Desktop-Prozessoren: Intel schickt auch Kaby Lake in den Ruhestand

Michael Günsch 71 Kommentare
Desktop-Prozessoren: Intel schickt auch Kaby Lake in den Ruhestand

Intel räumt auf: In letzter Zeit häufen sich Mitteilungen über das bevorstehende Lebensende bestimmter Intel-Produkte. Neben Kaby Lake-G wird Intel auch die Kaby Lake-S für den Desktop-Sockel 1151 in den Ruhestand schicken. Darunter sind populäre Modelle wie der Core i7-7700K oder der Pentium G4560.

Die Liste der eingestellten Prozessoren ist lang: Fast 50 Boxed-Modelle sowie 20 Tray-Varianten führt Intel in der Product Change Notification (PDF) auf. Die Palette reicht von Celeron bis Core i7 und umfasst neben Kaby Lake-S auch den Vorgänger Skylake-S (zum Beispiel Core i7-6700). Bis zum 24. April 2020 sollen die betroffenen CPUs noch bei Intel bestellbar sein, die letzte Lieferung ist auf den 9. Oktober 2020 datiert.

Kaby Lake erschien als optimierter Skylake

Im Januar 2017 brachte Intel mit Kaby Lake-S den Nachfolger von Skylake-S auf den Markt. Mit gleicher Architektur in einem optimierten 14-nm-Verfahren gab es nur kleine Fortschritte durch etwas mehr Takt und einen aggressiveren Turbomodus sowie kleineren Anpassungen bei der integrierten Grafikeinheit und dem Speichersupport. Im Test lag der Core i7-7700K so lediglich sieben Prozent vor dem Core i7-6700K.

Deutlich spannender erwiesen sich neue Einstiegsmodelle wie der Pentium G4560 (Test), der sich als „Core-i3-Killer“ entpuppte, denn seit Kaby Lake gab es Hyper-Threading erstmals auch bei den kleinen Pentium.

Intels Aufholjagd bei den Kernen geht weiter

Noch sind zahlreiche Kaby-Lake-CPUs im Handel erhältlich, was sich spätestens im kommenden Jahr ändern wird. Bei den bereits im Herbst 2017 eingeführten Nachfolgern mit dem Codenamen Coffee Lake-S erhöhte Intel auf Druck von AMDs erster Ryzen-Generation, die erstmals acht Kerne im Mainstream-Desktop boten, von maximal vier auf sechs Kerne. Maximal acht Kerne bietet Intel in diesem Segment erst mit dem Coffee Lake-S Refresh, das in Kürze mit dem Core i9-9900KS ein weiteres Modell hervorbringen wird.

Voraussichtlich erst im kommenden Jahr wird es mit Comet Lake-S bis zu zehn Kerne geben, doch AMD ist bereits jetzt bei zwölf Kernen im Desktop angelangt und wird im November mit dem Ryzen 9 3950X auf 16 Kerne erhöhen.