Na ja, das Haus, die Wohnung hat einen gewissen Stromverbrauch.
Dazu zählen fest eingebaute Grundverbraucher, wie Kühlschrank, Backofen, Kochfeld, evtl. Durchlauferhitzer usw. aber auch Waschmaschine, Staubsauger, Kaffemaschine, Wasserkocher, Haartrockner und andere Einbauten, wie Klimaanlage, Lüftung, Beleuchtung, Heizung uvm.
Lädst du dann zusätzlich noch ein Elektroauto über deinen Stromanschluss, kommt der Stromverbrauch noch oben drauf.
Ein Balkonkraftwerk mit seinen 800W Wechselrichterleistung kann unmöglich das alles stemmen.
Aber es hilft natürlich den Stromverbrauch ein wenig zu senken, bzw. natürlich nicht den Stromverbrauch, sondern die Menge an Strom, die dem öffentlichen Stromnetz entnommen wird und bezahlt werden muss.
Ob der Strom nun in die Waschmaschine fließt, in den Staubsauger oder das Elektroauto, spielt dabei keine Rolle.
Man kann jetzt päpstlicher als der Papst sein und noch von Wirk-, Blind- und Scheinleistung anfangen, aber das kann weitgehend vernachlässigt werden.
Ein Stromzähler misst nur die Wirkleistung.
Selbst mit einer großen Photovoltaikanlage mit großem Akku schafft man nur zu x% Autarkie.
Die Königsdisziplin wäre dann eine inselfähige Anlage, die auch ohne externe Stromzufuhr weiterlaufen würde.
Von da her ist ein Balkonkraftwerk im Grunde nie sinnlos. Es macht nur je nach Ausgangslage mal mehr, mal weniger Sinn.
Und die Überlegung das Auto dann nur damit aufladen zu wollen - was aber tatsächlich nie angedacht war - ist unsinnig.
Ein Elektroauto mit dem üblichen CCS-Ladeanschluss braucht mindestens eine einphasige Ladung mit 6A. Das entspricht 1.380W.
Drunter geht es nicht. Üblich sind 11kW, also 3x16A zum Laden zu Hause.
Laden mit Wechselstrom, also üblicherweise max. 11kW ist für den Akku im Auto völlig unkritisch.
Kritisch wird es, wenn dauernd an Gleichstrom-Schnellladesäulen geladen wird, mit sehr hohen Ladeströmen und einer hohen End-Zellspannung, also wenn man den Akku ständig auf 100% lädt. Aber selbst dann geht der nicht sofort kaputt.
Die Degradation, also die Abnutzung des Akkus ist dann aber sehr wahrscheinlich etwas höher.
In der Regel führt aber selbst das nicht zu einem Defekt, höchstens sinkt im Laufe der Zeit die Akkukapazität ein wenig.
Daher haben viele Elektroautos auch Akkus wo eine Netto- und Bruttokapazität angegeben ist.
Da gibt es dann z.B. 5kWh Kapazität, die nicht genutzt wird und eine langsame Degradation des Akkus abfangen soll.