Instabile Verbindung debuggen aber wie?

sreese

Newbie
Registriert
Aug. 2020
Beiträge
3
Hallo zusammen,

folgendes Problem. Ein Elektriker hat bei uns im 2. Stockwerk eine Netzwerkdose installiert. Das CAT6 (wir sind in der Schweiz, das ist Standard hier) geht bis in den Technikraum. Die Gesamte Netzwerkstrecke ist: PC --> Unifi In Wall AP (hat 2 LAN Ports) --> die LAN Dose im 2. Stock --> LAN Dose im Erdgeschoss --> Unifi 16 Port Switch.

Nun ist es so, dass ich ab und zu bei VoIP (Teams oder Skype) Unterbrüche merke. Wenn Autonegotiation auf dem Switch Port eingestellt ist (ist jetzt im Moment aus), dann habe einige Tage 1Gigabit und dann plötzlich auf einmal 100Mbit. Wenn ich das Netzwerkkabel im 3. Stockwerk (von der installierten Netzwerkdose) kurz ziehe und wieder anschliesse, dann geht es ein paar Tage wieder und dann irgendwann wieder 100Mbit.

Ich habe selbst vom 1. Stockwerk eine Netzwerkdose installiert und habe diese Probleme an diesem Anschluss nicht. Allerdings ist da nur 1 PC angeschlossen und nicht das Unifi Zeug.

Wie würdet ihr nun systematisch vorgehen, um dieses Problem zu debuggen? Mit welchen Applikationen bzw. mit welchem Werkzeug gehe ich daran?

Bevor ich den Elektriker "beschuldige" will ich sicher sein, dass seine Installation schlecht ist und nicht irgendein Kabel oder Gerät von mir.

Ist übrigens Mietwohnung und ich habe nicht auf alles Einfluss bzw. kann nicht alles installieren wie ich will (CAT6, ungeschirmt war schon fast überall drin).

Gruss
Sherry
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn du das überprüfen willst, schraub doch einfach mal die Dose auf. Wenn es eine Dose mit LSA Klemmleiste ist kann man ganz einfach schon auf Sicht prüfen ob dort nen Draht nicht richtig getackert wurde. Bei Modular Jacks kann man zwar auch theoretisch nachprüfen, ist aber ein bisschen fummelig die Teile wieder vorsichtig mehrfach zu öffnen/schließen.
 
Sichtüberprüfung, mit Fotodokumentation, am besten die Bilder hier teilen.
Dann kannst du dir ein Patchkabel aufschneiden, Adern in Paaren kurzschließen, an beliebigen Orten in die Dosen stecken und entsprechend im Rest des Hauses mit dem Multimeter durchmessen.
 
Bei einem Rückfall auf 100Mb deutet alles darauf hin, dass eine Ader wo unterbrochen ist. Das kann wo in einer Dose sein, schlimmstenfalls ein Drahtbruch unterwegs, oder Patchkabel, oder deren Stecker. Üatchkabel kann man temporär tauschen, das Verlegekabel wurde schon beschrieben (jeweils einzelne Adernpaare "durchklingeln"). Hat auch der Elektriker sein Werk, die Leitung nach getaner Arbeit mit einem (natürlich exakterem) Meßgerät durch getestet, wie es einem korrekten Vorgehen entsprechen würde?
 
Durchklingeln wäre mir persönlich zu unzuverlässig, es kann ja auch sein dass ein Draht zwar schon richtigen Kontakt hat aber z.B. zusätzlich mit dem Schirm. Das würdest du nur mit einem richtigen Netzwerkmessgerät sehen (was ich von einem Elektriker auch erwarte, genauso wie das Protokoll davon).
 
Wenn du einfach nur "Kontakt" messen willst, dann kannst du für 10€+- einen billigen RJ45 Netzwerktester/Kabeltester kaufen.
Sowas hier als Beispiel.

Das ist im Prinzip ein unkomplizierteres Durchklingeln. Mehr als "die Ader hat Kontakt" und evtl. Kurzschlüsse zwischen Adern wirst du aber nicht damit finden. Für einen kurzen Test kann ich es aber nur empfehlen.

Der Elektriker sollte aber eigentlich schon überprüft haben, dass alles korrekt verlegt wurde.

Habe ich das eigentlich richtig verstanden, dass du mehrere Switches kaskadiert hast? Wenn du nicht in die Doku geschaut hast welche Ports für einen Uplink (Verbindung zu einem anderen Switch) genutzt werden sollten und alles einfach so verbunden hast kann das auch die Fehlerursache sein, dass die Switches die Geschwindigkeit nicht korrekt ausgehandelt haben.
 
Uplink Ports gibts doch schon lange so gut wie keine mehr. Dafür ist ja Auto MDIX da, mir ist das seit 10 Jahren nicht mehr untergekommen.
 
Da magst du Recht haben. Da ich lange keine Kaskade mehr benutzt habe hatte ich nur noch "mein Switch hat verschieden ausgewiesene Ports" auf dem Schirm. Die haben wohl nur unterschiedliche Priorisierungen.

Nichtsdestotrotz ist es nicht schlecht mal ins Handbuch zu schauen, verschiedene Porttypen gibt es ja wohl immernoch.
 
Eigentlich nicht, wenn die einen Port irgendwie priorisieren würden müsste dort QoS laufen. Bei unmanagebaren Switches die man im Haushalt üblicherweise vorfindet dürfte das wohl nie der Fall sein :). Ansonsten würde es sogar reichen wenn einer der beiden Auto MDIX kann, müssen ja nicht beide Seiten Crossover machen.
 
Die haben in dem Falle QoS tatsächlich verbaut, aber man müsste die Doku schon gut lesen um dann herauszufinden was die dort technisch genau machen, kann gut sein dass es einem nicht einmal etwas nützt. Sowas werden aber die wenigsten kaufen, die meisten Switches machen wirklich nichts anderes als stumpf nach Mac Adressen Pakete an die passenden Ports verteilen (Layer2). Ich vermute du hast so etwas speziell gesucht und gekauft? ;)

Auch der Zyxel hat laut Datenblatt:

Features • Auto-MDI/MDIX in all ports

heißt der macht zwar QoS nach welcher Art und Weise auch immer, Switches könntest du aber an jedem Port anhängen.
 
Ne, ich habe damals einfach ein solides günstiges Switch gesucht (ist schon paar Jahre her). Das Ding hat halt keine 30€ für 8 Ports gekostet und hat mein uraltes Atelco Switch (Hersteller war Logilink oder Atelco Eigenmarke oder so) abgelöst, welches eine etwas zu hohe Leistungsaufnahme hatte. ;)

Die QoS Funktion habe ich ehrlicherweise nicht mal auf dem Schirm gehabt. Das Switch war einfach nur als Internetverteiler ein Stockwerk unter der Fritzbox gedacht. Telefon ist im Flur und Netzwerk wurde im Keller verteilt. Jetzt ist allerdings alles neu verlegt und das Switch wurde obsolet.

Ich wollte hier auch nur ein paar Erfahrungswerte aufzählen, ich bin bei Leibe kein Netzwerkpro. Aber der billige Kabeltester war z.B. schon sehr hilfreich um nicht ganz korrekt eingeklemmte Adern zu erkennen. (Habe hier Cat6+ Dosen selbst verlegt) Und die Uplinkprobleme kenne ich halt noch von vor 10J+. ;)
 
Du hast auch vollkommen Recht, ich wusste nicht dass es Hersteller gibt die sich sowas trauen überhaut auf den Markt zu bringen. Es steht im Datenblatt drin das er Portbasiert QoS macht aber nach welchen Regeln?

Ansonsten wäre es halt egal gewesen, wenn z.B. dieser installiert wäre, so könntest du in jedem Falle ohne Verbindungsabbruch überall die Switches ankoppeln, im Zweifel aber um ein paar % Leistungsgedrosselt wenn der High Prio Port gerade 1Gbit auskostet.

Die Kabeltester funktionieren prima und sind günstig, ich wollte damit nur ausdrücken dass es Fehlerbilder gibt welche diese Tester als OK erkennen aber trotzdem noch Verkabelungsprobleme gibt. Von einem richtigen Elektriker würde ich aber definitiv ein Messprotokoll verlangen, schon aus Gewährleistungsgründen. Als jemand der so etwas regelmäßig verlegt und anklemmt sollte er auch ein passendes Messgerät haben oder leihen können, auf den Messungen sieht man auch die echte Kabellänge, so kann man nicht mehr Meter auf die Rechnung schreiben als tatsächlich in der Wand stecken ;).
 
Ich wollte eigentlich die Dose nicht aufmachen. Der Elektriker kann dann immer sagen ich hätte es kaputt gemacht und die Schuld von sich weisen.

Das sind bei uns die folgenden CAT6 Anschlussmodule, den Anschluss damit zu verkacken ist schon richtig schwierig. Würde mich echt wundern, wenn es wirklich daran liegt.

https://pics.computerbase.de/forum/attachments/844/844915-3311cfa7e9e24301a06be47e85411a90.jpg

Zum Uplink: Das ist sicher nicht das Problem die Unifi In Wall Module werden via PoE über den Switch betrieben. Das ist also so gedacht.

Wie der Elektriken genau gearbeitet hat, kann ich nicht sagen, ich war nicht dabei.

Jetzt stecke ich ein wenig in der Klemme (Schenkelklopfer), entweder ich gehe gleich zu ihm oder ich mache das Zeug selbst auf.
 

Anhänge

  • 2005easynet6aungeschirmt.png
    2005easynet6aungeschirmt.png
    60,4 KB · Aufrufe: 135
Hast du jemanden im Bekanntenkreis mit richtigem Messgerät? Dann hast du es schwarz auf weiß und weißt auch gleich ob der Fehler an deiner Hardware liegt oder wirklich an der Verkabelung. Die Jacks aufzumachen geht zwar aber schön ist es nicht bzw. sollte man für den Fall der Fälle ersetz da haben.
 
Nein aber eventuell würde ich eins kaufen, wenn es nicht übertrieben teuer ist. Irgendwie finde ich mich in der Situation immer wieder selbst Kabel zu verlegen. Gibt es unter den Profis "DAS" Prüfgerät, was man sich anschauen könnte?
 
ich benutze beruflich welche von Fluke aber die sind richtig teuer. Schau einfach nach dem Umfang, es sollte auch günstige geben welche mehr als nur die korrekte Verdrahtung messen (vor allem mit Speicherfunktion).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: sreese
Zurück
Oben