Inside-out-Tracking-HMDs im Test: Vive Cosmos, Rift S und HP Reverb im Vergleich

David Pertzborn 283 Kommentare
Inside-out-Tracking-HMDs im Test: Vive Cosmos, Rift S und HP Reverb im Vergleich

tl;dr Drei High-End-VR-Headsets mit Inside-out-Tracking für den PC buhlen derzeit um Kunden: Vive Cosmos, Oculus Rift S und HP Reverb. Doch welches ist das beste? Im ausführlichen Test können Rift S und Reverb für sich überzeugen, die Vive Cosmos hingegen enttäuscht.

Zum neuen Jahr müssen sich drei sehr verschiedene VR-Headsets mit drei unterschiedlichen Konzepten im Vergleich behaupten, die alle einen Kunden ansprechen: Den enthusiastischen PC-VR-Nutzer.

Die Rift S (Test) von Oculus tritt dabei gegen die Vive Cosmos (als Nachfolger der HTC Vive) und die HP Reverb an. Die wichtigste Gemeinsamkeit abseits der gleichen Plattform ist das Inside-out-Tracking, auf das alle drei setzen – mit unterschiedlichem Erfolg. Die größten Unterschiede liegen in der Ergonomie und vor allem bei den verwendeten Displays.

Oculus Rift S HTC Vive Cosmos HP Reverb
Tracking Inside-out
5 Kameras
Inside-out
6 Kameras
Inside-out
2 Kameras
Display LCD mit RGB
Auflösung (pro Auge) 1.280 × 1.440, 80 Hz 1.440 × 1.700, 90 Hz 2.160 × 2.160, 90 Hz
Audio Integriert,
1 × 3,5 mm
IPD-Einstellung Software
58–72 mm
Mechanisch
61–73 mm
Software
55–71 mm
Kabellänge 5 m 4 m
+1 m zur Link Box
Standard Edition 3,5 m
Professional Edition 4 m
Benötigte Anschlüsse DP+USB 3.0 DP+USB 3.0
+ Steckdose
DP+USB 3.0
Preis (sofort lieferbar) 445 € 799 € Standard Edition 539 €
Professional Edition 624 €

Oculus Rift S: der Titelverteidiger

Der Nachfolger der Oculus Rift musste sich schon im Frühjahr 2019 dem Test stellen und konnte sich dort den Titel „In Summe das beste PC-VR-Headset am Markt“ sichern. Insbesondere die einfache Einrichtung, die gute Ergonomie und das Tracking wussten zu gefallen und die Darstellungsqualität war zum Testzeitpunkt gut genug. Echte Abstriche mussten nur beim Klang gemacht werden.

Seit diesem Test hat die Konkurrenz jedoch in einigen Bereichen nachgezogen und in anderen zum Überholmanöver angesetzt. Zweifelsohne weiter vorne ist Oculus bei Preis: Die Rift S kostet weniger als die HP Reverb und die Vive Cosmos.

HP Reverb: der Auflösungsmeister

Das spannendste technische Merkmal des HP Reverb ist die gegenüber der ersten Generation an VR-Headsets deutlich erhöhte Auflösung. Aber selbst im Vergleich mit Oculus Rift S gibt es mit 2.160 × 2.160 Pixeln pro Auge noch weit mehr als die doppelte Pixelzahl. Wie bei Oculus handelt es sich auch bei HP um LCDs mit RGB-Subpixelmatrix. Bei Optik und Ergonomie orientiert sich das Windows-Mixed-Reality-Headset an der ersten Generation Oculus Rift.

Auch wenn sich bei Auflösung und Ergonomie viel getan hat, bleibt auch in HPs Next-Generation-VR-Headset einiges beim Alten. Das Tracking funktioniert wie bei allen WMR-Headsets (Test) ohne externe Sensoren über zwei Kameras am Headset und damit bleibt auch die Möglichkeit zur schnellen und einfachen Einrichtung erhalten. Jedoch muss sich zeigen, ob HP mit zwei Kameras das liefern kann, wofür Oculus und Vive fünf beziehungsweise sechs Sensoren nutzen.

Vive Cosmos: Fortschritt ohne Valve

Der offizielle Nachfolger der HTC Vive (Test) ist seit dem 3. Oktober 2019 erhältlich und will mit Mods und einer höheren Auflösung von 1.440 × 1.700 Pixeln punkten. Die Auflösung liegt höher als bei der Oculus Rift S, aber deutlich niedriger als bei der HP Reverb.

Im Gegensatz zur ersten HTC Vive ist die Vive Cosmos nicht mehr in Zusammenarbeit mit Valve entstanden, da das Unternehmen mit der Valve Index eigene Wege geht.

Das deutlichste Alleinstellungsmerkmal der HTC Vive Cosmos soll die Flexibilität sein. Mit Hilfe von schon erhältlichen oder erst angekündigten Accessoires lässt sich der Funktionsumfang der Vive Cosmos erweitern. So ist der Vive Wireless Adapter (Test) mit der Vive Cosmos kompatibel, das „Vive Cosmos Attachment Kit“ für grob 70 € vorausgesetzt. Außerdem will HTC im ersten Quartal 2020 eine Mod nachliefern, die das Headset mit den Lighthouse-Stationen des SteamVR-Trackings kompatibel machen soll.

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