GeForce GTX 1660 im Test: Nvidia Turing nimmt AMD Polaris ins Visier 4/5

Wolfgang Andermahr 282 Kommentare

Lautstärke & Kühlung

Auf dem Windows-Desktop schalten beide Gigabyte-Grafikkarten die Lüfter aus und sind damit lautlos – so soll es sein. Beim Spielen kommt die GeForce GTX 1660 Gaming OC auf 36,5 Dezibel und ist damit zwar nicht flüsterleise, aber doch angenehm ruhig. Die Asus GeForce GTX 1660 Ti Strix OC hat allerdings gezeigt, dass es noch deutlich leiser geht. Sie gehört allerdings einer anderen Preisklasse an.

Die kleinere GeForce GTX 1660 OC desselben Herstellers lässt die Lüfter mit 2.200 anstatt 2.000 Umdrehungen in der Minute drehen und das macht sich in Verbindung mit dem etwas größeren Durchmesser bemerkbar. Mit 40,5 Dezibel ist die Grafikkarte ein gutes Stück lauter und es rauscht doch ziemlich ordentlich unter Last. Leise ist die Grafikkarte nicht mehr und sollte daher nicht in einem auf niedrige Lautstärke optimierten Rechner eingebaut werden.

Bezüglich der elektronischen Störgeräusche gibt es Positives zu berichten, denn beide Gigabyte-Grafikkarten leiden kaum darunter. In den Frame-Bereichen, die eine GeForce GTX 1660 in der Praxis erreicht, gibt es auch beim genauen Hinhören kaum ein Fiepen, Zirpen oder anderes Geräusch abseits vom Kühler zu hören.

Wie heiß werden die Grafikkarten?

Da beide Gigabyte-Grafikkarten keine Massen an Kühlmaterial einsetzen und die Lüfter auf dem Windows-Desktop abschalten, werden die Grafikkarten mit 39 Grad (GTX 1660 Gaming OC) respektive 42 Grad Celsius (GTX 1660 OC) wärmer als alle anderen getesteten Modelle – ein Problem ist das nicht.

Beim Spielen bleibt die TU116-GPU auf beiden Modellen dagegen kühl. Die GeForce GTX 1660 OC wird nicht wärmer als 72 Grad, die GeForce GTX 1660 Gaming OC gar nur 67 Grad Celsius. Hier dreht sich das Bild dann um, fast alle anderen 3D-Beschleuniger sind wärmer. Auch die Kartenrückseite bleibt mit 49 und 51 Grad Celsius sehr kühl.

Messung der Leistungsaufnahme

Die Gigabyte GeForce GTX 1660 OC benötigt 9 Watt auf dem Windows Desktop, bei der GeForce GTX 1660 Gaming OC sind es mit 11 Watt minimal mehr. Die Ergebnisse liegen auf dem Niveau der GeForce GTX 1660 Ti, die mit derselben GPU ausgestattet ist. Die GeForce GTX 1060 als direkter Vorgänger benötigt mit 5 Watt aber deutlich weniger.

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Leistungsaufnahme der Grafikkarte – Windows-Desktop
Angaben in Watt (W)
  • 3.840 × 2.160, 60 Hz:
    • Nvidia GeForce GTX 1060 FE
      5
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      6
    • Nvidia GeForce GTX 1070 FE
      7
    • Gigabyte GTX 1660 OC
      9
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      9
    • Nvidia GeForce GTX 1660 Ti
      9
    • PNY GeForce GTX 1660 Ti XLR8 OC
      9
    • Asus GeForce GTX 1660 Ti Strix OC
      10
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      10
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC
      11
    • AMD Radeon RX Vega 64
      11
    • MSI GeForce GTX 1060 GDDR5X
      11
    • Nvidia GeForce RTX 2060 FE
      11
    • Asus GeForce RTX 2070 Turbo
      11
    • AMD Radeon RX Vega 56
      12
    • AMD Radeon VII
      12
    • Asus GeForce RTX 2060 Strix
      12
    • Sapphire RX 580 Nitro+
      13
    • Sapphire RX 590 Nitro+
      14
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      15
    • AMD Radeon RX 480
      17

Der Stromhunger auf YouTube

Während der Wiedergabe eines UHD-Videos auf YouTube benötigen die zwei Gigabyte-Grafikkarten 16 respektive 18 Watt. Damit arbeiten beide Modelle sehr sparsam in dieser Messreihe und liegen erneut auf dem Niveau der GeForce GTX 1660 Ti.

12 Einträge
Leistungsaufnahme der Grafikkarte – YouTube-Video
Angaben in Watt (W)
  • 3.840 × 2.160, 60 FPS:
    • Gigabyte GTX 1660 OC
      16
    • Nvidia GeForce GTX 1070 FE
      16
    • Nvidia GeForce GTX 1660 Ti
      16
    • PNY GeForce GTX 1660 Ti XLR8 OC
      16
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      17
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC
      18
    • AMD Radeon VII
      18
    • Asus GeForce GTX 1660 Ti Strix OC
      18
    • MSI GeForce GTX 1060 GDDR5X
      22
    • Nvidia GeForce GTX 1060 FE
      23
    • Nvidia GeForce RTX 2060 FE
      23
    • Asus GeForce RTX 2060 Strix
      23
    • Asus GeForce RTX 2070 Turbo
      24
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      25
    • AMD Radeon RX Vega 56
      27
    • AMD Radeon RX Vega 64
      28
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      29
    • Sapphire RX 580 Nitro+
      33
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      33
    • Sapphire RX 590 Nitro+
      34
    • AMD Radeon RX 480
      64

Der Stromhunger in Spielen

Beim Spielen benötigt die Gigabyte GeForce GTX 1660 OC im Durchschnitt 121 Watt, die GeForce GTX 1660 Gaming OC 130 Watt. Betreibt man das kleinere Modell mit Nvidias Referenzvorgaben, beträgt die Leistungsaufnahme 116 Watt. Die minimal höhere Performance kostet prozentual also mehr Energie, als sie Vorteile bringt.

Im Vergleich zur GeForce GTX 1660 Ti benötigt die langsamere Grafikkarte nur 2 Watt weniger. Dies liegt daran, dass das Powermanagement in beiden Fällen dieselbe Menge Energie (120 Watt) erlaubt. Auch die ältere GeForce GTX 1060 liegt mit 112 Watt auf demselben Niveau. Der beschnittene TU116 setzt dasselbe Budget in höhere Taktraten um.

Performance pro Watt

Die GeForce GTX 1660 Ti ist die energieeffizienteste Grafikkarte, die ComputerBase je im Test hatte. Da die GeForce GTX 1660 langsamer ist, aber genauso viel Energie benötigt, liefert die Grafikkarte entsprechend weniger FPS pro Watt. Die Energieeffizienz ist aber dennoch ein Stück besser als bei der GeForce GTX 1060 und damit immer noch gut. Die konkurrierende Radeon RX 590 ist in dieser Disziplin deutlich unterlegen.

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Performance pro Watt – 1.920 × 1.080
Angaben in Prozent
    • PNY GeForce GTX 1660 Ti XLR8 OC
      100,0 %
    • Nvidia GeForce GTX 1660 Ti
      98,8 %
    • Asus GeForce GTX 1660 Ti Strix OC
      95,3 %
    • Asus GeForce RTX 2070 Turbo
      91,7 %
    • Nvidia GeForce GTX 1660
      87,8 %
    • Gigabyte GTX 1660 OC
      85,3 %
    • Nvidia GeForce RTX 2060 FE
      83,1 %
    • Nvidia GeForce GTX 1070 FE
      82,2 %
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      82,0 %
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      80,6 %
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC
      80,0 %
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      78,3 %
    • Nvidia GeForce GTX 1060 FE
      76,0 %
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      70,5 %
    • AMD Radeon RX Vega 56
      59,9 %
    • AMD Radeon VII
      58,3 %
    • AMD Radeon RX 480
      50,6 %
    • AMD Radeon RX Vega 64
      46,7 %
    • AMD Radeon RX 590
      45,2 %
    • AMD Radeon RX 580
      43,8 %
    • Sapphire RX 590 Nitro+
      41,3 %

Die Gigabyte GTX 1660 (Gaming) OC übertaktet

Bei der Gigabyte GeForce GTX 1660 OC lässt sich die GPU um 155 MHz übertakten, bei der GeForce GTX 1660 Gaming OC sind es 123 MHz. In Spielen arbeitet die GPU der kleineren Grafikkarte dann mit etwa 2.100 MHz, die der größeren mit etwas geringeren 2.075 MHz. Der je 6.144 MB große GDDR5-Speicher lässt sich exakt gleich gut übertakten. In beiden Fällen sind zusätzliche 904 MHz möglich, sodass der Speicher dann mit 4.904 MHz arbeitet – das ist ein gutes Ergebnis.

Übertakten der GeForce GTX 1660
  • F1 2018:
    • Gigabyte GTX 1660 OC – OC
      86,8
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC – OC
      85,4
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC – Standard
      78,7
    • Gigabyte GTX 1660 OC – Standard
      76,9
  • Far Cry 5:
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC – OC
      85,6
    • Gigabyte GTX 1660 OC – OC
      85,4
    • Gigabyte GTX 1660 OC – Standard
      76,4
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC – Standard
      76,4
  • Wolfenstein 2:
    • Gigabyte GTX 1660 OC – OC
      110,1
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC – OC
      109,5
    • Gigabyte GTX 1660 Gaming OC – Standard
      97,0
    • Gigabyte GTX 1660 OC – Standard
      96,5

Bei der Gigabyte GeForce GTX 1660 OC lässt sich die Performance so je nach Spiel zwischen 12 und 14 Prozent verbessern, bei der Gigabyte GeForce GTX 1660 Gaming OC sind es 9 bis 13 Prozent. Damit ist die eigentlich langsamere GeForce GTX 1660 OC teils das schnellere Modell. Beide Grafikkarten sind mit Übertaktung zudem ungefähr so schnell wie die GeForce GTX 1660 Ti im Werkszustand.

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