Ultimate Ears Wonderboom 2 im Test: „Schwimmende Urne“ nun auch als echtes Stereopaar

Frank Hüber 54 Kommentare
Ultimate Ears Wonderboom 2 im Test: „Schwimmende Urne“ nun auch als echtes Stereopaar
Bild: Ultimate Ears

Ultimate Ears legt den Outdoor-Bluetooth-Lautsprecher Wonderboom – oder auch „schwimmende Urne“, wie das erste Modell von einigen ComputerBase-Lesern betitelt wurde – neu auf. Der Wonderboom 2 verspricht kräftigeren Klang, mehr Bass, eine bessere Akkulaufzeit und einen Outdoor-Boost-Modus.

Schwimmt, ist wasserdicht und stoßfest

Der kleinste Bluetooth-Lautsprecher der Produktfamilie ist nach IP67-Zertifizierung wasser-, stoßfest und staubdicht und kann beim Einsatz von zwei Lautsprechern über die „Double Up“ genannte Funktion nun auch zu einem echten Stereopaar verbunden werden. Auch der Wonderboom 2 geht im Wasser nicht unter, sondern schwimmt an der Wasseroberfläche, so dass er bei Schwimmausflügen nicht verloren gehen soll. Der für den Einsatz im Freien und zur Mitnahme gedachte Lautsprecher übersteht Stürze aus bis zu 1,5 Metern abseits von möglichen Kratzern unbeschadet. Bis zu 13 Stunden soll die Akkulaufzeit der mobilen Lautsprecher betragen, die erste Generation bot noch 10 Stunden. Um den Akku des Wonderboom 2 zu laden, werden rund zweieinhalb Stunden benötigt. Zudem verspricht Ultimate Ears, den 360-Grad-Sound der ersten Generation verbessert zu haben, und will dabei insbesondere eine kräftigere Basswiedergabe bieten. Der unterstützte Frequenzbereich des Wonderboom 2 liegt bei 75 Hz bis 20 kHz, während Ultimate Ears für die erste Generation einen Bereich von 80 Hz bis 20 kHz angibt.

Neuer Outdoor-Boost-Modus

Über einen neuen Outdoor-Boost-Modus und einen Knopf an der Unterseite des Wonderboom 2 kann der Nutzer den integrierten, voreingestellten Equalizer aktivieren, der einen lauteren und detaillierteren Klang bieten und speziell für den Einsatz im Freien angepasst worden sein soll. Der maximale Schalldruck beträgt in diesem Modus 87 statt 86 dBc. Abseits einer höheren Lautstärke wirkte der Ton durch Aktivieren des Outdoor-Boost-Modus vor allem deutlich heller, so dass er nicht immer als bessere Wahl angesehen werden sollte, sobald der Lautsprecher mit ins Freie genommen wird.

Dass der Boost-Modus aktiviert ist, signalisiert der Wonderboom 2 durch eine LED – der Tannenbaum an der Unterseite des Wonderboom 2 leuchtet dann weiß.

Echter Stereo-Sound mit zwei Wonderboom 2

Verändert hat Ultimate Ears auch den Knopf zur Wiedergabesteuerung an der Oberseite des Wonderboom. War dieser bei der ersten Generation noch schlicht als Logo ausgelegt und kaum kenntlich, ist er bei der neuen Generation klar als Knopf zu erkennen. Über ihn wird nicht nur die Wiedergabe gestartet, pausiert und per Doppeldruck zum nächsten Titel gesprungen, sondern erneut auch die Kopplung mit einem anderen Wonderboom 2 vorgenommen, indem er auf den zu verbindenden Lautsprecher lange gehalten wird. Anders als bei der ersten Generation, bei der zwei gekoppelte Wonderboom immer dasselbe Audiosignal ausgegeben haben und somit gerade kein echtes Stereopaar waren, agieren zwei gekoppelte Wonderboom 2 nun als echtes Stereopaar, die jeweils nur den rechten beziehungsweise linken Kanal ausgeben.

In diesem Modus ist die Positionierung der beiden Lautsprecher somit aber auch nicht mehr irrelevant. Über erneutes langes Drücken der mittleren Taste kann dabei zwischen Stereo- und Mono-Kopplung umgeschaltet werden, wobei der abgespielte Bestätigungston auch der Indikator dafür ist, welcher Lautsprecher als rechter und welcher als linker Lautsprecher agiert. Der Lautsprecher, auf dem die Töne zuerst abgespielt werden, spielt den rechten Kanal ab. Der Lautsprecher, auf dem die Töne als zweites abgespielt werden, gibt somit den linken Kanal wieder – Ultimate Ears dokumentiert dies auf der Packung und dem beiliegenden Zettel nicht.

Wird auf einem der beiden Lautsprecher der Outdoor-Boost-Modus aktiviert, wirkt sich diese Änderung ebenso wie Lautstärkeanpassungen immer auch auf den anderen Lautsprecher aus, so dass man diesen Modus nicht auf beiden Lautsprechern einzeln aktivieren muss.

Der Wonderboom 2 kann auch mit einem Wonderboom der ersten Generation gekoppelt werden, allerdings dann nicht mehr als echtes Stereopaar. Stattdessen geben beide Lautsprecher stets dasselbe Audiosignal aus.

Über die großen Tasten zur Lautstärkeregulierung kann durch ein gleichzeitiges Drücken beider Tasten erneut der Akkustand des Lautsprechers akustisch abgefragt werden.

Ultimate Ears Wonderboom 2
Ultimate Ears Wonderboom 2
Ultimate Ears Wonderboom 2
Ultimate Ears Wonderboom 2

Gewicht, Maße und Schalldruck fast identisch

Mit 420 Gramm ist der Wonderboom 25 Gramm leichter als die erste Generation. Auch die Abmessungen haben sich minimal verändert. Kommt der Wonderboom auf einen Durchmesser von 93,5 mm und eine Höhe von 102 mm, ist der Wonderboom 2 95,3 mm im Durchmesser groß und 104 mm hoch. Der maximale Schalldruck beider Generationen ist mit 86 dBc identisch, wobei der Outdoor-Boost-Modus diesen wie erwähnt auf 87 dBc hebt. Für die Soundwiedergabe kommen erneut zwei Aktivtreiber mit einem Durchmesser von 40 mm zum Einsatz. Auch die Passivradiatoren sind bei ihrer Größe mit 46,1 × 65,2 mm identisch zur ersten Generation.

Äußerlich setzt der Wonderboom 2 weiterhin auf die von Ultimate Ears bekannte Stoffummantelung, die in zweifarbiger Ausführung zum Einsatz kommt. Das Design der neuen Generation wurde dabei nur an wenigen Punkten wie beispielsweise der Schlaufe zur Befestigung des Lautsprecher angepasst.

Insbesondere als Stereopaar guter Sound

Der Wonderboom 2 hat einen guten Klang, der erneut auch darauf ausgelegt ist, eine hohe Lautstärke und viel Bass zu erzeugen. Bei normaler Lautstärke etwa für den Einsatz im Sommer auf dem Terrassentisch bietet der Wonderboom 2 einen ausgewogenen, guten Klang. Eine ausgewachsene Stereoanlage ersetzen zwar auch zwei Wonderboom 2 nicht, aber vor allem als Stereopaar liefern zwei gekoppelte Wonderboom 2 einen im Alltag guten Klang, so dass sie auch zur Musikwiedergabe in kleinen Räumen oder beispielsweise auf dem Schreibtisch genutzt werden können.

Im direkten Vergleich mit der ersten Generation fällt auf, dass der Wonderboom 2 schon bei niedriger Lautstärke druckvoller und lauter, aber auch klarer agiert. Bei gleicher wahrgenommener Lautstärke ist der Wonderboom 2 weniger basslastig, was aber positiv ist, da der Ton klarer und weniger schwammig ist – Höhen und Tiefen sind besser getrennt.

Ab morgen für 100 Euro im Handel

Der Wonderboom 2 ist ab morgen bei ausgewählten Händlern zu einem Preis von 99,99 Euro verfügbar und bleibt somit bei dem Preispunkt der ersten Generation. Als Farben stehen zum Marktstart Deep Space Black (Schwarz), Crushed Ice (Grau), Radical Red (Rot) und Bermuda Blue (Blau) zur Auswahl. Eine fünfte Farbe, Just Peach (Pink), wird voraussichtlich ab Ende Juli verfügbar sein.

Konkurrenz bietet bei einem Preis von 100 Euro ausgerechnet auch Ultimate Ears selbst. Denn der Ultimate Ears Blast mit WLAN und Alexa ist inzwischen von 230 Euro (UVP) auf nur noch rund 90 Euro gefallen, so dass er eine ernstzunehmende Alternative ist, sofern das deutlich höhere Gewicht von 1,2 kg im Vergleich zu 420 g keine Rolle spielt. Ansonsten könnte aber auch der Ultimate Ears Boom 3 (Test) mit 608 g eine Option sein, der für rund 110 Euro verkauft wird.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Ultimate Ears unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.