TR2013 schrieb:
Ich denke die Grundlast der Wohnung liegt im Sommer bei rd. 300 Watt und wenn man die Klimaanlage (typischerweise eh bei großer Sonneneinstrahlung) auf kleinster Stufe laufen lässt kommen nochmal ca. 550 dazu. Schon da macht das Balkonkraftwerk Sinn. Und für sonstige Einsparungen dann halt doch mit Speicher, den ich früher vom Preis/leistungsverhältnis nicht so sinnvoll fand.
Schon deswegen ist Deine Idee unsinnig. Selbst wenn Du die Leistung gezielt in Dein E-Auto steuern würdest (was nicht so ohne weiteres geht), dann fehlt sie Dir bei der Grundlast.
Deine ganze Idee ist also eine Michmädchenrechnung. Ein Balkonkraftwerk lässt Du am besten einfach laufen, und macht Dir nicht viele Gedanken drum, es verringert die Stromrechnung. Ein kleiner Batteriespeicher erhöht die Effektivität etwas, da manche Verbraucher wie Kühlschrank oder Klimaanlage in Intervallen laufen.
Das Stromnetz funktioniert immer komplett billanziell, egal ob in Deiner Wohnung oder im größeren Rahmen. D.h. Verbrauch = Einspeisung - Entnahme.
Das funktioniert auch phasenübergreifend, daher können Balkonkraftwerke ohne weiteres einphasig einspeisen.
Bei größeren PV Anlagen kann man gezielt E-Autos überschussladen, aber das macht halt nur Sinn wenn die PV mehr Leistung liefert, als die Grundlast des Gebäudes. Bei einem Balkonkraftwerk kann das rechnerisch zwar kurzzeitig auch mal sein, aber da macht es wirklich mehr Sinn, den Überschuss zu speichern.
Bei all diesen Überlegungen muss man immer berücksichtigen, dass der Strom ja nicht nach Leistung, sondern nach elektrischer Arbeit abgerechnet wird (Leistung * Zeit, daher kWh). Es ist also nicht die Spitzenleistung (800W) des BKWs interessant, sondern die gelieferte Arbeit in kWh. Nur wenn die höher ist als die durch die Grundlast verursachte Arbeit, macht es Sinn über gezielte Verbrauchssteuerung nachzudenken.
Deine 300W Grundlast (sofern die stimmen) sind immerhin 7,2kWh am Tag.
Bevor Du weitere Milchmädchenrechnungen machst:
Was erwartest Du denn für eine jährliche Fahrleistung mit Deinem E-Auto
KnolleJupp schrieb:
Beispiel mal wieder der VW ID.4 mit 77kWh Akku (nutzbare Kapazität).
Die 77kWh Batterie ist aber schon keine Durchschnittsbatterie mehr, sondern gehört schon zu den Größeren.
Entscheidend für das heimische Laden ist allerdings nicht so sehr die Kapazität, sondern die durchschnittliche Fahrleistung.
Wenn der TE wirklich nur geringe Fahrleistung hat, würde ich ein Auto mit kleinerer Batterie empfehlen, die Ersparnis beim Kaufpreis ist um ein vielfaches höher, als jegliche Experimente bei den Ladekosten einsparen kann.
Wenn man keine Möglichkeiten für Dach PV hat, sollte man sich dynamische E-Auto Tarife anschauen, das macht mehr Sinn.