Sennheiser HD 250BT im Test: Klang, Telefonie, Latenz und Fazit

 2/2
Frank Hüber
24 Kommentare

Klang des Sennheiser HD 250BT

Der Sennheiser HD 250BT bietet insgesamt einen guten Klang, der nicht mit zu viel Bass Eindruck schinden möchte, sondern diesen sauber ausspielt und gut von den Mitten trennt. Das Klangbild ist allerdings nicht gänzlich neutral, denn die Tiefen und Höhen lassen die Mitten etwas zu sehr in den Hintergrund rücken und nicht klar genug auflösen, was sich etwa im Hintergrund in 15 Step von Radiohead bemerkbar macht. Die Mitten über die App etwas anzuheben, verbessert den Klang in dieser Hinsicht teilweise. Tiefbass wird auch bei leiser Lautstärke gut ausgespielt und ist für den Träger, trotz On-Ear-Bauweise, weiterhin zu hören. In Angel von Massive Attack kann sich der Bass hingegen bis zur mittleren Lautstärke nicht stark genug entfalten, um wirklich die Ohren des Trägers zu durchdringen. Gleiches gilt für den ähnlich gelagerten Bass in Vossi Bop von Stormzy, den der Sennheiser HD 250BT nicht ordentlich aus dem Treiber drücken kann.

Die Höhen wissen sich auf der anderen Seite so aber gut von den Mitten und Bässen abzusetzen, was Titeln wie Jack of Speed von Steely Dan oder Das Beste von Silbermond zugute kommt. Bei maximaler Lautstärke zeigen die Höhen keine störende Härte und kein Zischen. Klarheit und Dynamik können aber nicht mit einem Sennheiser Momentum 3 Wireless (Test) mithalten. Die Gitarren in Scott Street von Phoebe Bridgers und in Your Power von Billie Eilish klingen dann doch ein wenig schrummig. Teure Over-Ear-Modelle wie die Apple AirPods Max (Test) oder auch der Yamaha YH-E700A (Test) bieten den insgesamt noch mal klar besseren Klang – zu einem deutlich höheren Preis.

Im Vergleich zu anderen Kopfhörern muss die Lautstärke beim Sennheiser HD 250BT etwas höher gestellt werden, um denselben Schalldruck zu erreichen.

ANC oder einen Transparenzmodus bietet der On-Ear-Kopfhörer Sennheiser HD 250BT nicht, dichtet im Straßenverkehr aber auch nicht so stark ab, dass die Umgebung komplett ausgeblendet wird.

Telefonie für ruhige Umgebungen

Der Sennheiser HD 250BT kann für die Telefonie nur auf ein einzelnes Mikrofon mit Kugelcharakteristik zurückgreifen. Eine insgesamt gute Klangcharakteristik hat so mit kaum gefilterten Umgebungsgeräuschen und einer etwas dumpfen Stimme des Trägers zu kämpfen. Für laute Umgebungen ist der Kopfhörer somit schlechter geeignet als für ruhige.

Sennheiser HD 250BT – Mikrofonqualität
Yamaha YH-E700A – Mikrofonqualität
Urbanista Miami – Mikrofonqualität
Apple AirPods Max – Mikrofonqualität
Razer Opus – Mikrofonqualität
Marshall Major IV – Mikrofonqualität
Anker Soundcore Life Q30 – Mikrofonqualität
Skullcandy Crusher Evo – Mikrofonqualität
JBL Club One – Mikrofonqualität
JBL Club 950NC – Mikrofonqualität
Jabra Evolve2 85 – Mikrofonqualität
Jabra Elite 45h – Mikrofonqualität
Sony WH-1000XM4 – Mikrofonqualität
Sony WH-1000XM3 – Mikrofonqualität
Sony WH-CH710N – Mikrofonqualität
iFrogz Airtime Vibe – Mikrofonqualität
Bowers & Wilkins PX5 – Mikrofonqualität
Montblanc MB 01 – Mikrofonqualität
Beyerdynamic Amiron wireless copper – Mikrofonqualität
Marshall Monitor II A.N.C. – Mikrofonqualität

Latenz im Vergleich

Der Sennheiser HD 250BT kann als einer von wenigen Kopfhörern auf den Low-Latency-Codec aptX LL zurückgreifen, der neben SBC, AAC und aptX geboten wird. Die Latenz wird so auf rund 70 ms reduziert, was ein deutlich kürzer, kaum noch zu erkennender Versatz zwischen Bild und Ton ist. Davon profitieren können allerdings nur Nutzer, die auch über ein entsprechendes Endgerät von Qualcomm verfügen, das aptX LL unterstützt. Wird der Sennheiser HD 250BT an einem Samsung-Exynos-Gerät ohne aptX oder einem Apple iPhone genutzt, kann aptX LL nicht verwendet und so auch nicht von den Vorteilen profitiert werden.

Unter iOS erreicht der Sennheiser HD 250BT bei der Nutzung von AAC die übliche Latenz von 160 bis 180 ms, so dass ein Versatz zwischen Bild und Ton sichtbar ist, wenn die App selbst keinen Ausgleich vornimmt.

Latenz zwischen Bild und Ton im Vergleich
Kopfhörer Latenz
Sennheiser HD 250BT 70 ms (aptX LL), 160–180 ms (Android, aptX/iOS, AAC)
Yamaha YH-E700A 70 ms (Android, aptX Adaptive), 160–180 ms (iOS, AAC)
Urbanista Miami 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Apple AirPods Max 50–60 ms (iOS, AAC), 90–100 ms (Android, AAC)
Razer Opus 160–180 ms (Android/iOS, AAC) / 80–100 ms (Gaming-Mode)
Marshall Major IV 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Anker Soundcore Life Q30 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Skullcandy Crusher Evo 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
JBL Club One 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Jabra Evolve2 85 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Jabra Elite 45h 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Sony WH-1000XM4 160–180 ms (Android, LDAC) / 160–180 ms (iOS/Android, AAC)
JBL Club 950NC 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sony WH-CH710N 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
iFrogz Airtime Vibe 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sony WH-1000XM3 160–180 ms (Android, LDAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Bowers & Wilkins PX5 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Montblanc MB 01 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Sennheiser Momentum 3 Wireless 80 ms (Android, aptX LL) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Marshall Monitor II A.N.C. 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
beyerdynamic amiron wireless copper 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 (iOS, AAC)

Fazit

Der Sennheiser HD 250BT ist ausschließlich in Schwarz (ab 50 Euro) erhältlich. Für den günstigen Preis muss man als Käufer Abstriche bei der Verarbeitung bzw. Haptik und dem Klang in Kauf nehmen, denn das Modell hat mitunter Probleme beim Auflösungsvermögen und bekommt bei manchen tiefen Frequenzen und bei Gitarren teils Probleme. Wer sich nicht auf Gitarrenmusik spezialisiert hat, wird sich dennoch über einen insgesamt guten Klang freuen.

Für teils unter 60 Euro ist der Kopfhörer deshalb vor allem ein leichter Begleiter, der mit Extras wie aptX LL, AAC, einer App-Anbindung und Bluetooth-Multipoint punktet. Denn diese Eigenschaften sind in der Preisklasse wiederum nicht Standard. Die Akkulaufzeit von knapp 25 Stunden überzeugt ebenfalls, auch wenn sie im Bereich kabelloser Kopfhörer kein Alleinstellungsmerkmal ist und inzwischen auch von vielen anderen Modellen erreicht oder übertroffen wird – der On-Ear-Kopfhörer Marshall Major IV (Test) läuft über 80 Stunden mit einer Ladung.

Die fehlende Polsterung des Kopfbandes hat sich im Alltag als weniger störend herausgestellt als anfänglich vermutet. Für einen Preis von unter 70 Euro muss aber nicht nur dies in Kauf genommen werden, sondern auch die etwas klapprige Kopfbandverstellung und der Verzicht auf Scharniere oder andere Reise-Extras. Für diesen Zweck wurde der leichte On-Ear-Kopfhörer ebenso wenig konzipiert wie für analoge Zuspieler.

Mit On-Ear-Modellen wie dem Bowers & Wilkins PX5 (Test) für rund 230 Euro ist der Sennheiser HD 250BT für unter 70 Euro weder vom Klang noch Komfort zu vergleichen, kostet dafür aber auch weniger als ein Drittel. Mobile, klein faltbare Langläufer wie der Marshall Major IV mit weniger Codec-Auswahl kosten mit 120 Euro ebenfalls deutlich mehr. Sportlicher, besser gepolstert und mit mehr Bassfokus geht der adidas RPT-01 für derzeit 100 Euro zu Werke.

ComputerBase hat den HD 250BT von Sennheiser zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.

Das EM-2024-Tippspiel ⚽ auf ComputerBase – heute schon getippt?