Im Test vor 15 Jahren: Sockel-939-Mainboards mit nForce 4 SLI von Asus bis MSI

Robert McHardy 78 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Sockel-939-Mainboards mit nForce 4 SLI von Asus bis MSI

tl;dr: Mit neuem Testsystem und neuer Methodik widmete sich ComputerBase im August 2005 drei Sockel-939-Mainboards mit Nvidias nForce-4-Chipsatz (Test). Die Motherboards stammten von Asus, Gigabyte und MSI und reichten preislich von 135 bis 160 Euro.

Der Chipsatz machte die Musik

Mit dem nForce 4 SLI als Chipsatz stellten alle drei Modelle die Speerspitze des jeweiligen Portfolios dar. Die Ausstattung der drei Mainboards war größtenteils gleich und unterschied sich nur in wenigen Bereichen marginal. Das war beispielsweise bei den verbauten Soundkarten, SATA- und Ethernet-Controllern der Fall. Das MSI K8N Diamond bot über den Silicon Image 3132 zwei SATA-300-Anschlüsse, während Asus und Gigabyte über den Silicon Image 3114 vier SATA-150-Anschlüsse bereitstellten.

Ausstattung
Features Asus A8N-SLI Premium Gigabyte GA-K8NXP-SLI MSI K8N Diamond
Chipsatz Nvidia nForce 4 SLI
Ausbaufähigkeit
für Prozessoren
AMD Athlon 64
AMD Athlon 64 FX
AMD Athlon 64 X2
(ab BIOS 1005)
AMD Athlon 64
AMD Athlon 64 FX
AMD Athlon 64 X2
(ab BIOS F8)
AMD Athlon 64
AMD Athlon 64 FX
AMD Athlon 64 X2
(ab BIOS 1.4)
HyperTransport-Bus
1.600 MHz Ja
2.000 MHz Ja
Speichertakt/typ
266 MHz/PC 2100 Ja
333 MHz/PC 2700 Ja
400 MHz/PC 3200 Ja
Dual-Channel-Modus verfügbar
Maximaler RAM-Ausbau 4 GByte (4 Slots)
Onboardgrafik Nicht vorhanden
Onboardsound Realtek ALC850
AC97 Audio
8 Kanäle
Creative Soundblaster Live!24
HD Audio
8 Kanäle
Steckplätze 2x PCIe x16
1x PCIe x1
1x PCIe x4*
3x PCI
2x PCIe x16
2x PCIe x1
2x PCI
2x PCIe x16
3x PCI
* Der PCIe x4-Anschluss hat eine Bandbreite von 1 GB/s
WLAN-Fähigkeit Nein Ja
(W-LAN 802.11b/g
- 54 Mbit/s)
Ja, optional lieferbar
(W-LAN 802.11b/g
- 54 Mbit/s)
HDD-Controller
ATA 133/100/66 4 Geräte
Cross-RAID mit SATA
Serial ATA nForce 4
SATA 300
4 Geräte
(RAID 0,1, 0+1, JBOD)

Silicon Image 3114
SATA 150
4 Geräte
(RAID 0, 1, 0+1, 10,5, JBOD)
nForce 4
SATA 300
4 Geräte
(RAID 0,1, 0+1, JBOD)

Silicon Image 3132
SATA 300
2 Geräte
(RAID 0, 1, 0+1, 10,5*, JBOD)
* Der RAID-Modus 5 des SiI 3132 erfordert einen Port-Replikator,
da mindestens drei HDDs benötigt werden
Verfügbare Anschlüsse
USB 2.0 4x über Rear-
Panel

6x über Mainboard-
Header
IEEE 1394 Ports 1x über Rear-
Panel

1x über Mainboard-
Header
3x über Mainboard-
Header
1x über Rear-
Panel

2x über Mainboard-
Header
LAN Marvell 88E1111 (PHY) und
Marvell 88E8001 (PCI)
LAN-Controller

Dual Gigabit Ethernet
Marvell 88E1111 (PHY) und
Marvell 88E8053 (PCIe)
LAN-Controller

Dual Gigabit Ethernet
Vitesse VSC8201 (PHY) und
Marvell 88E8053 (PCIe)
LAN-Controller

Dual Gigabit Ethernet
Weitere Anschlüsse 1x Parallel
2x PS/2
6x Audio
1x Optical S/PDIF out
1x Coaxial S/PDIF out
1x Parallel
2x PS/2
6x Audio
1x Coaxial S/PDIF in
1x Coaxial S/PDIF out
1x Seriell
1x Parallel
2x PS/2
6x Audio
1x Optical S/PDIF out
1x Coaxial S/PDIF out

Asus, Gigabyte und MSI im Vergleich

Jedes der Mainboards hatte abseits des Chipsatzes ein paar Eigenheiten. Das Asus A8N-SLI Premium konnte beispielsweise mit einer SATA-Slotblende aufwarten, die es erlaubte, bis zu zwei SATA-Laufwerke extern an den Computer anzuschließen. Zudem besaß es einen zusätzlichen Stromanschluss in Nähe der PCI-Express-Steckplätze, der beim Betrieb von zwei Grafikkarten für eine stabilere Stromversorgung genutzt werden sollte.

Beim GA-K8NXP-SLI setzte Gigabyte andere Prioritäten. Zum einen legte der Hersteller eine DPS-Steckkarte bei, die aus der dreiphasigen Spannungsversorgung eine sechsphasige machte. Das erlaubte es einerseits, dass die Karte die Spannungsversorgung übernahm, falls die des Mainboards ausfiel. Im normalen Betrieb konnte die Last andererseits zwischen den beiden Spannungsversorgungen aufgeteilt werden, um die Temperaturen zu senken und die Langlebigkeit der Komponenten zu erhöhen. Des Weiteren befand sich eine WLAN-Karte im Lieferumfang, die nach 802.11 b/g funkte. Der relativ weit unten verbaute Sockel des Mainboards ermöglichte die Montage ausladender CPU-Kühler.

Das sogenannte D-Bracket von MSIs K8N Diamond zeigte über vier Status-LEDs den aktuellen Bootstatus an. Damit konnte es nützliche Informationen bei der Suche nach defekter Hardware liefern. Ein weiteres „Feature“ war die aktive Chipsatzkühlung, die durch den hohen Lärmpegel im Betrieb negativ auffiel. Zusätzlich kühlte MSI die Spannungsversorgung aktiv mit einem kleinen, lärmenden Lüfter. Die beiden Mini-Lüfter belegten damit bereits zwei der vier verfügbaren Lüfter-Anschlüsse.

Bei der Leistung auf Augenhöhe

Große Unterschiede hinsichtlich der Leistung zwischen den Mainboards gab es nicht. In Anwendungen war keine der Platinen deutlich schneller als eine andere. Bei den Schnittstellen konnte MSI aufgrund des Silicon Image 3132 mit doppelt so hoher Geschwindigkeit gegenüber der Konkurrenz den Sieg einfahren. Asus hinkte bei der Verwendung von zwei Grafikkarten in einem SLI-Verbund leicht hinter Gigabyte und MSI hinterher.

Eine klare Empfehlung gab es vor 15 Jahren nicht. Alle drei Mainboards hatten Stärken und Schwächen. Mit einem Preis von 135 Euro bot Gigabyte das GA-K8NXP-SLI am günstigsten an. Das MSI K8N Diamond folgte mit 140 Euro und das Asus A8N-SLI Premium war mit 160 Euro am teuersten. Anhand ihrer Anwendungszwecke mussten Nutzer abwägen, ob und welches der Mainboards am besten für sie geeignet war.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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