Aqualung schrieb:
Daher ist Kernkraft nicht der richtige Weg, um unser Energieproblem zu lösen.
Das einzig Sinnvolle zur Zeit ist meiner Meinung nach Solarenergie.
Seht selbst:
Atomkraft -> gefährlich, Endlagerproblem ungeklärt
Kohle -> schmutzig
Biogas -> Feinstaub
Windkraft -> fügt sich schlecht in die Landschaft ein, Infraschall, teuer (v. a. auf dem Meer)
usw.
Ich stimme dir im Wesentlichen zu, aber diese Ansicht verschließt die Augen vor bestimmten Faktoren, die bei der Energieerzeugung und -versorgung eine Rolle spielen.
So ein Solarkraftwerk liefert Strom, wenn die Sonne scheint (mal vereinfacht ausgedrückt)... mal mehr, mal weniger - eben nach Wetterlage. Gleiches gilt für Windkraft.
So ein Stromnetz braucht aber ein paar Milliarden Kilowattstunden allein an Grundlast - so was kann Solarenergie schlichtweg nicht leisten, weil man die Menge des erzeugten Stroms immer von nicht beeinflussbaren Faktoren abhängig machen muss. In den Sommermonaten mag das gehen, aber Energie lässt sich nicht in dem Maße speichern, dass die fehlende Leistung in den Wintermonaten ausgeglichen werden könnte.
Wir müssen einfach realistisch sein. Solche Technologien sind schön, sind aber ungeeignet für die planbare und zuverlässige Massenproduktion von Energie (manche mögen sicherlich sagen, dass sich das ändern wird... aber wann? Und was passiert bis dahin?). Warum werden denn so viele Baunmaßnahmen von modernen Kohlekraftwerken blockiert? Die sind nicht das Gelbe vom Ei, aber besser als so eine Dreckschleuder aus den 70ern. Es ist meiner Meinung nach ziemlich blind, gegen neue Kraftwerke zu demonstrieren und sich dann vermutlich auch noch zu wundern, wenn das Netz zusammebricht, weil die alten Kraftwerke eben nicht mehr beliebig hochgefahren werden können. Wir haben eine riesige Versorgungslücke, die nicht kleiner wird... und derzeit ist so was nur durch Kohle und Atomkraft zu decken. Nicht schön, aber realistisch. Wir können uns nicht das Blaue vom Himmel wünschen, es geht eben einfach nicht.
Weiterhin wurde der Faktor Mensch bezüglich der Sicherheit von Atomkraftwerken genannt. Wir können davon ausgehen, dass zumindest in den westlichen Industriestaaten Neuentwicklungen von Atommeilern auch den Faktor Mensch als wesentliches Sicherheitsrisiko ausschließen. Die Frage ist doch, was passiert wenn der Kern durchbrennt/zu heiß wird/explodiert etc... Kraftwerkssicherheit bedeutet Sicherheit in solchen Fällen und nicht Sicherheit nur dann, wenn der Faktor Mensch nicht im Spiel ist. Was ich damit sagen will ist, dass auch bei einer Kernschmelze (die menschlich herbeigeführt sein mag) so ein modernes Kraftwerk weiterhin sicher ist. Sicher im Sinne von "kein zweites Tschernobyl".
Der größte Kritikpunkt ist meines Erachtens der Abfall und die Umweltbelastung eben damit. Dem wäre aber entgegenzuhalten, dass bzw. der Reaktortyp "Schneller Brüter" im Wesentlichen seinen eigenen Brennstoff als Spaltprodukt erzeugt. Insofern gibt es Technologien und Möglichkeiten, bei denen der radioaktive Abfall bzw. dessen Aufbereitung oder Endlagerung ein kleineres Problem darstellen, weil so ein Kraftwerk über Jahrzehnte hinweg einfach weniger Brennstoff benötigt und demzufolge auch weniger Abfall entsteht. So habe ich als technischer Laie das jedenfalls verstanden
Das Problem mit der Atomkraft ist doch eher ihr Image als die Atomkraft an sich. Momentan ist sie die beste Chance, die wir haben, wenn wir eine nachhaltige (Rohstoffquellen), günstige (den Strompreis betreffend) und im laufenden Betrieb wenig umweltbelastende Energiequelle möchten. Die Nachteile Sicherheit und Abfallerzeugung wären durch Forschungsaufwand sicherlich deutlich schneller einzudämmen, als alternative Energien in großem Maße voran zu bringen (das wäre sicherlich toll, aber wir haben einfach nicht die Zeit/Energie dafür!). Wir hätten heute deutlich sicherere und bessere Atomkraftwerke, wenn nicht so viel Lobbyismus gegen die Atomindustrie betrieben worden wäre. Das ist ja das Lustige daran... die Umweltaktivisten, die blind gegen die böse Atomkraft angerannt sind, brauchen sie jetzt, weil man erkannt hat, dass die ollen Kohleschleudern ja doch ganz schön stinken.
Summa summarum: Ausstieg aus dem Atomausstieg, Modernisierung der bestehenden Meiler, Vervollständigung der Neubauten von Kohlekraftwerken, Abschaltung alter Atommeiler und alter Kohlekraftwerke.
Das alles gibt uns genug Zeit und vor allem Energie, um die Forschung nach geeigneten alternativen Energien (Fusion und/oder Brennstoffzellen für Grundlast/Industrieversorgung sowie GÜNSTIGE Solarkraft für die Eigenversorgung von Haushalten) weiterzuführen und voran zu bringen.
Gruß an euch alle!