NUC9 Extreme Ghost Canyon im Test: Fazit und Empfehlung

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Volker Rißka 103 Kommentare

Der Intel NUC9 Extreme ist ein interessantes Stück Hardware, weil seine Plattform auf lediglich 5,0 Litern Volumen auf Wunsch eine sehr hohe Leistung bereitstellen kann. Interessant und empfehlenswert sind in diesem Fall aber ganz klar zwei Seiten der Medaille.

8 Kerne und 16 Threads mit einem auf dauerhaft 65 Watt angehobenen Verbrauchs-Limit bieten in Form des Core i9-9980HK hohe Leistung, vor allem in Zwischensprints, in denen die CPU über 100 Watt aufnehmen darf. Das mit bis zu 5 GHz Takt zeigt, gepaart mit schnellem Arbeitsspeicher und flotten SSDs gibt es kaum Limits, weshalb die Performance mit aktuellen, bereits Comet-Lake-S basierenden Sechskern-CPUs gleichziehen kann, die in höherer TDP-Klasse unterwegs sind. Kommt eine der wenigen sehr kompakten GeForce RTX 2070 dazu, steht auch anspruchsvollen Spielen nichts im Weg, wenngleich die Leistung in Summe nicht an die eines ausgewachsenen PCs mit GeForce RTX 2070 herankommt.

Das NUC-Gehäuse ist bis auf das Markenzeichen „Totenkopf“ schlicht gehalten, viele Lüfter im Inneren sorgen für ausreichende Kühlung, brüllend laut wird das System dabei nicht. Die Anschlüsse sind Standard, der Kunde dürfte nichts vermissen.

Intel NUC9 Extreme
Intel NUC9 Extreme

Dem entgegen steht neben Einschränkungen beim Auf- und Umrüsten der Preis. Die Kosten für einen komplett ausgestatteten NUC9 Extreme werden dem Namenszusatz ebenfalls gerecht, selbst die kleineren Varianten, sofern sie denn jemals größer verfügbar werden, sind nicht günstig. Unter 2.000 Euro ist eine Core-i9-Version mit ein wenig Ausstattung nicht zu erhalten, das Testmodell rangierte bei rund 2.800 Euro. Empfehlenswert ist der Griff zu Ghost Canyon damit zweifelsohne nicht.

Ghost Canyon dürfte damit am Ende als klassisches Einhorn enden. Ein Third-Party-Markt existiert beim normalen NUC schon beinahe nicht. Hersteller, die sich nun auch noch an diesem Format versuchen wollen, sind hohen Kosten und vermutlich geringen Absatzzahlen ausgesetzt. Dass neben Intel noch jemand auf den Zug aufspringt, ist sehr unwahrscheinlich.

Einige der Ideen werden wie zuletzt bei der Compute Card auch von dieser Art „Compute Element“ vermutlich in anderen Produkten aufgehen, aber eine weitere „PCIe-PC-Karte“ eher nicht in dieser Form erscheinen. Anders ist es beim viel kompakteren „Compute Element“, das bisher bei den NUC8 schon genutzt wird. Dieses hat eine Zukunft, die Intels Roadmap bereits dargelegt hat.

ComputerBase hat den NUC9 Extreme von Intel zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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