Klassik schlägt Moderne: Nintendo verkauft im Juni am meisten Konsolen

Max Doll 52 Kommentare
Klassik schlägt Moderne: Nintendo verkauft im Juni am meisten Konsolen

Nintendo hat im Juni in den USA mehr Konsolen als Sony und Microsoft verkauft. Geschlagen wurden Xbox One und PlayStation 4 aber nicht mit der aktuellen Switch (Test), sondern der Retro-Konsole NES Classic Mini (Test).

Laut den Marktforschern der NPD-Gruppe konnte Nintendo damit die Konkurrenten auf dem nordamerikanischen Markt seit Beginn der Analysen im Jahr 1995 bei der Anzahl abgesetzter Einheiten erstmals schlagen. Die Retro-Konsole war es zusammen mit dem SNES Mini auch, die den Dollar-Umsatz der Konsolen-Hardware in die Höhe treiben konnte. Insgesamt stiegen die Ausgaben für die Technik um 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kategorie Umsatz gewinnt jedoch wie in den vergangenen Monaten Sony mit der PlayStation 4 – das NES Classic Mini kostet lediglich knapp 60 US-Dollar.

Dass eine hohe Nachfrage nach Retro-Hardware und -Spielen besteht, die unter anderem beim Gameplay Wege gehen, die in aktuellen Titeln nicht (mehr) zu finden sind, reicht als alleinige Erklärung für den Erfolg der Klassiker aber nicht aus; auf dem PC haben alte Titel schließlich keine vergleichbare Wirkung. Eine bedeutende Rolle wird auch die Verkaufsstrategie des Unternehmens gespielt haben.

Limitierte Stückzahlen und Retro-Fieber

Nintendo bietet das NES Classic nur in begrenzten Stückzahlen an. Das ursprüngliche Produktionslos war trotz kurzer Controller-Kabel und einer festen, knappen Auswahl von Spielen rasend schnell vergriffen, auf Plattformen wie Ebay wurden teils erheblich höhere Preise gezahlt. Die hohe Nachfrage an einem zweiten Produktionslauf und der schnelle Abverkauf aller Einheiten waren daher zu erwarten. Insgesamt wurden nun laut Quartalsbericht 1,26 Millionen Exemplare alleine des NES Classic Mini ausgeliefert.

Grundsätzlich will Nintendo an der Strategie aber trotz aller Nachfrage festhalten: Die Produktion der Klassik-Konsole wird und bleibt eingestellt. Grund dafür war zunächst der Bau des SNES Mini mit identischer Hardware in den gleichen Produktionsreihen ab Anfang 2017. Erwartet wird, dass Nintendo in diesem Jahr zur Gamescom die nächste Konsole neu auflegt und sich nun das Nintendo 64 vornimmt.