LotusXXL schrieb:
Und wessen Schuld ist das? Die des FC Bayern etwa?
So eine Frage ist natürlich deutlich komplexer.
Erfolg ist zu einem Teil immer das Resultat aus Einsatz und Leistung aber auch immer davon, Glück zu haben.
Bei kommerziellen Wettbewerben kommt noch der Faktor dazu, das natürlich ein Verein unverhältnismäßig von Geldfluss und davon Erfolg oder, das sehen wir an den CL Siegen von ManCity und PSG einfach so lange ohne Sinn und Verstand von allem sich das und die Besten holen kann, das irgendwann sich Erfolg einstellt.
In der Bundesliga haben die Bayern diesen Status.
Die Frage ist ja nicht, sind die Bayern daran Schuld ob es so ist, sondern ob es so bleibt.
So könnten sich die Top Klubs wie Bayern und Dortmund schon dafür einsetzen, das die Bundesliga in der Gelderverteilung fairer wird, die europäischen Top-Klub könnten sich einsetzen, das es eher ein Trade-System (auch das kann man aushebeln wenn man will) als ein "Wer am meisten Geld hat darf am meisten investieren" in Kraft tritt.
Die Bayern sind nie alleine daran Schuld das es so ist oder bleibt aber sie profitieren von einem System, wo wenn nötig die Besten der Liga zu den Bayern wechseln, die Ausrede mit "sonst gehen die Spieler ins Ausland" ist zwar irgendwo legitim ändern aber inhaltlich ja nichts am strukturellen Problem, weil auch die Spieler zu Vereinen gehen die es sich leisten können.
Das Problem findet in der Bundesliga, wie auch im internationalen Betrieb statt.
Geld und Erfolg müssen auf eine Saison nicht Hand in Hand gehen, wenn aber ein Verein über 20 Jahre jede Saison das doppelte bis vierfache an Geld zur Verfügung hat, dann wird sich auch der Erfolg einstellen.
Wir machen immer den Fehler und picken eine Saison raus und sagen dann "siehste, siehste, die haben Geld und sind Scheiße" aber auf lange Sicht ist Geld einer der wichtigsten treibenden Faktor für Erfolg.
Ohne Geld, keine klugen kreativen Entscheidungen möglich.
Das heißt, es wird mit jeder Saison der Bayern an der Spitze schwieriger weil die Schere größer wird.
Weil die Sponsoren den Bayern lieber 20 Mio. im Jahr mehr zahlen, als die Verträge zur besseren Wettbewerbsfähigkeit bei den anderen Teams anzupassen.
Weil selbst wenn auf eine Saison ein Team Meister wird, so können sie danach ziemlich abstürzen wenn die Spieler weg gehen und sie trotz Geld keinen Ersatz finden, weil zwar Transfervolumen da ist aber nicht übermäßig viel Geld für eine Etat Erhöhung um 100 Mio. um dann wirklich auch lange Sicht aufzuschließen.
Außer du hast eben die Investoren im Hintergrund.
Von daher muss man natürlich erst mal die Strukturen auseinander nehmen, man muss Gleichnisse erkennen und dann sind die Bayern nur ein Verein, der aber von vielen strukturellen Problemen im Sport massiv profitiert und diese aber auch gar nicht ändern möchte.
Dortmund ist in der Tat in einer Größenordnung wo man verlangen könnte mehr Druck auszuüben, Leverkusen mit Bayer um Hintergrund und Wolfsburg mit VW auch, wobei vor allem letztere zwar viel aber nicht unendlich viel in den Kader pumpen.
Leipzig hat auch quasi unendlich Ressourcen.
Alle anderen Teams haben immer mal ein paar gute Jahre aber man merkt, damit dauerhaft Erfolg an der Spitze mit 5-6 Meisterschaftsanwärter da sein kann, da müsste dieser Sport sowieso alle Dinge des klassischen Kapitalismussports über Board werfen und das will halt auch keiner.
Davon profitieren einfach zu viele Menschen.
Ich glaube es wäre ziemlich naiv zu glauben, das andere Teams einfach mit Fingerschnipps und "besserer Arbeit" wirklich wettbewerbsfähig werden.