Arctic Freezer 34 eSports Duo im Test: Kampfansage aus der Budget-Ecke

Thomas Böhm
190 Kommentare
Arctic Freezer 34 eSports Duo im Test: Kampfansage aus der Budget-Ecke

tl;dr: Arctic bietet mit dem Freezer 34 eSports Duo einen außergewöhnlichen Tower-Kühler. Nicht nur die Vielfalt an Farbvarianten, sondern vor allem das herausragende Preis-Leistungs-Verhältnis fällt auf. Abgerundet wird der Kühler mit zwei laufruhigen Serienlüftern.

Der Kühlerhersteller Arctic ist bekannt für Produkte mit aggressiver Preisgestaltung. Es wird nicht die Premiumklasse mit hohem Kaufpreis adressiert, sondern Luftkühler und AiO-Wasserkühlungen zu (im Vergleich zur Konkurrenz) niedrigen Preisen angeboten. Als Beispiele sind hier die aktuelle AiO-Wasserkühlungsreihe Arctic Liquid Freezer II 240 (Test) sowie der Tower-Kühler Arctic Freezer 33 (Test) zu nennen, die beide am unteren Ende der Preisempfehlungen innerhalb ihrer Größenkategorie rangieren.

Mit dem Arctic Freezer 34 eSports beerbt der Hersteller den Arctic Freezer 33 eSports (Test), bei dem durch eine Beschichtung des Kühlturms sowie per Lüfter mit farbigen Akzenten die Klientel von Budget-orientierten Käufern auf Nutzer von PC-Gehäusen mit Sichtfenster und zur Schau gestellter Hardware ausgeweitet wird.

Arctic Freezer 34 eSports Duo
Arctic Freezer 34 eSports Duo

Arctic bietet den Freezer 34 in mehreren Versionen an. Die Standardvariante lockt mit dem günstigsten Preis. Zusätzlich gibt es den Freezer 34 CO, dessen Ventilator über ein besonders verschleißarmes Doppelkugellager verfügt, was mit dem Kürzel CO („continuous operation“) zum Ausdruck gebracht wird. In der eSports-Version werden sowohl die kupfernen Heatpipes als auch die Aluminiumlamellen entweder in Schwarz oder in Weiß beschichtet und mit Lüftern mit farbigen Applikationen kombiniert. Das höchste Kühlvermögen bietet der Arctic Freezer 34 eSports Duo, der mit zwei Ventilatoren im Push-Pull-Verfahren bestückt ist.

Damit deckt Arctic eine Preisspanne von knapp 23 Euro für den einfachen Freezer 34 bis circa 35 Euro für die Variante eSports Duo ab. Im Test muss die weiße eSports-Version sowohl mit einem als auch mit zwei Lüftern zeigen, wie sie sich im Vergleich zu ihrem Vorgänger und der Konkurrenz schlägt.

Arctic Freezer 34 (eSports Duo)
Bauform: Tower
Größe (L × B × H): 103 × 124 × 157 mm (mit Lüfter)
Gewicht: 847 g (mit Lüfter)
Heatpipes: Kupfer, 4 × 6 mm (Ø)
Direct Touch/Contact
Lamellen: Aluminium, 54 Stück
Kühler-Montage: Zweistufige Halterung mit Rückplatte
Lüfter (Modell 1): 2 × 120 × 120 × 27,0 mm
Hydraulisches Lager
200 – 2.100 U/min
4-Pin-PWM
Lüfter (Modell 2):
Lüfter-Montage: Befestigung: Drahtbügel
Entkopplung: Lüfterrahmen
Kompatibilität: AMD: Sockel AM4
Intel: LGA 2066/2011/LGA 1200?/115x
Preis: ab 37 €

Arctic Freezer 34 eSports Duo im Detail

Eine Besonderheit am Freezer 34 eSports Duo ist bereits die Farbwahl: Weiße Kühler sind eine Seltenheit. Üblicherweise bleibt es bei „naturbelassenen“ Aluminiumlamellen oder einer schwarzen Beschichtung. Abseits davon halten sich die Änderungen des Freezer 34 im Vergleich zum Freezer 33 in Grenzen: Nach wie vor setzt der Hersteller auf vier Heatpipes mit je 6 mm Durchmesser, die der CPU per „Heatpipe Direct Touch“ aufliegen.

Der Freezer 34 bleibt ein symmetrisch aufgebauter Tower-Kühler für 120-mm-Lüfter. Im Detail zeigt sich, dass die Heatpipes im Kühlturm anders angeordnet sind als beim Vorgänger: Beim Freezer 33 waren die vorderen und hinteren Heatpipes im Kühlturm zueinander versetzt, wohingegen diese beim Nachfolger aus Sicht des Lüfters direkt hintereinander im Radiator verbaut sind. In der abschließenden obersten Lamelle ist außerdem das Logo des Herstellers eingestanzt.

Serienlüfter

Arctic hat den Serienlüfter des Freezer 34 ausgetauscht. Beim ursprünglichen Freezer 33 kam ein Arctic F12 (Test) in einer Sonderversion für den CPU-Kühler zum Einsatz. Für den Freezer 33 eSports rüstete Arctic auf den deutlich laufruhigeren BioniX F120 auf. Der Freezer 34 setzt durchgängig in allen Varianten auf BioniX P120, die mit nur fünf anstelle von neun Lüfterschaufeln für den Einsatz auf Kühlkörpern optimiert sind. Als praktischen Zusatz gibt es in die Anschlusskabel der Lüfter integrierte Y-Weichen, sodass beide Ventilatoren zusammen über einen einzigen Lüfteranschluss auf dem Mainboard mit Strom versorgt werden können.

Im Testsystem erreicht die Serienbelüftung ein Drehzahlintervall von 260 bis 2.025 U/min mittels PWM-Steuerung. Das liegt innerhalb der üblichen Toleranzen für die vom Hersteller angegebenen 200 bis 2.100 U/min und ergibt ein sehr breites und damit gut den eigenen Präferenzen anpassbares Drehzahlband. Bei niedrigen Drehzahlen verhalten sich die Lüfter angenehm ruhig: Keine Nebengeräusche stören, sodass dem Freezer 34 eine volle Eignung für Silent-PCs attestiert werden kann.

Laufgeräusche sollten mit den P120 nicht vorkommen

Einer der beiden Serienlüfter hat allerdings mit einem von der Lage des Ventilators abhängigen Laufgeräusch zu kämpfen. Da dies weder beim zweiten Serienlüfter noch bei den Serienlüftern des Arctic Liquid Freezer II 240 (Test) vorkam, hat ComputerBase beim Hersteller nachgefragt: Arctic versichert, dass in einem solchen Fall die Herstellergarantie greift. Sollte ein Käufer von diesem Problem betroffen sein, kann er den Support direkt kontaktieren und erhält nach Vorlage des Kaufbelegs ein Austauschprodukt.

Die folgende Aufnahme wurde vom betroffenen Serienlüfter zu verschiedenen Drehzahlstufen erstellt. Das zwischen 800 und 1.500 U/min hörbare klickende Geräusch tritt im Normalfall bei den P120-Lüftern nicht auf. Vergleichsaufnahmen ohne das Laufgeräusch sind bei den Messergebnissen des Kühlers auf der folgenden Seite zu finden.

Arctic Freezer 34 eSports Duo Laufgeräusch Serienlüfter 800-1.200-1.500-2.025 U/min

Lieferumfang

Der Lieferumfang des Freezer 34 eSports Duo fällt wie für Arctic üblich minimalistisch aus. Der Hersteller spart sich die gedruckte Montageanleitung und legt dem Kühler stattdessen eine Karte mit QR-Code bei, der den Link zur Website mit der dort vorliegenden Anleitung enthält. Wärmeleitpaste gibt es in einer kleinen Tüte und dazu das für die Befestigung des Kühlers sowie der Lüfter notwendige Zubehör. Weitere Beilagen wie ein Schraubendreher werden vergeblich gesucht: Irgendwo muss der Rotstift angesetzt werden.

Arctic Freezer 34 eSports Duo: Lieferumfang
Arctic Freezer 34 eSports Duo: Lieferumfang

Praktisch, aber erst auf den zweiten Blick sichtbar: Arctic markiert die drei Sets an Abstandshaltern des Montagematerials für die Sockel AM4, 115x/1200 und 2011/2066 mit keiner (115x), einer (AM4) und zwei (2011) Einkerbungen, sodass diese schnell und sicher voneinander unterschieden werden können.

Montage im Testsystem

Arctic hat die Montage des Freezer 34 im Vergleich zum Vorgänger überarbeitet. Während beim Freezer 33 noch ohne Abstandshalter gleichzeitig mit Backplate, Kühler und Schrauben jongliert werden musste, kommen beim Freezer 34 Abstandshalter zum Einsatz, die zunächst mit der Backplate verschraubt werden. Für den Sockel AM4 im Testsystem nutzt man die Backplate, die dem Mainboard beiliegt. Anschließend wird der Kühler, auf dem zuvor Haltebügel verschraubt werden, aufgesetzt und mit vier Schrauben befestigt. Die Montage des Kühlers gestaltet sich unkompliziert und kann auch von Anfängern ohne Probleme durchgeführt werden. Als einziges Hilfsmittel wird ein handelsüblicher Kreuzschlitz-Schraubendreher benötigt.

Der Freezer 34 eSports Duo gibt sich trotz seiner beiden Lüfter unkompliziert. Mit einer Bauhöhe von 157 mm bleibt er unter der magischen Grenze von 16 cm, die für viele Gehäuse eine Limitierung darstellt. Durch den schlanken Kühlturm bleibt der Frontlüfter weit genug von RAM-Slots entfernt, um keinerlei Höheneinschränkungen für Arbeitsspeicher mit Kühlrippen zu verursachen. Auch zu den Erweiterungs-Slots hält der Kühler einen großzügigen Abstand. Eine Drehung des Modells in 90°-Schritten ist mit dem Montagesystem des Freezer 34 nur auf Intel-Systemen, nicht aber auf dem Sockel AM4 möglich.

Auf der nächsten Seite: Messergebnisse und Fazit