iFrogz Airtime Sport im Test: Mit Ohrbügel & Memory-Foam für risikobereite Sportler

Frank Hüber 10 Kommentare
iFrogz Airtime Sport im Test: Mit Ohrbügel & Memory-Foam für risikobereite Sportler

tl;dr: Die iFrogz Airtime Sport sind günstige kabellose Sport-In-Ears mit Ohrbügel. Im Test offenbaren sie, dass sie nicht nur auf Extras verzichten, sondern ebenso beim Klang erhebliche Schwächen offenbaren. Auch der Sitz im Ohr ist aufgrund starrer Bügel nicht optimal. Sportler sollten lieber mehr investieren.

Die Airtime Sport von iFrogz sind kabellose In-Ear-Kopfhörer, die auf Ohrbügel statt Ear-Wings setzen, um auch beim Sport stets einen festen Halt zu garantieren, der zudem sicherstellt, dass die Ohrhörer nicht verloren gehen. Darüber hinaus sind die Probanden nach IPX5 zertifiziert, womit sie gegen Schweiß und Regen geschützt sind.

Die unverbindliche Preisempfehlung der iFrogz Airtime Sport beträgt 89,99 Euro, im Handel sind sie jedoch schon für weniger als 70 Euro erhältlich. Neben Schwarz sind sie auch in den Farben Weiß und Mint verfügbar.

Neben den beiden Ohrhörern mit Sportbügeln befinden sich ein Ladecase, ein kurzes USB-C-auf-USB-A-Ladekabel, eine Kurzanleitung und insgesamt vier Ohrpassstücke im Lieferumfang. Von diesen Ohrpassstücken sind drei aus Silikon und eines aus Memory-Foam. Dieser Schaumstoff bietet eine besonders hohe Abdichtung und muss vor dem Einsetzen zwsichen den Fingern gerollt werden. Im Ohrkanal dehnt er sich dann aus, passt sich an die Form des Ohres an und dichtet es überall sicher ab. Sofern die Ohrpassstücke abgenutzt oder beschädigt werden, bietet iFrogz beziehungsweise die Muttergesellschaft ZAGG kostenlos lebenslang Ersatz – der Kunde muss jedoch die Versandkosten tragen.

Technische Daten im Vergleich

Das Ladecase der iFrogz Airtime Sport ist groß, da es auch die Sportbügel aufnehmen muss. Obwohl es vergleichsweise flach ausgelegt ist, ist es für die Hosentasche insgesamt zu groß. Die Abmessungen betragen 31,7 × 88,35 × 59,9 mm (H × B × T). Selbst das mit 39,5 × 84,4 × 30,8 mm große Ladecase der JBL Reflect Flow (Test), die ebenfalls für den Sport ausgelegt sind und auf Ear-Wings setzen, wird deutlich übertroffen. Ladecases wie das der Apple AirPods (53,5 × 44,3 × 21,3 mm), Apple AirPods Pro (Test) (60,6 × 45,2 × 21,7 mm) oder Samsung Galaxy Buds+ (Test) (38,8 × 70,0 × 26,5 mm) sind deutlich kleiner und im Alltag leichter mitzuführen. Jeder Ohrhörer der Airtime Sport wiegt 6 g, das Ladecase ohne Ohrhörer alleine 68 g.

Wireless Charging, 25 Stunden Gesamtwiedergabedauer

Der Akku im Ladecase hat eine Kapazität von 600 mAh, in den Ohrhörern misst sie je 45 mAh. iFrogz gibt die Akkulaufzeit mit insgesamt bis zu 25 Stunden an. Dies setzt sich aus 5 Stunden Akkulaufzeit über die Ohrhörer und viermaligem Aufladen im Ladecase zusammen. Über einen Schnelllademodus können die Ohrhörer innerhalb von zehn Minuten für eine weitere Stunde Musikwiedergabe mit Energie versorgt werden. Aufgeladen wird das Ladecase wahlweise über USB-C oder drahtlos nach Qi-Standard. Vier LEDs an der Vorderseite zeigen den Akkustand an.

Im Test hielten die Ohrhörer mit einer Akkuladung bei mittlerer Lautstärke rund 4,5 Stunden durch. Das Aufladen im Ladecase dauert rund eine Stunde und des Ladecases selbst hingegen etwas über 2 Stunden via USB-C.

iFrogz Airtime Sport
iFrogz Airtime Sport
iFrogz Airtime Sport
iFrogz Airtime Sport

Bluetooth ohne Multi-Connect, mit AAC

Für die Übertragung zum Smartphone setzen die Airtime Sport auf Bluetooth 5.0. Neben SBC unterstützen die Probanden auch den Audio-Codec AAC. Bluetooth-Multi-Connect, um die Ohrhörer gleichzeitig mit mehreren Endgeräten – beispielsweise Smartphone und Tablet – per Bluetooth zu verbinden, beherrschen sie hingegen nicht. Die Kopplung muss somit immer wieder manuell mit einem anderen Endgerät angestoßen werden, wenn sie nicht mit dem zuletzt verbundenen Endgerät genutzt werden sollen.

TWS-In-Ears und -Earbuds im Vergleich
iFrogz Airtime Sport JBL Reflect Flow Jaybird Vista JBL Tune 220TWS Huawei FreeBuds 3i Sony WF-1000XM3 Sennheiser Momentum True Wireless 2 Samsung Galaxy Buds+ Bose SoundSport Free Jabra Elite 75t
Akkulaufzeit Ohrhörer 5 h 10 h 6 h 3 h 3,5 h 8 h 7 h 11 h 5 h 7,5 h
Akkulaufzeit mit Ladecase 25 h 30 h 16 h 19 h 13 h 32 h 28 h 22 h 15 h 28 h
Wireless Charging Ja Nein Ja Nein
ANC Nein Ja Nein
Bluetooth-Standard 5.0 5.1 5.0 4.1 5.0
Audio-Codecs SBC, AAC SBC, AAC SBC, AAC SBC, AAC SBC, AAC, aptX, aptX LL SBA, AAC, SSC SBC, AAC SBC, AAC
USB-Typ USB-C Micro-USB USB-C Micro-USB USB-C Micro-USB USB-C
Gewicht je Ohrhörer / nur Ladecase 6 / 68 g 8 / 73 g 6 / 32 g 5,0 / 45 g 5,4 / 51 g 8,5 / 77 g 6,0 / 58 g 6,3 / 39,6 g 9 / 80 g 5,5 / 35 g
Zertifizierung IPX5 IPX7 Keine IPX4 IPX2 IPX4 IP55
Preis 70 Euro 125 Euro 180 Euro 90 Euro 119 Euro 195 Euro 299 Euro 130 Euro 165 Euro 180 Euro

Für den Klang ist ein 6 mm großer Neodym-Treiber verantwortlich. Weitere technische Details nennt iFrogz zu den Airtime Sport nicht.

IPX5 für Schutz gegen Wasser

Wie bereits erwähnt, sind die iFrogz Airtime Sport nach IPX5 zertifiziert. Anders als die JBL Reflect Flow, die IPX7 bieten, können sie somit nicht zeitweilig untergetaucht werden. Regen und Schweiß können ihnen hingegen ebenfalls nichts anhaben.

Rechter Ohrhörer Master, eingeschränkte Einzelnutzung

Der rechte Ohrhörer fungiert als Master und gibt das Signal an den linken Ohrhörer weiter. Wird nur der linke Ohrhörer aus dem Ladecase genommen, verbindet sich dieser nicht mit dem Smartphone. Es muss somit immer der rechte Ohrhörer aus dem Case genommen werden, damit die Airtime Sport genutzt werden können. Dabei kann der rechte Ohrhörer auch alleine genutzt werden, wenn nur er entnommen und verbunden wird.

Steuerung mit Fehleingaben über Touch

Die iFrogz Airtime Sport werden per Touch bedient. Hierzu sind an beiden Ohrhörern außen große Touchflächen. Dies hat den Vorteil, dass man die Ohrhörer bei der Bedienung nicht zusätzlich ins Ohr drückt. Bei den aktuellen Probanden kam es so aber auch immer wieder zu ungewollten Eingaben über die Touchflächen – insbesondere beim Einsetzen ins und Fixieren im Ohr. Bei der Bedienung ist zudem entscheidend, wie lange der Finger die Touchfläche berührt, was etwas Übung erfordert. Ein zu kurzer Drück löst so immer wieder keine Aktion aus.

Ein einmaliges Tippen auf einem der beiden Ohrhörer startet oder pausiert die Wiedergabe. Zweimaliges Tippen springt links einen Track zurück und rechts einen Track vor. Dreimaliges Drücken aktiviert den Sprachassistenten des verbundenen Smartphones. Wird der Finger auf der Fläche gelassen, reduziert (links) beziehungsweise erhöht (rechts) dies die Lautstärke. In der Praxis gibt es dabei eine kleine Verzögerung, die dazu führt, dass die Lautstärke immer noch eine Stufe weiter reduziert oder erhöht wird, wenn man den Finger bereits wieder angehoben hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellen ist aber wenigstens eine Steuerung der Lautstärke über die Ohrhörer möglich. Anrufe lassen sich durch einmaliges Antippen annehmen und durch zweimaliges Tippen beenden oder ablehnen.

Außerhalb des Ladecases kann ein Ohrhörer deaktiviert werden, indem das Touchfeld 10 Sekunden gedrückt wird. Ein langer Druck schaltet ihn wieder ein. Nach 20 Minuten Inaktivität stellen sich die Ohrhörer automatisch aus.

Kein automatisches Pausieren

Die iFrogz Airtime Sport pausieren die Wiedergabe nicht, wenn sie aus dem Ohr genommen werden. Hierfür haben sie keinen Sensor.

Keine App

Auch die iFrogz Airtime Sport verzichten vollständig auf eine eigene App. Firmware-Updates können vom Käufer somit ebenso wenig vorgenommen werden wie eine Anpassung der Bedienung oder des Klangs.

Die Sportbügel sind zu starr

Die Memory-Foam-Passstücke erzeugen eine sehr hohe Isolierung, wenn man sie vor dem Einsetzen ausreichend zusammendrückt und dann schnell ins Ohr einsetzt, da sie vergleichsweise dick ausfallen. Nur dann bieten sie auch einen festen Halt. Der aufgebaute Druck im Ohr ist dabei zwar spürbar, aber nicht unangenehm hoch.

Die Sportbügel sind eine gute Unterstützung, allerdings vergleichsweise starr ausgelegt. Im Test hat es sich als zielführend erwiesen, die Ohrhörer im Ohr auszurichten und nicht zu versuchen, den Bügel möglichst nah am Ohr anzulegen, da dies immer wieder die Ohrhörer aus den Ohren geschoben hat. Eine optimale Position aus Ohrhörern und Ohrbügeln ließ sich im Test nicht erzielen. Einen unangenehmen Druck entfalten die Sportbügel, die so nur an der Rückseite der Ohrmuscheln anliegen, nicht.

Für Brillenträger ist zu beachten, dass die Bügel mit der Brille kollidieren und beides nicht zusammen genutzt werden kann. Die Sportbügel der Airtime Sport lassen sich nicht abnehmen.

Auf der nächsten Seite: Klang, Latenz und Fazit