Glasfaser Glasfaser in anderen Ländern

RedPanda05 schrieb:
Hoffentlich werden wir in DE auch einen Preiskampf sehen, wenn das Glasfasernetz anständig ausgebaut ist und DSL abgeschaltet.
Kupfer ist auch anständig ausgebaut. Der Preiskampf hält sich in Grenzen. Seit Jahrzehnten... Nicht viel anders jedenfalls als an den Tankstellen...

Was mir aber grad fehlt ist der Kontext zu Abschaltung von DSL :confused_alt:
 
Zuletzt bearbeitet:
Pringel schrieb:
Der Preiskampf hält sich in Grenzen.
Sehe ich anders, wenn auch eher Preisverfall als Preiskampf. Heute kriegst du VDSL 16 (eher 21) mit 6 Mbit/s Upload, was den extrem Sparsamen ausreichen müsste, für 20 Euro glatt ohne Cashbacks und ohne dass es nach den zwei Jahren teurer wird.

Was man hier immer wieder sieht, ist eher dass die Leute, insbesondere die, die immer über die Preise meckern, das Angebot gar nicht kennen: "seit 1960 zahle ich 68 Taler an Arcor Mannesmann und bin trotzdem unzufrieden!!!11"

Pringel schrieb:
Was mir aber grad fehlt ist der Kontext zu Abschaltung von DSL
Da die Leute so sehr auf DSL beharren, erhofft man sich eine deutlichere Entwicklung am Markt, wenn FTTH tatsächlich mal der Standard hierzulande ist.
 
@DLMttH
Ich krieg in der ganzen Region kein VDSL16. Keine Ahnung wo es das gibt.

Die Attraktivität von GF steigern, in dem man DSL immer teurer macht. vor allem bei den Leuten die mit den s.g. Einstiegstarifen bzw. Geschwindigkeiten auskommen, ist ein schäbiger Move.
Wogegen es solche bei GF meist eh gar nicht gibt.

Dein Narrativ, der irgendwie nach "wir wollen doch nur, daß du glücklich bist" duftet, kann man auf einige Länder übertragen. Nicht aber auf Goldkante-Deutschland. Und jene, gilt nicht dem Endverbraucher.
Vergleichbar, ist nicht günstig.

Jetzt mal davon ab, daß mind. 40% der Haushalte in der Falle einer Mietwohnung über 2 Etagen stecken. Da ist es nicht mal eben die Faser bis an die nötige Stelle zu stecken.
Bequem durch Röhrchen ziehen ist fernab des RL.

Die Telekom hatte mal eine ultrakurze Aktion, daß wenn man keine Nöten mit DSL hat, man das gleiche in Glasfaser - minus paar wenige Euronen als Tarif - bekommt. Das war zielführend. Oder, hätte sein können. Gefühlt war das wieder genauso schnell weg wie es kam.
 
Zuletzt bearbeitet:
Drillisch, nun der Congstar von 1&1? Dann wars das aber auch oder?
Warum "zum Beispiel"? Gibt es da etwa mehr als vereinzelte regionale Anbieter?

Soltle man auf trustpilot nach Drillsich suchen oder eher nicht? Was sagst du?...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich war da schon zwei Jahre Kunde und das Internet hat im Gegensatz zu dem von Congstar perfekt funktioniert.

Pringel schrieb:
Warum "zum Beispiel"? Gibt es da etwa mehr als vereinzelte regionale Anbieter?
Hier geht es nicht um regionale Provider, sondern im Gegenteil um auf dem Telekom-Netz flächendeckend Verfügbare.

Auch die Telekom selbst oder 1&1, o2 und vielleicht sogar Vodafone? würden dir einen 16 Mbit/s-Tarif bei heutiger Bestellung über VDSL schalten lassen und überprovisionieren, Drillisch habe ich nur als Beispiel genannt, da man die für ADSL zu hohen Datenraten dort schon auf der Bestellseite sehen kann und der dauerhafte Preis dort besonders niedrig ist.
 
Sieht im Nachhinein aus wie ein schnell gemachtes Vehikel um sich kurz über Drillisch zu unterhalten :daumen:
 
Das 16Mbit VDSL für 19,99€ in Deutschland möglich sind zeigt ja das es geht mit guten Preisen.
Das der 250er dann so viel mehr kostet ist nicht zu rechtfertigen, die Plattform ist die gleiche.
 
Da müsste man jetzt genau die Vorleistungspreise wissen. Ich fänds auch toll, wenn die Drillisch-Kunden mit L2-BSA weniger zahlen müssten als mit WIA, aber ich glaub so weit kommen wir nicht mehr 😉
 
@Pringel genau das meine ich.
ADSL bis 20mbit kostet dort 20,99€
1Gbit FTTH nur 2€ mehr.

Wir könne also auch vergleichbar niedrigere.
Das bei Glasfaser dann so ein immenses Bandbreiten Upselling betrieben wird, ist pure Kundengängelung.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Fusionator
DLMttH schrieb:
Da müsste man jetzt genau die Vorleistungspreise wissen.
Die Standardpreise gibt es z.B. hier.

Bei 16, 25 oder 50 Mbit/s zahlt man 18.52€,
bei 100 Mbit/s dann 19.60€
bei 175 Mbit/s oder 250 Mbit/s dann 23.87€.

Altanschlüsse (Beauftragung vor dem 01.07.2026) waren jeweils 50ct günstiger. Alles ohne Umsatzsteuer! Einmalige Schaltungsgebühren etc. kommen auch noch hinzu, ggf. Kosten für Entstörung etc. Und es gibt eine Art Inklusivtraffic. Wenn man den überschreitet, dann kostet es auch. Aber das wird, so wie ich es verstehe, auf alle Kunden am BNG umgelegt. Also sparsame Kunden können die Kunden mit hohem Traffic bis zu einem gewissen Grad ausgleichen.

Die großen Provider, zu denen Drillisch/1&1 auf jeden Fall zählt, werden sicherlich die entsprechenden Kontigent/Commitment-Modelle der Telekom nutzen und daher wohl eine geringere Überlassungsgebühr pro Anschluss zahlen. Hier werden Zahlen genannt: 15.22€ / 17.22€ / 19.22€ (dieses Commitment-Modell, das im Artikel noch ein Vorschlag der Telekom war, wurde m.W. von der Bundesnetzagentur auch abgesegnet, ggf. sind die Zahlen aber mittlerweile andere). Voraussetzung ist allerdings, dass die Provider eine nicht unerhebliche Vorauszahlung an die Telekom leisten. Die muss man natürlich auf die einzelnen Anschlüsse umlegen.
Dazu kommen noch die BNG-Erschließungskosten; dafür verlangt die Telekom sicherlich ebenfalls eine Zahlung. Und natürlich hat ein ISP nochmal eigene Kosten für die Betrieb seines AS, die Telefonie(flatrate), Kundensupport, Verwaltung, etc.

Dass die 16 Mbit/s-Tarife günstiger als die 50 Mbit/s-Tarife sind, wäre anhand der Preisliste nur dadurch zu begründen, dass der identische Inklusivtraffic dort natürlich tendenziell viel seltener ausgereizt wird. Meine Vermutung wäre unterm Strich: Bei 19.99€ für 16 Mbit/s (inkl. MwSt., also bleiben nur 16.80€ übrig!) kratzt Drillisch höchstens an der Grenze zur Profitabilität, wenn es nicht ohnehin ein Verlustgeschäft ist. Bei den anderen Tarifen könnte es dafür etwas besser aussehen (klassische Mischkalkulation; vielleicht setzt man auch darauf, zusätzliche Mobilfunk-/TV-/...-Produkte oder später ein "Bandbreitenupgrade" verkaufen zu können, ...), aber einen enormen Spielraum sehe ich nicht. Dass man den 250 Mbit/s-Tarif für 25€ oder weniger anbieten kann, alles dazwischen entsprechend anpasst, und trotzdem keinen Verlust macht, bezweifle ich stark.

Dazu muss man sagen, dass natürlich nicht klar ist, inwiefern diese Vorleistungspreise überhaupt gerechtfertigt sind. Im verlinkten Artikel behaupten die von den Telekom-Wettbewerbern bezahlten Autoren, dass die Standardpreise für L2-BSA "mind. 50%" über den tatsächlichen Kosten lägen. Das lässt sich für mich nicht so leicht verifizieren, aber die Argumente der Telekom für die Preise waren, dass damit der FTTH-Ausbau querfinanziert werden soll -- was durchaus dafür spricht, dass man die DSL-Tarife theoretisch auch günstiger realisieren könnte und dennoch profitabel wäre. Die Telekom und ihre Tochterunternehmen werden das aber sicherlich nicht tun und die Konkurrenz muss eben die regulierten Vorleistungsprodukte kaufen. Oder ein eigenes Netz aufbauen.
Gibt es Anbieter mit eigenem Netz, die die Drillisch-Tarife unterbieten können?
 
Web-Schecki schrieb:
Die Standardpreise gibt es z.B. hier.

Bei 16, 25 oder 50 Mbit/s zahlt man 18.52€,
bei 100 Mbit/s dann 19.60€
bei 175 Mbit/s oder 250 Mbit/s dann 23.87€.

Altanschlüsse (Beauftragung vor dem 01.07.2026) waren jeweils 50ct günstiger. Alles ohne Umsatzsteuer!
Das sind individuell zu vereinbarende Preise, ich kann da insoweit aus dem Nähkästchen plaudern, als das mein ex AG ebenfalls L2- und IPBSA der DTAG bezogen hat, da gelten die jeweils ausgehandelten Preise, und zwar relativ lange, in meinem Fall waren es 10 Jahre.
Web-Schecki schrieb:
Einmalige Schaltungsgebühren etc. kommen auch noch hinzu, ggf. Kosten für Entstörung etc.
Jup, die berechnet die DTAG natürlich auch gesondert.
Web-Schecki schrieb:
Und es gibt eine Art Inklusivtraffic. Wenn man den überschreitet, dann kostet es auch.
Wird seitens DTAG nicht kontrolliert/gemessen. Wir haben die CoS Klassen aber auch nicht aktiv genutzt, da ging alles als Standardtraffic "best effort" durch. Wüsste auch nicht, dass das in internen Tests irgendwas gebracht hätte.
Web-Schecki schrieb:
Aber das wird, so wie ich es verstehe, auf alle Kunden am BNG umgelegt. Also sparsame Kunden können die Kunden mit hohem Traffic bis zu einem gewissen Grad ausgleichen.
Jain, das ist aggregiert pro sog. A10-NSP zu sehen. Das ist dein Anschluss als Vorleistungseinkäufer an den Telekomübergabepunkt. Das muss übrigens nicht der BNG für die Anschlussregion, sondern kann auch ein vorgelagerter Switch, der QinQ und CoS-Flagging beherrscht, sein.
Web-Schecki schrieb:
Die großen Provider, zu denen Drillisch/1&1 auf jeden Fall zählt, werden sicherlich die entsprechenden Kontigent/Commitment-Modelle der Telekom nutzen und daher wohl eine geringere Überlassungsgebühr pro Anschluss zahlen. Hier werden Zahlen genannt: 15.22€ / 17.22€ / 19.22€ (dieses Commitment-Modell, das im Artikel noch ein Vorschlag der Telekom war, wurde m.W. von der Bundesnetzagentur auch abgesegnet, ggf. sind die Zahlen aber mittlerweile andere).
Davon gehe ich auch aus, allerdings fällt die Telekom für BSA nicht mehr unter die Kontrolle der BNetzA. Dazu gab es vor ein paar Jahren ein Urteil vom VG Köln?
Web-Schecki schrieb:
Voraussetzung ist allerdings, dass die Provider eine nicht unerhebliche Vorauszahlung an die Telekom leisten. Die muss man natürlich auf die einzelnen Anschlüsse umlegen.
Dazu kommen noch die BNG-Erschließungskosten; dafür verlangt die Telekom sicherlich ebenfalls eine Zahlung.
Jep, der A10-NSP kostet je nach Ausführung (1G/10G, 100G gibt es da glaub ich nicht, aber man kann mehrere 10G als LACP gebündelt buchen) auch jährlich. Und natürlich der entsprechende Rackspace in der Colocation samt Strom des eigenen Equipments.
Web-Schecki schrieb:
Und natürlich hat ein ISP nochmal eigene Kosten für die Betrieb seines AS, die Telefonie(flatrate), Kundensupport, Verwaltung, etc.
Jap, nicht unerheblich. Da greifen natürlich Skaleneffekte und eine 1&1 dürfte da sehr viel mehr Average Revenue per Customer erzielen, als ein kleiner Provider.
Web-Schecki schrieb:
Dass die 16 Mbit/s-Tarife günstiger als die 50 Mbit/s-Tarife sind, wäre anhand der Preisliste nur dadurch zu begründen, dass der identische Inklusivtraffic dort natürlich tendenziell viel seltener ausgereizt wird.
Das wird, wie bereits gesagt, eigentlich nicht überprüft.
Web-Schecki schrieb:
Meine Vermutung wäre unterm Strich: Bei 19.99€ für 16 Mbit/s (inkl. MwSt., also bleiben nur 16.80€ übrig!) kratzt Drillisch höchstens an der Grenze zur Profitabilität, wenn es nicht ohnehin ein Verlustgeschäft ist.
Könnte mir schon vorstellen, dass Drillisch da zumindest 1-2 € pro Kunde und Monat generiert.
Web-Schecki schrieb:
Dazu muss man sagen, dass natürlich nicht klar ist, inwiefern diese Vorleistungspreise überhaupt gerechtfertigt sind.
Gar nicht, da gab es einige Studien von WIK-Consult dazu, dass sämtliche geforderten und auch von der BNetzA durchgewunkenen Preise viel zu hoch angesetzt sind. Die Telekom hat sich dadurch effektiv ihren Glasfaserausbau finanziert.
Web-Schecki schrieb:
Im verlinkten Artikel behaupten die von den Telekom-Wettbewerbern bezahlten Autoren, dass die Standardpreise für L2-BSA "mind. 50%" über den tatsächlichen Kosten lägen.
Ja, das kommt hin.
Web-Schecki schrieb:
Das lässt sich für mich nicht so leicht verifizieren, aber die Argumente der Telekom für die Preise waren, dass damit der FTTH-Ausbau querfinanziert werden soll -- was durchaus dafür spricht, dass man die DSL-Tarife theoretisch auch günstiger realisieren könnte und dennoch profitabel wäre.
Absolut, ich finde es aber den Mitbewerbern gegenüber zumindest von der BNetzA aus nicht gerechtfertigt, solche Preise auch noch durchzuwinken. Da hätte ich mir eine genaue Kostenaufstellung von der Telekom geben, und die auch noch durch Dritte verifizieren lassen.
Web-Schecki schrieb:
Die Telekom und ihre Tochterunternehmen werden das aber sicherlich nicht tun und die Konkurrenz muss eben die regulierten Vorleistungsprodukte kaufen. Oder ein eigenes Netz aufbauen.
Ja, das ist leider die traurige Realität.
 
kingpin42 schrieb:
allerdings fällt die Telekom für BSA nicht mehr unter die Kontrolle der BNetzA. Dazu gab es vor ein paar Jahren ein Urteil vom VG Köln?
Soweit ich weiß, sind das hier die aktuellsten Beschlüsse dazu:
L2-BSA: https://www.bundesnetzagentur.de/DE...9-0020/BK3-19-0020_Tenor_des_Beschlusses.html
L3-BSA: https://www.bundesnetzagentur.de/DE...0-0027/BK3-20-0027_Tenor_des_Beschlusses.html

L3-BSA muss die Telekom demnach außerhalb von Großstädten anbieten, und L2-BSA überall. Die Vorleistungspreise müssen aber für beides nicht mehr genehmigt werden, sondern nur angezeigt und werden dann hinterher geprüft.

kingpin42 schrieb:
da gab es einige Studien von WIK-Consult dazu, dass sämtliche geforderten und auch von der BNetzA durchgewunkenen Preise viel zu hoch angesetzt sind.
Und trotzdem ist die Situation bei DSL noch deutlich besser als bei Glasfaser. Da ist ja das einzige Limit, dass die Endkundenpreise der Telekom nachbildbar sein müssen.
 
kingpin42 schrieb:
Das sind individuell zu vereinbarende Preise, ich kann da insoweit aus dem Nähkästchen plaudern, als das mein ex AG ebenfalls L2- und IPBSA der DTAG bezogen hat, da gelten die jeweils ausgehandelten Preise, und zwar relativ lange, in meinem Fall waren es 10 Jahre.
Sehr interessant, ich habe natürlich keine derartigen Insider-Informationen. Du meinst, dass in der Praxis überhaupt kein Kunde diese Standardpreise zahlt? Grundsätzlich kann ich mir das gut vorstellen. Dennoch sind das die von der BNetzA abgesegneten Preise, zu denen die DTAG die Vorleistungsprodukte anbieten muss. Günstiger darf sie natürlich immer sein, und die Commitment-Verträge waren wie gesagt auch Teil der BNetzA-Regulierung.

kingpin42 schrieb:
Jain, das ist aggregiert pro sog. A10-NSP zu sehen.
Ja, in jedem Fall wird nicht pro Kunden abgerechnet, sondern aggregiert, was unterschiedliche Tarife für 16 Mbit/s und 50 Mbit/s erklären könnte. Aber wenn, wie du sagst, gar nicht gemessen wird, dann ist dieser Erklärungsversuch meinerseits natürlich hinfällig...

Klar, in einigen Anschlussgebieten ist der 16 Mbit/s-Tarif ggf. wirklich ein klassischer ADSL-Anschluss, dessen Vorleistung man vielleicht nochmal günstiger bei der Telekom bekommt als bei Vectoring. Aber auch das wäre dann eine Mischkalkulation, da man die 19.99€ ja eben auch für 16 Mbit/s-Vectoring-Anschlüsse zahlt.

kingpin42 schrieb:
Könnte mir schon vorstellen, dass Drillisch da zumindest 1-2 € pro Kunde und Monat generiert.
Je nachdem, wie sehr die ausgehandelten Preise eben nach unten abweichen, und wie genau du die Betriebskosten umlegst.

Beim unrabattierten Standardpreis von 18.52€ (der natürlich nicht gezahlt wird) wäre es ein klares Verlustgeschäft, da der Kunde für den Tarif nur 16.80€ + MwSt. an 1&1/Drillisch zahlt.

Wenn man die 15.22€ als Basis nimmt, dann würden sie pro Anschluss 1.58€ einnehmen (d.h. nicht direkt wieder an die DTAG abdrücken). Davon müssen sie allerdings die eigenen Betriebskosten decken.

Mit dem alten Kontingentmodell lag der Vorleistungspreis bei 13.62€, das wären dann also immerhin 3.18€, die sie pro Anschluss einnehmen, und von denen sie ihre eigenen Betriebskosten decken müssen.

Wie hoch sind nun die Betriebskosten?
In den Quartszahlen für Q1 2026 gibt die 1&1 AG insgesamt 42.9 Mio. € an Verwaltungskosten an. Da ist jetzt aber auch Versatel dabei, die man vielleicht herausnehmen sollte. Mobilfunk- und Festnetzkunden, insgesamt etwas weniger als 16.5 Mio Verträge, generierten rund 70% der Umsatzerlöse. Legt man also 70% der Verwaltungskosten (das passt ungefähr zu den Verwaltungskosten Q1 2025, als Versatel noch nicht dazu zählte) auf 16.5 Mio Verträge um, das macht 1.82€ pro Vertrag.

Die Kosten für den Betrieb der Versatel-Backbone sind da nicht mit drin, aber ohne weiteres für mich nicht abzuschätzen und auch schwerer umzulegen -- ein 16 Mbit/s-Kunde verursacht ja nicht dieselben Backbone-Kosten wie ein Geschäftskunde mit 10 Gbit/s-Anbindung. Das gilt ähnlich auch für Vertriebskosten; die sind auch für Drillisch nicht 0€, aber sicherlich insgesamt dominiert durch die Werbung für die Hauptmarke 1&1.

Ja, wenn 1&1 für die Vorleistung jetzt nur 13.62€ wie nach dem alten Modell oder noch weniger zahlt, dann kann man da mit etwas Wohlwollen eine 1-2€-Marge sehen. Andernfalls wird das wohl schwierig.

kingpin42 schrieb:
Davon gehe ich auch aus, allerdings fällt die Telekom für BSA nicht mehr unter die Kontrolle der BNetzA. Dazu gab es vor ein paar Jahren ein Urteil vom VG Köln?
Ich weiß nicht, ob du von einem anderen Urteil sprichst, dass ich nicht kenne.
Das Urteil, das ich im Kopf habe, bezog sich auf FTTH und gar nicht mal direkt auf die Telekom.

Vodafone hat im Main-Kinzig-Kreis den Zuschlag für den Betrieb eines öffentlich geförderten FTTH-Netzes erhalten. Die dürfen also die aktive GPON-Technik einbauen/betreiben und Tarife darauf vermarkten. M-net wollte gerne einen L2-BSA haben, konnte sich aber nicht mit Vodafone auf die Vorleistungspreise einigen, und hat die BNetzA angerufen. Tatsächlich darf die BNetzA in so einem Fall auch grundsätzlich eingreifen und hat dsa auch getan und Preise festlegt. Aus formalen Grunden war das laut VG Köln rechtswidrig; die BNetzA hätte u.a. Vodafone anhören müssen (stattdessen hat sie z.B. Kosten einfach geschätzt und die Methodik dafür war nicht einwandfrei).

Die festgelegten Preise waren übrigens
16.07€ für 100/50 Mbit/s,
24.08€ für 250/125 Mbit/s,
28.43€ für 500/250 Mbit/s, und
41.04€ für 1000/500 Mbit/s.

Scheinbar aus Sicht von Vodafone zu niedrig.

kingpin42 schrieb:
Gar nicht, da gab es einige Studien von WIK-Consult dazu, dass sämtliche geforderten und auch von der BNetzA durchgewunkenen Preise viel zu hoch angesetzt sind.
Ich bin mir nie sicher, wie seriös diese Studien sind, da sie oft vom VATM bezahlt werden. Die Argumentation, dass hohe Preise den Netzausbau finanzieren, kam aber von der Telekom selbst und die Kritik daran (Konkurrenten finanzieren bestenfalls den deutschen FTTH-Ausbau der Telekom, für dessen Nutzung sie später bezahlen sollen, schlechtestenfalls den Mobilfunkausbau von T-Mobile US) finde ich auch einleuchtend.

Umgekehrt haben einige große Telekom-BSA-Kunden aber auch gar kein Interesse am eigenen FTTH-Ausbau. 1&1 baut keine Netze zu Privatkunden, und die Telefonica setzt sowieso nur noch L3-BSA (früher waren immerhin noch einige Vermittlungsstellen angeschlossen, aber die Zeiten sind spätestens seit Vectoring meines Wissens vorbei).
Lediglich Vodafone kann man ein Interesse am FTTH-Netzausbau unterstellen, aber die besitzen eben auch schon ein großes Kabelnetz, das sie wohl am liebsten selbst (oder halt OXG) mit FTTH überbauen wollen.

Klar ist auch: Wenn man die Vorleistungspreise für L2-BSA zu VDSL-Vectoring-Anschlüssen entsprechend um ein Drittel senken würde, dann könnten die Drillisch-Tarife (ab 50 Mbit/s) nochmal allesamt um 5€ vergünstigt werden und die Marge würde nicht leiden. Der 250 Mbit/s-Tarif kann dann also locker für 25€ angeboten werden. FTTH hat es dann noch schwerer. Nach den obigen Preisen für das FTTH-Netz im MKK könnte M-net nicht mal die Vorleistungskosten decken, wenn sie dort einen 250 Mbit/s FTTH-Tarif für 24.99€ (inkl. MwSt.) anbieten würden... Da kann man schimpfen, wie sehr man will, dass es im Ausland aber FTTH-Gigabit-Tarife für 23€ im Monat gibt. Im MKK gibt's das sicherlich nicht, solange Vodafone das nicht selbst anbietet. Aber wieso sollten sie?

(Vielleicht können sie auch gar nicht wirtschaftlich. Ich weiß nicht, was sie an die kreiseigene Breitband Main-Kinzig GmbH für die Netznutzung zahlen müssen. Den Gigabit-Tarif bieten sie für durchschnittlich 60€ im Monat an und M-net ist, bei welchen Vorleistungspreisen auch immer sie nun angekommen sind, natürlich auch nicht günstiger. Aber das ist ein anderes Thema...)
 
Was mich an Glasfaser begeistert:
Wir sind komplett ausgebaut bis in die Keller. Da wir in die zweite Ausbaustufe der Subventionen reingerutscht sind, gab es keine Anfragen bezüglich Verträge, sondern nur ob man es im Keller aufgerollt haben will oder nicht. Dem stimmten 98% zu. (kurzer Smalltalk mit einem aus der "Kolone").

In der ersten welle sind die Junkies mit 250 umgestiegen bzw. sind noch dabei. Das scheint für die mit 50 und 100 ein Traum. Je mehr Leute mit 250 sich aus dem Kupfer verziehen, desto sauberer laufen die restlichen :D

Die Werte klettern nahezu 2wöchentlich immer weiter Richtung ideal :cool_alt: So hätte VDSL vom Anfang an sein müssen :D
 
Zurück
Oben