GeForce GTX 1660 Ti im Test: Wie die GTX 1070 FE mit neuen Shadern und weniger Speicher 5/5

Wolfgang Andermahr 516 Kommentare

Preis-Performance-Verhältnis

Nvidia gibt für die GeForce GTX 1660 Ti eine unverbindliche Preisempfehlung von mindestens 299 Euro an. Genauso viel soll zum Beispiel die PNY GeForce GTX 1660 Ti XLR8 OC kosten. Bessere Modelle kosten dagegen mehr. Asus sieht für die GeForce GTX 1660 Ti Strix OC beispielsweise 349 Euro vor. Dieser Aufpreis für eine Premium-Karte ist im Vergleich zu größeren Strix-Modellen überraschend gering.

Preisliste (Stand 22.02.2019)
Angaben in Euro
    • Asus GeForce RTX 2070 Turbo
      485
    • AMD Radeon RX Vega 64
      389
    • Asus GeForce GTX 1660 Ti Strix OC
      349
      Hinweis: UVP
    • Nvidia GeForce RTX 2060 FE
      339
    • Nvidia GeForce GTX 1660 Ti
      299
      Hinweis: UVP
    • PNY GeForce GTX 1660 Ti XLR8 OC
      299
      Hinweis: UVP
    • AMD Radeon RX Vega 56
      269
    • AMD Radeon RX 590
      240
    • Nvidia GeForce GTX 1060 FE
      199

Mit Preisen ab 300 Euro liegt die neue Grafikkarte auf dem Niveau der GeForce GTX 1070. Zu diesem Preis ist der bereits nicht mehr produzierte Vorgänger allerdings schon so gut wie vergriffen. Sein Vorteil sind die 8 GB Speicher, der Vorteil der GeForce GTX 1160 Ti die neue Architektur und der geringere Verbrauch. Weil die Grafikkarte aber quasi nicht mehr zu diesem Preis zu bekommen ist, wurde sie aus der Preisbetrachtung ausgeklammert.

Fazit

Die GeForce GTX 1660 Ti basiert auf Turing, Raytracing- und Tensor-Kerne gibt es aber nicht. Deutlich günstiger als die GeForce RTX 2060 ist der Sonderling trotzdem nicht, obwohl Nvidia beide Funktionen bei den großen RTX-Modellen immer als Argument für die gestiegenen Preise genannt hatte. Die GeForce GTX 1660 Ti als preislich besonders attraktive Alternative zur bisher kleinsten GeForce RTX zu platzieren, war aber allem Anschein nach auch nicht der Plan.

Deutlich schneller und rekordverdächtig effizient

Die Leistungsfähigkeit der ersten Grafikkarte auf Basis von TU116 überzeugt dabei sogar grundsätzlich sehr. Ein Leistungsplus in Full HD zur GeForce GTX 1060 von 37 Prozent und zur Radeon RX 590 von 24 Prozent platziert das Modell nur knapp hinter der GeForce GTX 1070 (allerdings als relativ langsame Founders Edition) und die GeForce RTX 2060 ist nur 16 Prozent voraus. Die GeForce GTX 1660 Ti eignet sich damit sehr gut für das Spielen in Full HD bei (in der Regel) maximalen Details. Auch 2.560 × 1.440 ist möglich, wenn auch oft bei reduzierter Grafikqualität.

Auch das Performance-Pro-Watt-Verhältnis überzeugt: Keine Grafikkarte war im Test bisher so effizient unterwegs. So benötigt die GeForce GTX 1660 Ti nur etwas mehr Energie als die GeForce GTX 1060, arbeitet dabei aber spürbar schneller. Das ist schon beeindruckend.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht besser

Problematisch für die GeForce GTX 1660 Ti sind also einmal mehr nicht die Technik und auch nicht der Verzicht auf RT- und KI-Kerne, sondern der 6 GB große Speicher und vor allem der Preis. 299 Euro wollen Partner laut Nvidia für die Grafikkarte zum Start mindestens haben. Damit liegt der 3D-Beschleuniger beim Verhältnis aus Preis und Leistung (in FPS) auf genau derselben Linie wie die GeForce RTX 2060. Die kostet auch absolut gesehen kaum mehr und bietet RTX sowie DLSS. Die GeForce GTX 1660 Ti bietet damit eher ein Argument dafür das nächst größere Modell zu kaufen. Die Alternative GeForce GTX 1070 ist zu vergleichbaren Preisen hingegen so gut wie vergriffen. Wer noch eine bekommt, macht dank 8 statt 6 GB langfristig höchstwahrscheinlich den besseren Kauf.

Die GeForce GTX 1660 Ti lässt dieser Tage aber auch den Blick zur Konkurrenz schweifen, die Raytracing und KI-Kantenglättung ebenfalls noch nicht zu bieten hat. AMD hat die Radeon RX Vega 56 seit einigen Tagen (und nicht zufällig) preislich sehr aggressiv platziert. Sie bietet mehr Performance, hat 8 GB Speicher und kostet im günstigsten Fall nur 270 Euro. Der Nachteil: Die Energieeffizienz ist klar schlechter und zu dem Preis gibt es nur ein sehr lautes Referenz-Design. Bessere und leisere Modelle kosten mehr, bleiben mit 310 Euro aber noch eine gleichwertige Alternative zur GeForce GTX 1660 Ti – mit Vor- und Nachteilen auf beide Seiten. Wirklich attraktiv wird die GeForce GTX 1660 Ti im aktuellen Umfeld erst, wenn sie sich der 250-Euro-Grenze nähert.

Die Asus Strix ist eine perfekte Partnerkarte für 50 Euro Aufpreis

Unabhängig der Beurteilung der GeForce GTX 1660 Ti ist die Asus GeForce GTX 1660 Ti Strix OC ein Kandidat für die Auszeichnung „perfektes Custom Design“. Das Premium-Modell setzt auf den klassischen Strix-Kühler in leicht abgespeckter Form, der eigentlich für Grafikkarten mit einer deutlich höheren Leistungsaufnahme gedacht ist. Im Ergebnis arbeitet die Grafikkarte auch unter Last flüsterleise und bietet viele Features wie eine RGB-Beleuchtung, zwei verschiedene BIOS-Versionen und noch einiges mehr. Der Aufpreis ist hier definitiv gerechtfertigt.

Die PNY GeForce GTX 1660 Ti XLR8 OC ist dagegen ein Einstiegsmodell und das merkt man auch: Es schaltet den Lüfter auf dem Windows-Desktop nicht ab und unter Last ist es deutlich wahrnehmbar. Besonderheiten wie ein zweites BIOS oder RGB gibt es nicht. Das Mehr an Performance, das beide Grafikkarten gegenüber den Referenzvorgaben bieten, kann hingegen ignoriert werden.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Nvidia unter NDA erhalten. Die Grafikkarten wurden von Nvidia (PNY) beziehungsweise Asus leihweise unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.