Google Pixel 3 XL im Test: Kamera und Software machen wieder den Unterschied

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Nicolas La Rocco 202 Kommentare

Kleinerer Akku

Mit dem Pixel 3 kehrt das kabellose Laden zurück in die Geräte von Google – fast schon eine kleine Sensation. Es ist das erste Mal, dass kabelloses Laden in einem Pixel-Smartphone verfügbar ist, nachdem das Feature zuletzt im von Motorola gebauten Nexus 6 verbaut war. Google bietet mit dem Pixel Stand auch gleich ein passendes Zubehör an, das das Pixel 3 (und andere Qi-Geräte) zum einen mit bis zu 10 Watt kabellos lädt und zum anderen in spezielle Modi für den Google Assistant, die Fotogalerie, Musik und Smart-Home-Geräte wie Kameras am Hauseingang versetzt.

Für das kabelgebundene Laden legt Google den Smartphones wie im letzten Jahr ein USB-Typ-C-Netzteil mit 18 Watt und ein 1 m langes USB-Typ-C-auf-C-Kabel bei.

Geladen wird das Pixel 3 XL mit Kabel und 18 Watt oder kabellos mit 10 Watt
Geladen wird das Pixel 3 XL mit Kabel und 18 Watt oder kabellos mit 10 Watt

Veränderungen an den integrierten Akkus gibt es ebenfalls, allerdings sind sie nur beim kleinen Pixel 3 positiver Natur, da Google hier die Nennladung von 2.700 mAh auf 2.915 mAh erhöht hat. Beim großen Pixel 3 XL ist der Akku hingegen von 3.520 mAh auf 3.430 mAh geschrumpft. Google gibt für das Pixel 3 bis zu 12 Tage LTE-Standby, 17 Stunden 3G-Sprechzeit und 11 Stunden Videowiedergabe an, beim Pixel 3 XL sind es 14 Tage LTE-Standby, 18 Stunden 3G-Sprechzeit und 11 Stunden Videowiedergabe.

Hinsichtlich der Videowiedergabe ist Googles Angabe realistisch, wenngleich nicht bekannt ist, wie genau Google diesen Wert ermittelt hat. Im Streaming-Benchmark per YouTube bei kalibrierten 200 cd/m² erreicht das Testgerät des Pixel 3 XL eine Laufzeit von knapp 12 Stunden. Das Gerät schneidet damit etwas besser als ein Pixel XL oder Pixel 2 und etwas schlechter als ein iPhone Xs Max oder OnePlus 6 ab. Die Geräte trennen nach oben und unten jeweils rund eine halbe Stunde, insgesamt betrachtet ist der Wert gut. Das Pixel 2 XL hielt vor einem Jahr noch rund eine Stunde länger durch. Samsungs Galaxy S9+ und Galaxy Note 9 laufen zudem bis zu über 3 Stunden länger.

Im PCMark sorgt die Laufzeit von 9 Stunden für eine Platzierung im Mittelfeld, auch hier lieferte das Pixel 2 XL bessere Werte.

Zugegebenermaßen konnte ComputerBase das Pixel 3 XL erst wenige Tage im Alltag verwenden, entsprechend gering sind noch die gesammelten Erfahrungen zum Akku. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass ohne oder mit nur wenig Spielen ein Tag Laufzeit mit gängigen Messengern, Social-Media-Apps sowie YouTube und Browsing realistisch zu erreichen ist.

Fazit

Das Pixel 3 XL wird es zum Start Anfang November nicht leicht auf dem Markt haben, da es umzingelt ist von tollen Smartphones wie dem Samsung Galaxy S9+, Apple iPhone Xs Max oder bald auch Huawei Mate 20 Pro und iPhone Xr. Wenn das Smartphone ab dem 2. November zu Preisen ab 949 auf den deutschen Markt kommt, muss es schon Besonderes bieten, um die Konkurrenz zu schlagen. Das kleinere Pixel 3 belastet den Geldbeutel mit Preisen ab 849 Euro etwas weniger.

Das schafft Google erneut über die Kamera und Software. Die Pixel-3-Kamera schießt sehr gute Bilder und trumpft insbesondere bei Nacht auf. Hier wird klar das teurere iPhone Xs Max geschlagen, das bei Tageslicht jedoch den besseren HDR-Modus bietet. Außerdem lassen sich mit dem aktuellen iPhone die schöneren 4K-Videos aufnehmen. Dennoch: Google liefert in puncto Kamera erneut ein sehr gutes Smartphone ab.

Den Bereich Software gewinnt Google beinahe kampflos, da die versammelte Android-Konkurrenz keine oder nur eingeschränkte Zusagen zum Thema Updates macht. Googles neue Pixel-Smartphones sind die einzigen Android-Geräte, die garantiert für die nächsten drei Jahre neue Android-Versionen und jeden Monat sofort Android-Sicherheitsupdates erhalten werden. Käufer können sich auf Android Q, R und S freuen.

Google Pixel 3 XL im Test
Google Pixel 3 XL im Test

Von der sehr guten Kamera und Software abgesehen ist das Pixel 3 XL ein erstaunlich durchschnittliches Smartphone und genau deshalb aber auch etwas enttäuschend. Es verzichtet auf außergewöhnliche Features, die es nicht auch bei der Konkurrenz gibt. Den Snapdragon 845, 4 GB RAM, 64 oder 128 GB nicht erweiterbaren Speicher oder gute Stereo-Lautsprecher gibt es bei vielen Herstellern zu teils niedrigeren Preisen.

Und dann wäre da noch das erneut nicht überzeugende Display, das diesmal an der niedrigen Maximal-Helligkeit scheitert, nachdem es im letzten Jahr die Bildqualität war. Apple und Samsung statten ihre High-End-Geräte mit deutlich besseren Panels aus. Die überdimensionale Notch mag für zwei Frontkameras und die Lautsprecher herhalten, unschön bleibt sie dennoch. Das müsste für einen Big Player wie Google heutzutage doch irgendwie besser als so zu lösen sein.

Empfehlenswert ist das Pixel 3 XL deshalb vor allem für diejenigen, die eine der derzeit besten Smartphone-Kameras kombiniert mit einem aktuellen und unveränderten Android-Betriebssystem suchen und bereit sind, dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Google Pixel 3 XL (64 GB)
Produktgruppe Smartphones, 15.10.2018
  • Display
    +
  • Leistung Produktiv
    ++
  • Leistung Unterhaltung
    ++
  • Laufzeit
    +
  • Verarbeitung
    ++
  • Sehr gute Kamera bei Tag und Nacht
  • Mit Abstand beste Android-Experience
  • Hohe Systemleistung, flüssige Bedienung
  • Drei Jahre garantierte Updates
  • OLED mit guter Bildqualität
  • Gute Stereo-Lautsprecher
  • Fast durchweg sehr gute Verarbeitung
  • IPX8-Schutz gegen Wasser
  • Kabelloses und schnelles Laden
  • Alle aktuellen Übertragungsstandards
  • Niedrige Display-Helligkeit
  • Unausgereifte Gestensteuerung
  • Akku kleiner als im Vorjahr

ComputerBase hat das Pixel 3 XL leihweise von Google zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.

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