C:\B_retro\Ausgabe_72\: Blick in die Geschichte der PC-Benchmarks

Sven Bauduin
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C:\B_retro\Ausgabe_72\: Blick in die Geschichte der PC-Benchmarks
Bild: MadOnion

ComputerBase beleuchtet die Geschichte der Benchmarks anhand der eigenen seit dem Jahr 2001 durchgeführten Produkttests von CPUs und Grafikkarten. Alles begann vor fast 20 Jahren mit dem 3DMark 2000, Aquamark und SiSoft Sandra 2001. In diesen zwei Jahrzehnten hat sich sowohl die Hardware als auch die Art sie zu testen geändert.

C:\B_retro\Ausgabe_72\Die_Geschichte_der_Benchmarks\

Mit der Inno3D Tornado GeForce 2 Ultra (Test) hatte ComputerBase, gegründet im Jahr 1999 als „TommyHPC“, am 19. Mai 2001 die erste Grafikkarte überhaupt im Test, nachdem die GeForce-2-Serie nach der Vorstellung der aus der GeForce 3, der GeForce 3 Ti 200 sowie der GeForce 3 Ti 500 bestehenden GeForce-3-Serie deutlich im Preis nachgelassen hatte.

Mit dem AMD Duron 950 bis Athlon XP 1,7+ (Test) hatte ComputerBase am 8. Januar 2002 dann auch wenig später den ersten CPU-Test online.

Seinerzeit kamen mit SiSoft – damals noch SiSoftware – Sandra, einem Akronym aus System Analyser, Diagnose und Report Assistent, in der Version 2001, dem ersten Aquamark sowie dem 3DMark 2000 und 2001 bereits Benchmarks zum Einsatz, die in ihrer aktuellen Version zum Teil auch noch heute Relevanz besitzen.

Andere Benchmarks wie Final Reality und der auf OpenGL basierende GLMark von Vulpine sind heutzutage hingegen weitestgehend in Vergessenheit geraten. C:\B_retro\ wirft einen Blick zurück auf die Benchmarks längst vergangener Tage.

/SiSoft_Sandra_2001/

Bevor die Redaktion am 8. Januar 2002 die Riege der insgesamt 12 Prozessoren in realen Anwendungen gegeneinander antreten ließ, wurden die theoretischen Leistungswerte der CPUs mit SiSoft Sandra 2001 ermittelt.

Die erstmals im Jahre 1997 vom britischen Softwarehaus SiSoftware veröffentlichte Benchmark-Suite beherrschte seinerzeit bereits sowohl die von AMD und Cyrix entwickelte sowie erstmals 1998 im AMD K6-II eingesetzte multimediale Befehlssatzerweiterung 3DNow! als auch SSE für die x86-Architektur.

Sandra Prozessor-Test

Sandra 2001 bot dem Tester gleich zwei Benchmarks, welche ausschließlich die Leistung des Prozessors ermitteln sollten.

Hierbei kam zum einen der Dhrystone-Benchmark zum Einsatz, der ursprünglich von Siemens entwickelt wurde, um die Leistung der Hauptprozessoren zu messen, zum anderen wurde über den Whetstone-Benchmark die Leistung der Co-Prozessoren bestimmt.

Sandra 2001 Prozessor Dhrystone
Sandra 2001 Prozessor Dhrystone
Sandra 2001 Prozessor Whetstone
Sandra 2001 Prozessor Whetstone

Sandra Multimedia-Test

Beim Multimedia-Test von SiSoft Sandra 2001 wurde ein Algorithmus eingesetzt, welcher auf der Chaostheorie von Mandelbrot basiert, der unter anderem auch beim Generieren von realistischen Naturobjekten wie Bergen oder Wolken zum Einsatz kam. Bei diesem Benchmark wurden auch die erweiterten Befehlssätze des Intel Pentium 4 sowie des AMD Athlon XP und Duron berücksichtigt.

Sandra 2001 Multimedia Integer
Sandra 2001 Multimedia Integer
Sandra 2001 Multimedia Floating Point
Sandra 2001 Multimedia Floating Point

Sandra Speicher-Test

Der Speicher-Test von Sandra belegte mindestens 50 Prozent des verfügbaren Arbeitsspeichers. Dieser Benchmark ermittelte die Leistung des Speicher-Subsystems ebenso wie die der Caches. Hierfür wurden sowohl arithmetische als auch Gleitkommaoperationen durchgeführt.

Sandra 2001 Memory Int ALU/RAM
Sandra 2001 Memory Int ALU/RAM
Sandra 2001 Memory Float FPU/RAM
Sandra 2001 Memory Float FPU/RAM

/3DMark_2000/

Der 3DMark ist ein CPU- und GPU-Benchmark, der primär die Leistungsfähigkeit von Grafikkarten ermittelt und Ende 1998 vom Entwickler MadOnion (später Futuremark) erstmals unter der Bezeichnung 3DMark 99 veröffentlicht wurde.

Der Nachfolger 3DMark 2000, welcher unter DirectX 7 lief, erschien im Jahr 2000 und ist auch noch heute über das Download-Archiv von ComputerBase erhältlich. Auch die Redaktion vertraute im ersten Test einer Grafikkarte auf ComputerBase diesem Benchmark und ließ die GeForce 2 Ultra gegen die Asus V6800, eines der Spitzenmodelle aus der GeForce256-Serie, antreten.

3DMark 2000
Einheit: Punkte
  • 1024x768x16:
    • GeForce2 Ultra
      8.162
    • Asus V6800
      5.354
  • 1024x768x32:
    • GeForce2 Ultra
      6.478
    • Asus V6800
      3.956

/3DMark_2001/

Zudem kam schon der 3DMark 2001 zum Einsatz, der bereits DirectX-8-Grafikkarten wie die GeForce 3 und die ATi Radeon 8500 (Test) und in der SE-Version zudem auch DirectX 8.1 unterstützte. Der User „webmaster442“ hat den 3DMark 2001 auf YouTube festgehalten.

Die ATi Radeon 8500 und 8500 LE hatte ComputerBase dann bereits im 3DMark 2001 SE im Test. Die GeForce 3 von Nvidia konnte von ATi's neuen Modellen im synthetischen Benchmark dann auch zumindest im 16-Bit-Test in Schach gehalten werden.

3DMark 2000 16 Bit
3DMark 2000 16 Bit
3DMark 2000 32 Bit
3DMark 2000 32 Bit

Heute nutzt ComputerBase den 3DMark für GPU-Tests nicht mehr, sondern testet mehr als ein Dutzend Spiele mit selbsterstellten Savegames, um die Spiele-Leistung möglichst praxisrelevant darstellen zu können.

/Vulpine_GLMark/

Der GLMark ist von der deutschen Softwareschmiede Vulpine entwickelt worden und ebenso wie der 3DMark 2000 und 3DMark 2001 für DirectX ein rein synthetischer Benchmark für OpenGL. Der YouTube-Kanal von „Bernie 2018“ hat den alten Benchmark für die Nachwelt archiviert.

Der Benchmark war seinerzeit hochkomplex und konnte bereits einige der neuen Features der GeForce 3 nutzen. Im Test von ComputerBase konnte sich die moderne Basis der GeForce 2 Ultra im Mai 2001 deutlich gegen ihren Vorgänger auf Basis der GeForce256 durchsetzen.

GLMark 1024x768x32
  • Average FPS:
    • GeForce2 Ultra
      51
    • Asus V6800
      20
  • Min FPS:
    • GeForce2 Ultra
      23
    • Asus V6800
      10
  • Max FPS:
    • GeForce2 Ultra
      151
    • Asus V6800
      52

Bereits am 21. Juni 2002 hatte die Redaktion die GeForce 4 Ti (Test) zu Gast, welche wiederum die GeForce 3 im GLMark deutlich in den Schatten stellen konnte.

Vulpine GL Mark
  • 1024x768:
    • GF4 Ti 4400
      106,1
    • GF4 Ti 4200-64
      100,9
    • GF4 TI 4200-128
      97,4
    • GF3 classic
      73,4
  • 1152x864:
    • GF4 Ti 4400
      95,8
    • GF4 Ti 4200-64
      89,3
    • GF4 TI 4200-128
      85,3
    • GF3 classic
      63,6
  • 1280x1024:
    • GF4 Ti 4400
      83,8
    • GF4 Ti 4200-64
      76,5
    • GF4 TI 4200-128
      72,8
    • GF3 classic
      54,1
  • 1600x1200:
    • GF4 Ti 4400
      63,9
    • GF4 Ti 4200-64
      57,6
    • GF4 TI 4200-128
      53,7
    • GF3 classic
      40,8

/Aquamark/

Der Aquamark war ein DirectX-8-Benchmark aus dem Hause Massive und basiert auf der Krass-Engine. Mit mehr als 160 Vertex Shadern wurden Spezialeffekte wie Layered Fog, Caustics, fotorealistische Materialien, Radiosity Lighting und Shadows in Echtzeit erzeugt. Pixel Shader wurden für Bump Mapping und maßgeschneiderte Lighting Effekte verwendet.

ComputerBase ließ bereits 2002 insgesamt 12 CPUs in zwei unterschiedlichen Auflösungen im Aquamark gegeneinander antreten. Der AMD Athlon XP 1,7+ erwies sich seinerzeit als leistungsstärkster Prozessor in diesem Roundup.

Aquamark 640x480
Aquamark 640x480
Aquamark 1024x768
Aquamark 1024x768

Noch im selben Jahr traten auch die GeForce 3 sowie die GeForce 4 Ti in dieser Disziplin gegeneinander an, wobei die neue Generation ihrem Vorgänger nicht den Hauch einer Chance ließ und in der Spitze fast 60 Prozent schneller arbeitete.

/Villagemark_D3D/

Villagemark D3D wurde von PowerVR Technologies entwickelt und diente dazu, die Vorzüge des Kyro2 (Test) zu verdeutlichen, da im VillageMark der Overdraw mit einem Faktor von bis zu 10 besonders groß ist.

Viele, besonders ältere Grafikkarten berechneten hier auch die Oberflächen, die durch andere verdeckt wurden und daher eigentlich nur verschwendete Bandbreite und Füllrate bedeuteten, so dass dieser grafisch eigentlich nicht sehr aufwendige Benchmark erstaunlich häufig zu einem Stolperstein wurde.

Am 24. November 2002 ließ die Redaktion die ATi Radeon 9700 Pro (Test) in diesem Benchmark gegen die GeForce 4 Ti 4600 antreten und ATi's Neuvorstellung ließ die Muskeln spielen.

Auch zum Villagemark D3D findet sich altes Videomaterial auf YouTube.

/Aquanox_D3D/

Mit dem Benchmark Aquanox D3D wurde seinerzeit getestet, wie sich die Verkaufsversion von Aquanox, die zunehmend häufiger als Bundle damals aktueller Grafikkarten beilag, auf eben diesen spielen ließ.

Auch die ATi Radeon 9700 Pro musste sich 2002 im Aquanox-Benchmark beweisen und konnte die direkte Konkurrenz aus dem Hause Nvidia deutlich abhängen. Getestet wurde die Magellan-Zwischensequenz mit vollen Details, die jeder Grafikkarte besonders durch das bis zu sechsfache Texturing des Meeresbodens das Äußerste abverlangte.

C:\B_retro\Ausgabe_72\Community_Feedback\

Welche Benchmarks hat die Community genutzt?

Welche Benchmarks hat die Community aus dem ComputerBase-Forum noch in besonders guter Erinnerung? Womit haben die ComputerBase-Leser ihre CPUs und GPUs getestet? Die Redaktion freut sich über reichlich Feedback in den Kommentaren zu dieser Ausgabe.

C:\B_retro\Feedback\

Feedback ist jederzeit willkommen

Die Redaktion freut sich über konstruktive Kritik, Lob, aber auch Vorschläge, um die Serie zukünftig noch stärker an den Wünschen der Leserschaft ausrichten zu können. Mit diesem Lesestoff im Gepäck wünscht die Redaktion einen erholsamen Sonntag.

C:\B_retro\Review\

Die letzten zehn Ausgaben in der Übersicht

An dieser Stelle finden sich die letzten zehn Themen der vorangegangenen Ausgaben von C:\B_retro\:

Noch mehr Inhalte dieser Art und viele weitere Berichte und Anekdoten finden sich in der Retro-Ecke im Forum von ComputerBase als auch in den Themenbereichen C:\B_retro\ und Retro.