HTC Vive Pro 2 im Test: Mit der höchsten Auflösung gegen die Valve Index

David Pertzborn
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HTC Vive Pro 2 im Test: Mit der höchsten Auflösung gegen die Valve Index

Die Vive Pro 2 ist eine echte Alternative zur Valve Index und ein massives Update gegenüber älteren VR-Headsets, die eierlegende VR-Wollmichsau ist sie allerdings nicht. Das eine perfekte VR-HMD gibt es damit auch weiterhin nicht, es sei denn, Schwächen der Pro 2 lassen sich noch über Updates beheben.

Die Valve Index (Test) trägt seit Veröffentlichung die High-End-Krone unter den VR-Headsets – für viele aus der Community, aber auch für die Redaktion. Mit der Vive Pro 2 versucht HTC die „nahezu perfekte“ Valve Index jetzt zu übertreffen und ein noch kompromissloseres PC-VR-Headset für Enthusiasten zu liefern. Der Test allerdings zeigt: Auch über ein Jahr nach Erscheinen der Valve Index ist das leichter gesagt als getan.

Auf dem Papier steht der Sieger fest

Ein kurzer Blick auf die technischen Spezifikationen sieht erst einmal vielversprechend aus, denn hier vereint HTC das Beste aus HP Reverb G2, Valve Index und der Vive Cosmos Elite und legt dabei in der Regel sogar noch eine Schippe drauf. Mit der „5K-Auflösung“ von 2.448 × 2.448 Pixeln pro Auge wird selbst die HP Reverb G2, wenn auch nur knapp, noch übertroffen.

HTC bietet damit vorerst wieder das am höchsten auflösende VR-Headset für Endkunden an, von Exoten wie PimaxVR oder StarVR One, die es nie in den Massenmarkt geschafft haben, einmal abgesehen.

Oculus Rift S HP Reverb G2 HTC Vive Pro HTC Vive Pro 2 Valve Index
Tracking Inside-out
5 Kameras
Inside-out
4 Kameras
SteamVR Tracking 1.0+2.0
Display LCD mit RGB OLED LCD mit RGB
Auflösung (pro Auge) 1.280 × 1.440 @ 80 Hz 2.160 × 2.160 @ 90 Hz 1.440 × 1.600 @ 90 Hz 2.448 × 2.448 @ 90, 120 Hz 1.440 × 1.600 @ 80, 90, 120, 144 Hz
Audio Integriert,
1 × 3,5 mm
IPD-Einstellung Software
58–72 mm
Mechanisch
60–68mm
Mechanisch
61–72 mm
Mechanisch
57–72mm
Mechanisch
58–70mm
Kabellänge 5 m Standard Edition 3,5 m
Professional Edition 4 m
4 m
+1 m zur Link Box
5m +1m
Benötigte Anschlüsse DP+USB 3.0 DP+USB 3.0 DP+USB 3.0
+ Steckdose

LCD mit drei Subpixeln statt OLED

Neben der gegenüber der ersten Vive Pro (Test) gestiegenen Auflösung hat sich der Display-Typ von OLED zu LCD geändert, was zwar zu weniger guten Schwarzwerten, dafür aber zu einer Reihe anderer Verbesserungen führt. Zu diesen zählt unter anderem die neue RGB-Subpixelmatrix, die drei statt nur zwei Subpixel je Pixel bietet, was den Fliegengittereffekt in Kombination mit der im Vergleich zur ersten Generation erhöhten Pixelfüllrate laut HTC praktisch eliminieren soll. Das gelingt im Test auch und ist eines der stärksten Argumente, das für die Vive Pro 2 spricht.

Testmethodik

Im Test muss sich die Vive Pro 2 der direkten Konkurrenz in Form der Valve Index und der HP Reverb G2 stellen. Die drei Kontrahenten müssen sich im Test zunächst in sechs verschiedenen Kategorien beweisen, werden daraufhin auf sonstige Stärken oder Schwächen untersucht und dann auf Grund des entstandenen Gesamteindrucks bewertet. Alle Tests wurden unter Windows 10 mit aktuellstem Software-Stand durchgeführt. Als Hardware kam ein AMD Ryzen 9 3900X zum Einsatz, der mit 32 Gigabyte Arbeitsspeicher nach DDR4-3200 im Dual-Channel-Modus bestückt war und die Daten für eine Nvidia GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition lieferte. Darüber hinaus wurden Test mit Radeon RX 6800, Radeon RX 5700 XT und GeForce GTX 1070 vorgenommen. Eine GeForce RTX 3000 stand kurzfristig nicht zur Verfügung, da die Tests nicht in der Redaktion in Berlin durchgeführt wurden und die Grafikkarten dort für den Test der GeForce RTX 3080 Ti benötigt wurden.

Nvidia GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition

Die sechs verschiedenen Bewertungskategorien sind Bildqualität, Audio-Qualität, Ergonomie, die einfache Nutzbarkeit sowie das Tracking von Headset und Controllern. Alle Bewertungen basieren auf den subjektiven Wahrnehmungen des Redakteurs und sind eher als relativer Vergleich zwischen den drei Headsets statt als absolute Werte zu verstehen. Zusätzlich wird in den Bereichen darauf eingegangen, wie groß das Upgrade von einem der frühen VR-Headsets wie der klassischen HTC Vive ist.