The Division 2 im Test: Warlords of New York überzeugt mit DirectX 12

Wolfgang Andermahr
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The Division 2 im Test: Warlords of New York überzeugt mit DirectX 12

tl;dr: The Division 2 hat mit Warlords of New York neue Inhalte bekommen. ComputerBase hat den kostenpflichtigen DLC im Technik-Test mit zahlreichen Benchmarks mit verschiedenen Grafikkarten von AMD und Nvidia sowie Prozessoren von AMD und Intel getestet. Auch der Vergleich zwischen DirectX 11 mit DirectX 12 wird gezogen.

Update 06.03.2020 09:00 Uhr

ComputerBase hat weitere Benchmarks mit neun verschiedenen Prozessoren durchgeführt. Diese zeigen, dass CPUs mit nur vier Kernen und vier Threads zu langsam für The Division 2 sind – daran ändert auch DirectX 12 nichts. Ab einem gewissen Leistungsniveau darüber sind die Unterschiede dann nur noch gering.

Erster DLC für 30 Euro

Der Loot-Shooter The Division 2 hat einen großen DLC erhalten. „Warlords of New York“ muss für 30 Euro zusätzlich zum Hauptspiel erworben werden, bietet dann mit New York jedoch auch eine völlig neue Umgebung samt frischen Missionen und Fähigkeiten sowie einem höheren Stufenmaximum. ComputerBase hat einen umfassenden Blick auf die Technik von Warlords of New York geworfen und zahlreiche neue Benchmarks und Vergleiche mit der PC-Version erstellt. Ausführliche Details zur Technik, die sich nicht geändert hat, liefert der Technik-Test zu The Division 2.

The Division 2: Warlords of New York wechselt also von Washington nach New York und damit zum Spielplatz des ersten Teils von Ubisofts Spieleserie. Optisch unterscheidet sich die Stadt im Vergleich zum ersten Teil jedoch deutlich und auch im Vergleich zu Washington des zweiten Teils gibt es genügend Unterschiede, sodass der Eindruck bezüglich Grafik und Atmosphäre ziemlich verschieden wirken.

Ansehnlich dank Snowdrop-Engine

Auch wenn die Technik im DLC gleich geblieben ist, sehen beide Städte in The Division 2 immer noch gut aus. Dabei sind die Stärken und Schwächen unverändert geblieben: Der Detailreichtum ist nach wie vor ungeschlagen und die Außengebiete sehen in Verbindung mit der sehr schicken Beleuchtung eindrucksvoll aus. Zur richtigen Tageszeit kann The Division 2 wunderschön sein. Nachts fällt der optische Eindruck dann allerdings ab, dasselbe gilt für viele Innengebäude. Beides sieht dann nur noch ordentlich aus.

Testsystem, Testsequenz und Einstellungen

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem Intel Core i9-9900K durchgeführt worden, der mit den Standard-Einstellungen betrieben wird und auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (14-14-14-32) zugreifen kann. „Windows 10 November 2019 Update“ (1909) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Treiber wurden der Adrenalin 20.2.2 und der GeForce 442.50 genutzt. Beide bieten zwar keine expliziten Optimierungen für Warlords of New York, sind aber natürlich für das Hauptspiel optimiert.

Die 25 Sekunden lange Testsequenz zeigt einen Lauf durch das Viertel „Two Bridges“ in der Nähe vom Safehouse. Die Szene bietet eine hohe Weitsicht, zahlreiche Details wie Trümmer sowie Müll, etwas Vegetation und auch viele Gebäude. Es handelt sich zwar nicht um ein Worst-Case-Szenario, jedoch um eine anspruchsvolle Sequenz, die so immer wieder auftaucht. Getestet wird im Spiel ausschließlich zwischen 12:00 und 14:00 Uhr bei schönem Wetter, sodass trotz der dynamischen Tageszeit und des Wetters konstante Bedingungen herrschen. Da dies den Testaufwand jedoch massiv erhöht, werden weniger Komponenten als gewöhnlich getestet.

In 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 wird im Test das Ultra-Preset genutzt, ohne dabei die Details weiter zu maximieren. In 3.840 × 2.160 wird für eine bessere Performance auf die Einstellung „Hoch“ zurückgeschaltet. Unabhängig von der Auflösung wird auf allen Grafikkarten DirectX 12 genutzt. Zwar gibt es Modelle, wo die Framerate mit DirectX 11 höher ausfällt, allerdings sind die Frametimes mit der Low-Level-API dennoch deutlich besser, sodass DirectX 12 insgesamt das bessere Spielerlebnis bietet.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Ultra-Preset, DirectX 12
2.560 × 1.440 Ultra-Preset, DirectX 12
3.840 × 2.160 Hoch-Preset, DirectX 12

DirectX 12 und DirectX 11 im Vergleich

Als The Division 2 vor ziemlich genau einem Jahr erschienen ist, war DirectX 12 ganz klar die API der Wahl im Spiel und lief stellenweise deutlich besser als DirectX 11. Mittlerweile haben sich allerdings sowohl das Spiel selbst, Windows 10 als auch die Grafikkarten-Treiber ein gutes Stück weiterentwickelt. Damit stellt sich die Frage, ob das immer noch der Fall ist.

Kurz und knapp gesagt: Ja, DirectX 12 ist auch in The Division 2: Warlords of New York unabhängig von der Grafikkarte die API der Wahl.

Das gilt auch für 1.920 × 1.080, wobei in der niedrigen Auflösung DirectX 11 noch am wenigsten zurückfällt. Nvidias Pascal-Generation hat mit DirectX 12 in dieser Auflösung wie üblich noch die größten Probleme. So steigen die FPS auf der GeForce GTX 1080 beim Wechsel von 11 auf 12 nur um 3 Prozent an, die Frametimes sind dagegen um 3 Prozent schlechter. Die drei anderen 3D-Beschleuniger zeigen derweil ein deutlich größeres Plus.

So verzeichnet die GeForce RTX 2070 Super durch DirectX 12 einen Zuwachs von 5 und 8 Prozent. Die AMD-Produkte legen wie gewohnt nochmal deutlicher zu. Die Radeon RX 5700 XT zeigt ein Plus von 15 und 17 Prozent, die Radeon RX Vega 64 von 19 und 15 Prozent.

DirectX 11 vs. DirectX 12 – 1.920 × 1.080
  • FPS, Durchschnitt:
    • GeForce RTX 2070 Super @ DX12
      95,1
    • GeForce RTX 2070 Super @ DX11
      90,3
    • Radeon RX 5700 XT @ DX12
      90,2
    • Radeon RX Vega 64 @ DX12
      80,9
    • Radeon RX 5700 XT @ DX11
      78,3
    • Radeon RX Vega 64 @ DX11
      68,0
    • GeForce GTX 1080 @ DX12
      66,6
    • GeForce GTX 1080 @ DX11
      64,5
  • 99,8th Percentile (Frametimes in FPS):
    • Radeon RX 5700 XT @ DX12
      75,2
    • GeForce RTX 2070 Super @ DX12
      73,8
    • GeForce RTX 2070 Super @ DX11
      68,1
    • Radeon RX 5700 XT @ DX11
      64,2
    • Radeon RX Vega 64 @ DX12
      63,2
    • Radeon RX Vega 64 @ DX11
      54,9
    • GeForce GTX 1080 @ DX11
      54,1
    • GeForce GTX 1080 @ DX12
      52,5

Sowohl in 2.560 × 1.440 als auch in 3.840 × 2.160 bricht DirectX 11 dagegen auf allen vier Testkandidaten gänzlich weg. Nicht bei den FPS, diese sind immer noch in Ordnung. Große Probleme gibt es jedoch bei den Frametimes, da das Spiel unter DirectX 11 immer mal wieder kurz hakt, was mit DirectX 12 nicht passiert.

Und so kommt es, dass selbst die GeForce GTX 1080 mit der Low-Level-API in WQHD 41 Prozent bessere Frametimes hat. Bei der GeForce RTX 2070 Super sind es 29 Prozent, bei der Radeon RX Vega 64 57 Prozent und bei der Radeon RX 5700 XT gar 64 Prozent. Bei der Framerate gibt es mit der GeForce RTX 2070 Super dagegen keinerlei Vorteile mehr, während die GeForce GTX 1080 gar langsamer wird. Die Radeon RX Vega 64 legt auch bei den Bildern pro Sekunde um 7 Prozent zu, die Radeon RX 5700 XT kommt auf dieselben Werte. Auch in Ultra HD ist DirectX 12 klar schneller als DirectX 11 oder mindestens gleich schnell. Nur die GeForce GTX verliert mit der neuen API 9 Prozent an FPS.

Anhand der Messwerte fällt die Entscheidung leicht: Wenn Windows 10 installiert ist, sollte zumindest bei einem schnellen Prozessor durchweg DirectX 12 genutzt werden. Je nach Hardware kann es sinnvoll sein, die APIs in The Division 2 auf dem heimischen Rechner selber zu vergleichen.

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