XPG Precog im Test: Headset für Gamer mit Elektrostat-Dynamik-System

Michael Schäfer 54 Kommentare
XPG Precog im Test: Headset für Gamer mit Elektrostat-Dynamik-System

tl;dr: Mit dem XPG Precog stellt Adata ein Headset für Gamer vor, das sowohl auf dynamische als auch elektrostatische Treiber setzt. Der Ansatz weckt Interesse, ist er doch auch von hochpreisigen Hifi-Kopfhörern bekannt. Viele kleine Fehler trüben im Alltag aber das Gesamtbild deutlich ein.

Design und Verarbeitung

Nicht nur die Technik, auch die Darbietung des XPG Precog, wenn es den Nutzer erreicht, unterscheidet das Headset deutlich von den meisten Produkten anderer Hersteller. Während es bei deren Erzeugnissen oftmals schon das höchste der Gefühle darstellt, einen kleinen Beutel für Kabel beizulegen, erhalten Käufer beim getesteten Headset zum UVP von 180 Euro ein recht stabiles Case für den Transport, in dem das Precog sowie alle benötigten Kabel und das abnehmbare Mikrofon sortiert und fest verstaut werden können.

XPG lieder das Precog in einem stabilen Case aus
XPG lieder das Precog in einem stabilen Case aus

Beim Kabelpark hat sich der Hersteller ebenfalls nicht lumpen lassen: Neben dem Adapterkabel von USB Typ A auf USB Typ C sowie dem eigentlichen Anschlusskabel samt Kabelfernbedienung enthält das Set ein Klinkekabel sowie einen separaten Y-Adapter, falls das Headset an eine Quelle angeschlossen werden soll, die noch Kopfhörer- und Mikrofonanschluss getrennt vorhält. Die Kabel sind zwar durch eine Stoffummantelung geschützt, hätten aber bezüglich der Stabilität etwas dicker ausfallen können. Darüber hinaus hätte Adata vor allem den Bereich zwischen Anschluss und Kabelfernbedienung beim eigentlichen Anschlusskabel länger gestalten sollen. Das Bedienteil hängt bei Gebrauch des Headsets oftmals in der Luft, wodurch das Precog beim Tragen auf einer Seite leicht nach unten gezogen wird.

Materialwahl: Kunststoff herrscht vor

Die Verarbeitung lässt beim getesteten Headset auf den ersten Blick keine Wünsche offen. Alles ist stabil gefertigt, Knarzgeräusche bei Bewegungen treten nicht auf. Auf den zweiten Blick kann die Materialwahl zum geforderten Preis jedoch nicht überzeugen. So ist der Bügel lediglich mit zwei mit Gummi umzogenen Metallstreben versehen, Mitbewerber setzen in diesem Segment häufig auf ein breites Metallband. Beim Rest soll Metall zwar über das Aussehen imitiert werden, verwendet wird jedoch lediglich Kunststoff. Dass dieses Material zur Verkleidung herangezogen wird, kann noch akzeptiert werden. Dass in der aufgerufenen Preisklasse aber auch für die Aufhängungen der Ohrmuscheln auf Kunststoff zurückgegriffen wird, passt weniger ins Bild. Hier verwendet die Konkurrenz bereits in deutlich niedrigeren Preisgefilden stabilere Metallaufhängungen.

Die Aufhängungen beim Precog glänzen zwar metallisch, sind aber aus Kunststoff
Die Aufhängungen beim Precog glänzen zwar metallisch, sind aber aus Kunststoff

Unschön ist, dass die Kabel im Übergang zwischen Bügel und Ohrmuscheln kurz außen und damit offen geführt werden. Zwar wird die Gefahr für Beschädigungen beim Transport durch das mitgelieferte Case gemildert, bei einem solch wuchtigen und mit einem Gewicht von 362 Gramm nicht gerade leichten Headset hätten sich dennoch Wege finden sollen, die Kabel innerhalb des Gebildes zu verstecken.

Tragekomfort: Bequemer, aber sehr lockerer Sitz

Das Precog lässt sich generell bequem tragen, der Sitz hätte jedoch fester sein können. Durch das sich selbst justierende Kopfband verharrt das Headset etwas locker auf dem Kopf, sodass es bei plötzlichen Kopfbewegungen Gefahr läuft herunterzufallen. Die Ohrmuscheln lassen sich um 90 Grad drehen und können sich somit jedem Ohrtyp gut anpassen. Die Polster aus Memory-Foam sorgen zwar für ein bequemes Tragen, hätten jedoch etwas dicker ausfallen können. Da der Druck des Bügels nicht so stark ausfällt, gibt es hier nur bedingt etwas zum Ausgleichen. Auf der anderen Seite besitzt das System somit weniger Reserven, falls die Dicke der Polster im Laufe der Zeit nachlässt.

Platz genug wäre vorhanden gewesen, um die Kabel im Inneren des Headsets zu führen
Platz genug wäre vorhanden gewesen, um die Kabel im Inneren des Headsets zu führen
Modell: XPG Precog HP Omen Mindframe Prime beyerdynamic Custom Game
Typ: Over-Ear, geschlossen
Treiber: Dual-Treiber,
elektrostatisch,
dynamisch
40 mm, Neodymium 50 mm, Neodymium
Frequenzbereich: 5–50.000 Hz 25–20.000 Hz 5–35.000 Hz
Anschluss: USB, Klinke USB Klinke
Kabel abnehmbar: Ja Nein Ja
Kabel-Fernbedienung: Ja Nein Ja
Bedienelemente am Headset: Nein Ja
Integrierte Soundkarte: Ja Nein
Raumklang: Ja Nein
Frequenzbereich
Mikrofon:
20–20.000 Hz 100–10.000 Hz 30–18.000 Hz
Mikrofon abnehmbar: Ja Nein Ja
Gewicht (ohne Kabel): 362 g 530 g 292 g
RGB-Beleuchtung: Ja Nein
UVP: 179,99 Euro 199,99 Euro 229 Euro

Durch einen leicht schrägen Schnitt sollen sich die Ohrpolster zudem besser an verschiedene Ohrformen anpassen. Es stellt sich erneut die Frage, warum viele Hersteller in der Preisklasse noch auf Kunstleder- statt Stoffbezüge setzen. Bei in dieser Jahreszeit nicht selten kühleren Räumen sorgt das Precog bereits nach kurzer Zeit für warme Ohren, ein halbes Rennen in einer Formel-1-Simulation dagegen für Schwitzen. An warmen Sommertagen dürfte der Effekt deutlich stärker zutage treten.

Der sich automatisch justierende sorgt für einen weniger stabilen Sitz
Der sich automatisch justierende sorgt für einen weniger stabilen Sitz

LED-Beleuchtung: immer rot

Über Bedienelemente direkt am Headset verfügt das XPG Precog nicht, die komplette Bedienung erfolgt über die Kabelfernbedienung, die im nächsten Abschnitt noch genauer betrachtet wird. Darüber hinaus bieten die Ohrmuscheln eine LED-Beleuchtung, die über genannte Fernbedienung an- und ausgeschaltet werden kann. Diese leuchtet jedoch nur in Rot, andere Farben können nicht gewählt werden – nicht zuletzt auch aufgrund der fehlenden Software.

Die Ohrmuscheln leuchten beim Precog nur rot
Die Ohrmuscheln leuchten beim Precog nur rot

Anschlüsse

Das Precog bietet dem Nutzer verschiedene Möglichkeiten zum Anschluss an ein Quellgerät. Neben dem PC werden mit PlayStation 4, Switch und Xbox One drei Konsolen unterstützt, mittels USB Typ C kann das Headset auch mit Android-Geräten und entsprechendem Anschluss genutzt werden. Darüber hinaus ist die analoge Ansteuerung jedes Gerätes mit einem Klinkenanschluss möglich.

Das Headset selbst bietet keine Bedienelemente
Das Headset selbst bietet keine Bedienelemente

Zur generellen Nutzung des Precog ist kein zusätzlicher Treiber oder eine Software nötig, entsprechende Dateien werden automatisch installiert. Das klappte im Test auf allen gängigen Windows-Systemen ohne Probleme. Bei der Verwendung über den USB-Anschluss ist darauf zu achten, dass das Kabel mit der Bedieneinheit richtig herum und somit mit dem Kopfhöreraufdruck auf dem Stecker an das Headset angeschlossen wird – ansonsten verweigert es den Dienst.

Umfangreiche Kabelfernbedienung

Die Kabelfernbedienung enthält den Klangprozessor und ermöglicht es darüber hinaus, in einem gewissen Umfang direkt Einfluss auf bestimmte Funktion zu nehmen. So lässt sich über das große Rad die Lautstärke regeln, ein Druck auf dieses deaktiviert das Mikrofon. Darunter befindet sich ein Schieberegler, mit dem die verschiedenen Klangmodi ausgewählt werden können – dazu im nächsten Abschnitt mehr. Seitlich finden sich Schalter für die Aktivierung beziehungsweise die Deaktivierung der LED-Beleuchtung sowie der Rauschunterdrückung.

Die Kabelfernbedienung bietet viele Funktionen
Die Kabelfernbedienung bietet viele Funktionen

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