Rage 2 im Test: GPU-Benchmarks mit Frametimes

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Wolfgang Andermahr et al. 202 Kommentare

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind mit einem Intel Core i9-9900K durchgeführt worden, der mit den Standard-Einstellungen betrieben wird und auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual-Rank) zugreifen kann. „Windows 10 April Update“ (1903) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Treiber werden der Adrenalin 19.5.1 beziehungsweise der GeForce 430.64 genutzt. Beide Treiber sind für Rage 2 optimiert.

Die 25 Sekunden lange Testszene zeigt eine Fahrt in einem Fahrzeug (Phönix) durch eine bewaldete Landschaft in der Nähe der Handelsstadt Lagooney, die gegen Ende auch groß im Bild zu sehen ist. Es handelt sich zwar nicht um eine Worst-Case-Szenario, die Testsequenz ist aber dennoch fordernd. So wird zum Beispiel das Streaming der Engine belastet, darüber hinaus wird viel Vegetation dargestellt und eine hohe Sichtweite ist gegeben.

In den Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 wird das Ultra-Preset genutzt. Für 3.840 × 2.160 wird auf das Mittel-Preset zurückgeschaltet, da ansonsten die Anforderungen an die Grafikkarten zu hoch sind.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Ultra-Preset
2.560 × 1.440 Ultra-Preset
3.840 × 2.160 Mittel-Preset

Full-HD-, WQHD- und Ultra-HD-Benchmarks

Rage 2 liefert etwas andere Benchmark-Ergebnisse ab als die meisten anderen Spiele. Das bedeutet, dass sich die Reihenfolge der einzelnen Grafikkarten von anderen Spielen durchaus deutlich unterscheidet. Ein Grund dafür mag die Nutzung der Vulkan-API sein, allerdings kann dies auch generell an der Grafik-Programmierung liegen.

Pascal schwächelt, Turing arbeitet normal und GCN ist stark

Am auffälligsten an den Benchmarks ist das verhältnismäßig schwache Abschneiden der Pascal-Grafikkarten, was sich durch das gesamte Portfolio zieht. So sind die Nvidia-Grafikkarten der letzten Generation durchweg langsamer als die angestammten Konkurrenzmodelle von AMD – und das teils deutlich.

Gewöhnlich liefern sich GeForce GTX 1060 und Radeon RX 580 ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In Rage 2 ist dagegen bereits eine Radeon RX 570 schneller als die GeForce GTX 1060. Die Radeon RX 580 liefert in 1.920 × 1.080 dann gleich 16 Prozent mehr FPS und 19 Prozent bessere Frametimes. Die Radeon RX 590 ist gar um bis zu 31 Prozent schneller. Dasselbe Verhalten zeigt sich auch bei den schnelleren Grafikkarten. Die GeForce GTX 1070 unterliegt der Radeon RX Vega 56 in 2.560 × 1.440 um über 20 Prozent, selbst die GeForce GTX 1080 holt die Vega-GPU ein. Und die GeForce GTX 1080 Ti muss sich in 3.840 × 2.160 um neun respektive vierzehn Prozent AMDs aktuellem Flaggschiff, der Radeon VII, geschlagen geben. Gewöhnlich arbeiten beide Grafikkarten in etwa gleich schnell.

Turing arbeitet deutlich schneller als Pascal

Auch Nvidias aktuelle Turing-Generation ist in Rage 2 schneller als Pascal. Im gewöhnlichen Spiele-Durchschnitt ist die GeForce RTX 2070 in WQHD acht Prozent schneller als die GeForce GTX 1080. In Rage 2 liefert das Turing-Modell dagegen 16 Prozent mehr FPS und ebenso bessere Frametimes. Die GeForce RTX 2080 zieht der GeForce GTX 1080 Ti um zehn bis 13 Prozent in Ultra HD davon und die GeForce GTX 1660 Ti ist in Full HD drei bis vier Prozent schneller als die GeForce GTX 1070, die ansonsten etwas langsamer ist.

GCN rückt Turing auf die Pelle

AMDs Grafikkarten können in Rage 2 mit Nvidias Turing-Generation mithalten und schneiden manchmal gar besser ab. So ist die Radeon RX 590 zum Beispiel nur ein Prozent langsamer als die GeForce GTX 1660. Gewöhnlich ist die neue Nvidia-Grafikkarte aber acht Prozent schneller. Die Radeon RX Vega 64 unterliegt zwar bei der Framerate durchweg der GeForce RTX 2070, allerdings fallen die Abstände mit ein bis acht Prozent kleiner als im Schnitt aus. Und bei den Frametimes verliert die AMD-Grafikkarte nur in Full HD um knappe fünf Prozent. WQHD zeigt einen Gleichstand, in Ultra HD liegt die Radeon gar zwölf Prozent vorne. Ähnliches gibt es vom Duell Radeon VII gegen GeForce RTX 2080 FE zu berichten. Bei den FPS muss sich AMD geschlagen geben, doch sind auch dort die Abstände geringer als im Schnitt. Und bei den Frametimes kann sich die Radeon VII in 3.840 × 2.160 einen fünfprozentigen Vorsprung erkämpfen.

45 FPS im Benchmark ergeben ein gutes Spielgefühl

Aufgrund der sehr direkten Steuerung benötigt Rage 2 keine allzu hohe Framerate um gut spielbar zu sein. Rund 45 FPS im Benchmarks ergeben ein gutes Gefühl in Rage 2. Auch in Kämpfen sollte es dann nicht zu größeren Problemen kommen. Ab 60 FPS fühlt sich das Spiel sehr flüssig an, dann bleiben nur noch wenige Wünsche offen. Noch höhere Frameraten verbessern bei entsprechenden Monitoren das Spielgefühl weiter, allerdings nur noch in Nuancen.

Rage 2 hat sehr gute Frametimes. AMD-Grafikkarten beziehungsweise die Radeon RX Vega 64 liegen in dieser Disziplin vor den Konkurrenzmodellen von Nvidia. Denn der Frameverlauf der Radeon während der Testszene ist beinahe schon eine gerade Linie, besser geht es kaum.

Auch Nvidia-Grafikkarten zeigen gute Frametimes, allerdings kommen diese nicht an das perfekte Niveau eines AMD-Beschleunigers heran. Denn so gibt es zwar auch auf einer GeForce-Grafikkarte keine Ausreißer, allerdings schwanken die Frametimes durchweg auf und ab – wenn auch eben in einem recht kleinen Bereich. Diesbezüglich unterscheiden sich GeForce RTX 2070 und GeForce GTX 1080 nicht.

Praktische Unterschiede bei den Frametimes gibt es nur im Extremfall, wenn die Framerate unter 40 FPS sinkt. Bei geringen Frameraten fühlt sich die Radeon RX Vega 64 tatsächlich ein wenig gleichmäßiger an als eine GeForce-Grafikkarte mit identischen FPS-Werten.

Vulkan bringt nur kleine Probleme mit sich

Rage 2 hat beim Testen nur kleine Probleme bereitet. So wollte zum Beispiel das Overlay des MSI Afterburners nicht funktionieren, auch wenn es an sich mit Vulkan umgehen kann. Darüber hinaus ist das Spiel beim Laden eines Spielstandes zwei Mal abgestürzt – im Spiel selber dagegen nie. Grundsätzlich gilt es allerdings zu bedenken, dass aufgrund der API einige Tools nicht funktionieren.

Überwiegend gute Texturen begnügen sich mit 8 GB

Die meisten Texturen in Rage 2 sehen gut aus. In hohen Auflösungen kann man auch nahe an diese herangehen und die Oberflächen lassen dann nicht nur viele, sondern auch scharfe Details erkennen. Andere Texturen sehen weniger gut aus, allerdings sind in Rage 2 während des Testens keine Totalausfälle aufgefallen.

Eine Grafikkarte mit einem 8 GB großen Speicher ist auch für die Ultra-HD-Auflösung ausreichend. Mit mehr VRAM kann das Spiel nichts (praktisches) anfangen. Für WQHD sind auch 6 GB ausreichend, in Full HD läuft das Spiel bei maximaler Texturqualität auch mit 4 GB noch gut. Allerdings kann es auf einer entsprechenden Grafikkarte ab und zu zu einem kurzen Hänger kommen.

Async bringt mehr FPS, aber teils schlechtere Frametimes

Rage 2 nutzt Async Compute. Das Low-Level-Feature lässt sich zwar nicht im Optionsmenü des Spiels deaktivieren, in einer konfigurierbaren ini-Datei des Spiels aber schon. Und es zeigt sich, dass Async Compute die Framerate unabhängig von der Grafikkarte etwas erhöht. So legt die GeForce RTX 2070 in 1.920 × 1.080 durch Async Compute um acht Prozent zu, die GeForce GTX 1080 und die Radeon RX Vega 64 um vier Prozent.

Je mehr die GPU limitiert, desto weniger Nutzen bringt Async Compute in Rage 2 – allerdings fallen die FPS immer noch durchweg besser aus. In WQHD sind die Zahlen vergleichbar. In Ultra HD reduzieren sich die Vorteile aber auf drei Prozent (GTX 1080) und zwei Prozent (RTX 2070, RX Vega 64).

Die Framerate wird durch Async Compute durchweg besser, bei den Frametimes gilt das aber nicht. Die Radeon RX Vega 64 legt in dieser Messreihe um drei Prozent in Full HD zu, in WQHD und UHD bleiben die Frametimes dagegen identisch. Bei Nvidia gibt es dagegen teils auch Nachteile.

Dabei gilt: Je mehr die GPU limitiert, desto schlechter sind die Ergebnisse mit aktiviertem Async Compute. In 1.920 × 1.080 fallen die Frametimes auf einer GeForce RTX 2070 noch um drei Prozent besser aus. In 2.560 × 1.440 werden die Frametimes dagegen fünf Prozent schlechter mit Async Compute, in 3.840 × 2.160 sind es gar neun Prozent – und das erklärt dann auch, warum die Radeon RX Vega 64 in höheren Auflösungen bessere Frametimes als die GeForce RTX 2070 hat, aber weniger FPS erzielt.

Bei der GeForce GTX 1080 ist das Problem noch ein wenig ausgeprägter. Dort fallen die Frametimes bereits in Full HD mit angeschaltetem Async Compute um fünf Prozent schlechter aus. In WQHD liegt sind es dann neun Prozent, in Ultra HD acht Prozent.

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