getexact schrieb:
es wird aber wahrscheinlich zu KEINER Situation kommen, dass zwei Spieler genau exakt gleich bewertet werden können und dennoch 10 Jahre auseinander liegen. WAS will man im Fußball auch bewerten? Ich glaube der Fußball kann nicht nach solchen Kriterien funktionieren. Ganz andere Komponenten spielen da eine extrem wichtigere Rolle. Du holst doch keinen Kroos, weil in einem System steht, dass er eine Passquote von 97% hat.
Es geht auch nicht um Situationen, in denen Spieler gleich bewertet werden. Das ist immer nur der Ansatz, um herauszufinden, wie man Kriterien entwickelt. Die Kunst besteht dann in der sinnvollen, bestenfalls sogar kausalen Gewichtung.
Eine Bewertung findet bei jeder Verpflichtung statt. Warum kauft man sonst gerade den einen Spieler, warum nicht alle, die infrage kommen? Irgendeine Bewertung geht diesem Vorgang immer voraus, und wenn sie noch so trivial ist.
Man kann auch ein ganz simples Scoring-Modell aufstellen und daran Spieler wie Kroos bewerten, völlig ohne auf seine Passquoten zu schauen. Das ist immer noch besser, als aus dem Bauch heraus Entscheidungen zu treffen.
getexact schrieb:
aber du sagtst, dass eine Fußballmannschaft besondern homogen sein müsste. woran machst du das denn fest? nur am Alter? das ist völlig zu kurz gefasst. ganz andere Einflussfaktoren spielen bei einer Mannschaft eine Rolle.
Klar gibt es da noch mehr Merkmale, die Homogenität begünstigen. Aber eine vollständige Liste wird man nie zusammenstellen können. Darmstadts Ansatz in der letzten Saison war es, möglichst viele deutsch-stämmige Spieler im Team zu haben. Es gibt sicher viele Möglichkeiten, die Homogenität zu steigern. Aber nur wenige wie Alter und Herkunft lassen sich planerisch berücksichtigen.
Muss ich die Gründe für Homogenität noch erläutern oder sind wir wenigstens da einer Meinung?
getexact schrieb:
ich Fress n Besen, wenn du weißt, wie eine Auswahl zu Stande kommt. Diese Harakiri Einkäufe am "Deadlineday" sind doch Beweis genug, dass dahinter einfach NICHTS steht. Welche Informationen bekommt man denn heute NICHT? soll ich mal lachen? Lassen wir das.
Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass viele Entscheidungen, auch wenn sie von absoluter Wichtigkeit sind, bis "kurz vor Schluss" hinausgezögert werden. Sei es, um die letzten paar Euro auszureizen oder sich über die eigenen Präferenzen klarzuwerden.
Ich weiß nicht, warum du derart daran festhältst, dass Rationalität keinen Platz im Profifußball hat. Allein aufgrund der Tatsache, dass Manager hier einen Haufen an Geld verdienen können und sie damit um Jobsicherung kämpfen, sollte genug Anreiz gegeben sein, dass Entscheidungen rational gefällt werden mit allem, was da an Modellen dranhängt. Zudem ließen sich schon durch geringe Beraterausgaben Wettbewerbsvorteile sichern, wenn sämtliche Vereine einfach zu nach Lust und Laune auf dem Transfermarkt zuschlagen. Dann könnte man als rational agierender Verein langfristig doch nur der einzig erfolgreiche sein.
strempe schrieb:
Sag mal Warhostl, arbeitest du bei ner Versicherung in der Risikobewertung? Das Statistik-Geschwurbel hört sich nämlich so an. Pauschalisierungen wo eigentlich Einzelfallbetrachtungen notwendig sein sollten. Wir reden hier von Individuen und nicht von Chargenstichproben mit/ohne Zurücklegen.
Ich bin ein einfacher BWL-Student, aber auch da bekommt man die einen oder anderen ökonometrischen Grundlagen ab.
Einzelfallbetrachtungen sind ganz einfach ziemlicher Mist. Die Individuen, von denen du sprichst, sind nahezu black boxes, in die man nicht hinein schauen kann. Man kann den Spieler hinsichtlich seiner aktuellen Verfassung untersuchen und hinsichtlich seiner vergangenen Verletzungen. Beides lässt aber nur bedingt Schlüsse auf seine zukünftige Verletzungsgeschichte zu. Ein Schuh wird daraus erst durch die ausgewerteten Erfahrungswerte anderer Spieler, die schon einmal in den Situationen steckten, in denen der Spieler mal seien wird (und sei es nur das Alter). Deshalb ist Statistik so wichtig.