SpikeX schrieb:
Ich liebe ja solche Verallgemeinerungen. Für so manche Pendler in Ballungsgebieten mag das ja auch stimmen, aber das klingt auch so als ob du nur arbeiten würdest und gar keine Freizeit hast, in der man das Auto gebrauchen kann.
Nur mal so ein paar plakative Beispiele:
Mit einem Bus kann man schlecht
einen Wohnwagen oder Pferdeanhänger ziehen,
den Wocheneinkauf erledigen,
in den Urlaub fahren...
Schön, dass du soviele Beispiele aufzählst für wie unverzichtbar wir den PKW inzwischen halten. Brauchen wir ihn wirklich deswegen unbedingt (das sind schließlich nur ein Bruchteil der PKW-Fahrten, die meisten sind Pendelei zur Arbeit) oder glauben wir das nur?
In den Urlaub kommst du auch mit der Bahn, Pferde werden nur Pferdezüchter umherfahren folglich Gewerbe: dürfen also ein Zuggerät benutzen. Wohnwagen? Das Ding ist für den PKW erfunden worden, Zelte und Blockhütten taten es auch einmal. Besuchen, in den Zoo: Bus, Bahn, Rad, Flughafen? Noch so ein Fall von "müssen wir unbedingt haben", obwohl keiner von uns auf das Reisen verzichten müsste, wenn es keine Flughäfen für Privatleute geben würde...
Umzug? Kleinlaster mieten oder Umzugsunternehmen beauftragen, klappte vor 100 Jahren auch.
Heutige Supermärkte an der Pheripherie sehen so aus und sind nur dort, weil wir mit PKW unterwegs sind. Die Lebensmittelversorgung könnte man auch anders organisieren und wie angedeutet: Unsere Infrastruktur würde ohne private PKW ohnehin etwas anders aussehen.
Ich erinnere mich noch an meine beiden Großväter, der eine kaufte sich vor 95 Jahren sein erstes Motorrad, einen PKW konnte er mit dem mageren Beamtensold gar nicht finanzieren, die Dinger waren damals in deutschsprachigen Landen eine Sache für die oberen 10%. Den ersten PKW kaufte er Mitte der 50er und es war der einzige im Dorf, 10 Jahre später starb er an einem Herzinfarkt. Mein anderer Großvater machte den Führerschein bei der Wehrmacht, kostete ihn nichts, daheim brauchte er ihn nicht (wuchs auf einem Bauernhof auf, hatte genug Pferde, zog dann in die Stadt), den Luxus eines Autos gönnte er sich dann erst in den 60-70er Jahren, für Pendelei brauchte er es nicht (pures Freizeitfahren), Anfang der 80er musste er es aus gesundheitlichen Gründen komplett einstellen..
SpikeX schrieb:
Fährst du denn mit dem Fahrrad zur Arbeit? Das heißt, dass du bei jedem Wetter los musst.
Ich bin seit fast 20 Jahren Autofahrer, an 6-7 Tagen die Woche. Trotzdem finde ich es inzwischen fragwürdig, warum wir unser gesamtes Leben um etwas aufgebaut haben, was aberwitzig viele Ressourcen verschwendet, was aber eigentlich völlig verzichtbar ist. Darüber sollte man wenigstens einmal ernsthaft nachdenken, auch wenn es für viele nur darum geht, wie hier im Thread den Autoherstellerlobbyspruch "Freie fahrt für freie Bürger" verbissen zu verteidigen.
Das Wetter halte ich für kein Argument, auch als Autofahrer muss man mal durch den Regen oder Schnee laufen.