (Test) setzt Intel auf Kaby Lake-G, eine Kombination aus 14-nm-CPU und Vega-GPU auf dem gleichen Package mit hohen 100 Watt TDP.

Der Core i3-8121U besitzt zwei Kerne und liefert vier Threads bei Taktraten von 2,2 GHz (Basis) bis 3,2 GHz (Turbo) und 15 Watt TDP. Die iGPU soll defekt und daher deaktiviert sein. Die Radeon 540 basiert auf der Polaris-GPU und besitzt 512 Shader-Einheiten. Intel bewirbt die NUCs als „günstige Mainstream Gaming Option“, um Titel wie League of Legends und CS:GO in 1080p-Auflösung zu spielen.

Der einzige Vertreter des gescheiterten 10-nm-Debüts

Der Core i3-8121U ist die erste und einzige 10-nm-CPU von Intel und wird dies auch noch eine Weile bleiben. Durch Probleme mit dem 10-nm-Prozess wurde Cannon Lake bis auf diese Ausnahme gestrichen. Plan B lautet Ice Lake, doch werden diese 10-nm-CPUs erst für Ende 2019 erwartet.

Crimson Canyon NUC: Zwei Varianten als Mini-Komplett-PCs

Crimson Canyon wird als NUC8i3CYSN mit 4 GB und als NUC8i3CYSM mit 8 GB verlötetem LPDDR4-RAM angeboten. In dem 117 × 112 × 52 mm (L×B×H) messenden Gehäuse ist eine 1-TB-Festplatte vorinstalliert. Im Gegensatz zu den Barebone-Varianten ohne Speicher handelt es sich also um kleine Komplett-PCs, die Intel auf einer separaten Produktseite führt.

Zur weiteren Ausstattung zählen ein M.2-Steckplatz, das Funkmodul Intel Wireless-AC 9560 mit ac-WLAN und Bluetooth 5.0, Gigabit-Ethernet, zweimal HDMI 2.0a, viermal USB 3.0 Typ A, Audiobuchse, ein SD-Kartenleser und eine Infrarot-Schnittstelle. Als Betriebssystem ist Windows 10 Home in der 64-Bit-Version vorinstalliert.

Ab September sollen die Crimson-Canyon-NUCs ebenso wie ihre sparsameren Vertreter der Reihe Bean Canyon erhältlich sein. Der NUC8i3CYSN (4 GB) wird ab 500 Euro gelistet, der NUC8i3CYSM (8 GB) ist mit knapp 550 Euro rund zehn Prozent teurer.

Intel vermeidet Hinweise auf Cannon Lake

Auffällig ist, dass Intel bei allen NUC-Modellen in der Übersicht direkt den Prozessor beim Namen nennt, bei den Crimson Canyon mit Cannon Lake ist dies nicht der Fall. Auch in der Datenbank Intel ARK wirkt es fast so, als wolle Intel die gescheiterte erste 10-nm-Generation schnellstens vergessen lassen.

Intels Produktseiten nennen überall direkt die CPU, nur nicht bei Crimson Canyon mit Cannon Lake
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Gähnende Leere in Intels Datenbank ARK zu Cannon Lake
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