Samsung Galaxy Z Fold 2 im Test: Snapdragon 865 Plus statt Exynos 990

 4/5
Nicolas La Rocco
188 Kommentare

Faltbare Smartphones sind derzeit der einzige Weg für deutsche Kunden von Samsung, um ein Modell mit Snapdragon 865 Plus statt Exynos 990 zu erhalten. Samsung setzt den schnellsten Chip von Qualcomm im Galaxy Z Fold 2 und im Galaxy Z Flip 5G ein, während alle Varianten des Galaxy S20 und des Galaxy Note 20 hierzulande den hauseigenen Exynos 990 verwenden. In den USA oder Südkorea wäre das Ausstattungsmerkmal des Snapdragon 865 Plus keine Erwähnung wert, da in diesen Ländern auch die anderen Samsung-Smartphones auf Technik von Qualcomm setzen.

Das System on a Chip von Qualcomm ist bekanntermaßen etwas schneller als das Gegenstück von Samsung, sodass sich das Fold 2 in den Benchmarks für CPU und GPU vor das Galaxy S20 Ultra und das Galaxy Note 20 Ultra setzt. Gerade in den CPU-Benchmarks kommt der speziell für die Plus-Variante des Snapdragon 865 optimierte Prime-Core mit 3,1 GHz zum Tragen, sodass das Falt-Smartphone nur vom deutlich schnelleren A13 Bionic im iPhone 11 (Pro) geschlagen wird.

Hohe Leistung in Benchmarks und viel RAM

Das Fold 2 ist durch die Bank das bisher schnellste Android-Smartphone von Samsung und hält mühelos mit der vergleichbar ausgestatteten Konkurrenz von OnePlus, Oppo oder Sony mit. Diese in den Benchmarks hervorragenden Ergebnisse überträgt das Smartphone zudem erfolgreich in den Alltag, wo längere Ladezeiten quasi nicht existent sind. Wenn mehrere Anwendungen parallel ausgeführt werden, wie es dank des großen Displays häufiger als bei anderen Smartphones der Fall ist, entwickelt sich der Snapdragon 865 Plus nicht zum Flaschenhals. 12 GB LPDDR5-RAM sorgen in diesem Zusammenhang ebenfalls für ausreichend Reserven und verhindern, dass Apps häufig neu geladen werden müssen.

Mehr GPU-Leistung als bei Samsung

Spieler kommen mit dem Fold 2 ebenso auf ihre Kosten, denn die Adreno 650 des Snapdragon 865 Plus bietet ebenfalls eine höhere Performance als die gleiche Grafikeinheit im normalen Snapdragon 865. Qualcomm attestiert der GPU 10 Prozent mehr Leistung, was sich mit mehreren Benchmarks als ehrliche Angabe unter Beweis stellen ließ. Es ist somit nicht nur die CPU, mit der Qualcomm Samsung schlägt, auch in Spielen haben Nutzer eines Snapdragon-865-Smartphones einen Vorteil gegenüber Samsung.

Schneller Speicher ohne microSD-Erweiterung

Schneller Universal Flash Storage nach Version 3.1 sorgt im Fold 2 dafür, dass Zugriffe auf den Speicher in kurzer Zeit erledigt sind. Das Fold 2 schneidet mit seinen 256 GB auf einem Niveau zwischen Galaxy S20 Ultra und Galaxy Note 20 Ultra ab und zählt damit in puncto Speicher zu den schnellsten Smartphones am Markt. Bei Werksauslieferung stehen von den 256 GB im formatierten Zustand rund 223 GB frei für den Anwender zur Verfügung. Das Fold 2 ist eines der wenigen Smartphones von Samsung, deren Speicher sich nicht per microSD-Karte erweitern lässt. Alternative Speichergrößen gibt es aber ebenso wenig, sodass 256 GB das Minimum und zugleich das Maximum darstellen, alles weitere muss bei Engpässen über die Cloud abgewickelt werden. Im letzten Jahr war das erste, 150 Euro teurere Galaxy Fold noch mit 512 GB Speicher bestückt.

4.500 mAh verteilt auf zwei Akkus

Der Akku des Galaxy Z Fold 2 ist in zwei Komponenten aufgeteilt, die in den beiden Hälften des Smartphones verbaut und parallel entladen werden. Insgesamt liegt die gebotene Nennladung bei 4.500 mAh und damit auf demselben Niveau wie beim Galaxy Note 20 Ultra. Wie lange die Akkulaufzeiten mit dem Fold 2 ausfallen, ist stark davon abhängig, welches der beiden Displays primär oder wie lange verwendet wird.

Akkulaufzeiten im Überblick

Keines der ermittelten Benchmark-Ergebnisse sollte für sich alleine stehend für die Bewertung der Akkulaufzeit herangezogen werden, da es unrealistisch ist, dass ein Anwender ausschließlich das äußere oder ausschließlich das innere Display verwendet. Nur mit dem äußeren Display fallen die Akkulaufzeiten rekordverdächtig lang und nur mit dem inneren Display rekordverdächtig kurz aus. Die realistischen Laufzeiten des Alltags mit einem Mischbetrieb aus beiden Bildschirmen liegen dazwischen und können durchaus überzeugen.

Im Test kam es selbst bei intensiver Nutzung mit viel Navigation in Google Maps und häufigem Einsatz der Kamera nie zu Engpässen am späten Abend. An langen Tagen mit etwa 16 Stunden Nutzungszeit konnte der Akku durchaus auf 10 Prozent Restkapazität gebracht werden, Sorge über zu kurze Laufzeiten gab es aber zu keinem Zeitpunkt. Und das stellt zudem ein Extrembeispiel dar, bei dem das Smartphone den ganzen Tag über intensiv verwendet wurde. Einzig mit dauerhaftem Spielen hätte es problematisch werden können – Games kamen im zweiwöchigen Praxistests aber nicht zum Einsatz.

Realistisch gesehen liefert das Galaxy Z Fold 2 gute Akkulaufzeiten im Alltag. An den Tagen mit weniger intensiver Nutzung war der Akku zum späten Abend oftmals noch zu einem Drittel gefüllt. Ein Smartphone für volle zwei Tage Nutzung ist das Fold 2 zwar nicht, angesichts der gebotenen Ausstattung sind die Akkulaufzeiten aber respektabel. Obwohl die Nennladung mit 4.500 mAh auf demselben Niveau eines Galaxy Note 20 Ultra liegt, hinterließ das Falt-Smartphone im Test den deutlich besseren Eindruck.

Kabelloses Laden in beide Richtungen

Der Ladevorgang erfolgt beim Fold 2 über ein Schnellladegerät mit 25 Watt, alternativ steht kabelloses Laden über die Rückseite der unteren Hälfte zur Verfügung. Das kabellose Laden funktioniert auch in die entgegengesetzte Richtung, sodass sich zum Beispiel Kopfhörer im Ladecase mit Qi-Unterstützung auf der Rückseite laden lassen.

Auf der nächsten Seite: Fazit