Im Test vor 15 Jahren: Silverstones HTPC-Gehäuse mit integriertem Display

Robert McHardy 37 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Silverstones HTPC-Gehäuse mit integriertem Display

tl;dr: Das Silverstone SST-LC10B-M (Test) war eines von vielen Home-Theater-PC-Gehäusen, die sich 2005 immer weiter durchsetzten. Mit einer Infrarot-Fernbedienung und einem eingebauten Display grenzte es sich von der Konkurrenz ab. Vollkommen überzeugen konnte es dennoch nicht.

Kompakt hieß auch wenig Platz

Das Silverstone SST-LC10B-M maß 163 × 430 × 429 mm (H × B × T) bei einem Gewicht von 8 kg. Insbesondere die Breite des Gehäuses war wichtig, damit es in Hi-Fi-Racks, die typischerweise zwischen 44 und 46 cm Platz boten, unterkommen konnte. Silverstone setzte für das Gehäuse selbst auf 1 mm dicken Stahl, wobei die Front aus Aluminium gefertigt wurde. Für Laufwerke standen intern vier 3,5-Zoll-Schächte und einer mit 5,25 Zoll zur Verfügung. Extern besaß das SST-LC10B-M einen weiteren 5,25-Zoll-Schacht, für den eine passende Stealth-Blende mitgeliefert wurde, um ein eingebautes Laufwerk zu verstecken. In puncto Anschlüssen wurden viermal USB 2.0, einmal FireWire und zwei Audio-Schnittstellen geboten. Eines der Highlights des Silverstone-Gehäuses war das iMON Home Theatre VFD – ein eingebautes Display, das ähnlich wie bei einem DVD-Player die Wiedergabeinformationen anzeigte.

Für die Kühlung der verbauten Hardware sorgten die drei verbauten Lüfter. Zwei davon maßen 60 mm und drehten mit 3.600 U/min, während der verbliebene Lüfter auf 80 mm kam und mit 2.050 U/min arbeitete. Aufgrund des beschränkten Platzangebotes konnte nicht jede Hardware problemlos verbaut werden. Grafikkarten mit einer Länge über 19 cm konnten mit verbauten Festplatten kollidieren. Des Weiteren war es möglich, dass sich Festplatten und Mainboards mit hohen Bauteilen in die Quere kamen. Eine weitere potentielle Problemquelle war die Montageposition des Netzteils. Dieses war mit lediglich einem Zentimeter Abstand zum Mainboard verbaut, sodass es bei der Verwendung großer CPU-Kühler zu Kollisionen kommen konnte.

Die HTPC-Fähigkeiten des SST-LC10B-M waren hervorragend. Die beigelegte Software beinhaltete nicht nur die Treiber für das Display und die Infrarot-Fernbedienung, sondern mit Multi-Median eine Software, die alle gängigen Video-, Audio- und Bildformate anzeigen und abspielen konnte. Das Display konnte neben Wiedergabe- auch Systeminformationen, aktuelle Wetterdaten oder andere, über das Internet ständig aktualisierte Daten anzeigen. Die Fernbedienung besaß abseits der üblichen Tasten einen Joystick, mit dem es möglich war, den Mauszeiger zu steuern.

Die Lautstärke war ein Kritikpunkt

Die kleinen, hochdrehenden Lüfter lieferten Anlass zur Kritik. Mit bis zu 56 dB(A) an der Hinterseite des Gehäuses war das SST-LC10B-M keinesfalls leise. Zudem verursachten die kleinen Lüfter ein unangenehmes, hochfrequentes Geräusch, das im Vergleich zu den von 120-mm-Lüftern verursachten Geräuschen deutlich unangenehmer war. Die gemessenen Temperaturen im Werkszustand waren zwar nicht überragend, aber nicht problematisch. Wer seinen HTPC leiser mochte, musste sich mit entsprechend höheren Temperaturen abfinden, die im Sommer auch für das Heruntertakten der Hardware sorgen konnten.

Das SST-LC10B-M war ein durchaus gelungenes Gehäuse für Heimanwender, die einen HTPC bauen wollten. Wer sich sicher war, dass die eigene Hardware problemlos in das Gehäuse passte, und bereit war, 170 Euro für das Modell mit Display und Fernbedienung (100 Euro ohne) zu zahlen, der war mit dem SST-LC10B-M gut beraten. Die hohe Lautstärke ließ sich mit besseren Lüftern von Drittherstellern und energieeffizienter Hardware wie einem Pentium M etwas eindämmen.

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