860 QVO: Händler enthüllen Samsungs erste QLC‑SSD

Michael Günsch 109 Kommentare
860 QVO: Händler enthüllen Samsungs erste QLC‑SSD
Bild: Bigstop

Die von Samsung auf dem Tech Day angekündigte SSD-Serie 860 QVO wird von ersten europäischen Online-Shops gelistet. Die Einträge liefern detaillierte Spezifikationen und Preise zur ersten Client-SSD mit QLC-3D-NAND von Samsung.

Auf dem Samsung Tech Day war nur der Name 860 QVO als kommendes Retail-Modell mit QLC-NAND gefallen, Details hatte Samsung noch nicht verraten. Dass es sich dabei um Samsungs erste Consumer-SSD mit QLC handelt, deren Produktion der Hersteller bereits verkündet hatte, ist die nahe liegende Schlussfolgerung. Die zahlreichen Einträge, die sich vor allem bei französischen und italienischen Online-Händlern finden lassen, sind Indiz für den bevorstehenden Marktstart.

Bei der SSD-Serie im herkömmlichen 2,5-Zoll-Format mit SATA-Schnittstelle setzt Samsung auf ein neues Namensschema: Das erste QLC-Modell trägt statt „Evo“ oder „Pro“ den Zusatz „QVO“, was augenscheinlich für „Quality and Value Optimized SSD“ stehen soll, wie das bei den Händlern zu sehende Marketing-Material beschreibt. Genannt werden Leistungswerte von bis zu 550 MB/s beim sequenziellen Lesen und 520 MB/s beim sequenziellen Schreiben (im SLC-Cache „TurboWrite“). Des Weiteren ist von bis zu 96.000 IOPS beim wahlfreien Lesen und 89.000 IOPS beim wahlfreien Schreiben die Rede. Die Garantiezeit soll drei Jahre betragen, was dem üblichen Niveau von Mainstream-SSDs entspricht. Parallel wird eine Mindesthaltbarkeit (TBW) von bis zu 1.440 geschriebenen Terabyte genannt, was allerdings nur für das erwartete 4-TB-Modell gelten dürfte.

Laut ersten Preisangaben (deutlich) günstiger als 860 Evo

Im Handel sind Varianten der Samsung SSD 860 QVO mit 1 TB (MZ-76Q1T0BW), 2 TB (MZ-76Q2T0BW) und 4 TB (MZ-76Q4T0BW) zu finden. Bei NAS Expert werden Preise von 117,50 Euro, 225,96 Euro und 451,93 Euro exklusive Steuern genannt. Rechnet man 19 Prozent Mehrwertsteuer hinzu, ergeben sich rund 140 Euro, 270 Euro und 540 Euro. Zum 1-TB-Modell finden sich weitaus mehr Preise, die zwischen 140 und 150 Euro inklusive Steuern angegeben werden. Ob die Preise der offiziellen Preisempfehlung nahe kommen oder schlicht Platzhalter sind, gilt es abzuwarten. Es ist aber davon auszugehen, dass die 860 QVO preislich unter der 860 Evo liegen wird, die mit momentan rund 160 Euro (1 TB), 380 Euro (2 TB) und 850 Euro (4 TB) je nach Modell deutlich mehr kostet.

Einige Händler geben den Dezember 2018 als voraussichtlichen Liefertermin an. Demnach sollte der Marktstart spätestens nächsten Monat erfolgen.

QLC ermöglicht günstigere SSDs, aber nicht ohne Nachteil

QLC mit vier Bit pro Speicherzelle ist die nächste Stufe zur Steigerung der Speicherdichte von 3D-NAND nach TLC mit 3 Bit. Während die Kosten dadurch sinken sollen, bedeutet der komplexere Speichervorgang potentiell Nachteile bei Leistung und Haltbarkeit. Erste QLC-SSDs wie die Intel 660p und die Crucial P1 haben in Tests eine klare Schreibschwäche offenbart, wenn ihnen der SLC-Cache ausgeht. Adata hat jüngst die QLC-SSD SU630 vorgestellt, die mit nur zwei Jahren Garantie und geringen TBW spezifiziert ist.