Merz möchte die Klarnamenpflicht

Musst du nicht auf dich münzen, ich kenne dich doch gar nicht lol. "Wat, wer bis du denn?"🤣

Mr KI, das mit dem abgespritzt ist für den Kollegen wohl zu weit von seiner Lebensrealität entfernt. Erkläre noch mal warum es vielleicht positiv ist sich erstmal irgendwo abzuregen - anonym und straffrei - um dann später wenn man sich sortiert hat in einer zivilisierteren Umgebung eine produktivere Diskussion zu führen usw. Bla bla


Grundgedanke
Menschen sind keine rein rationalen Wesen.
Emotion kommt oft vor Argument.
Wenn es keinen Raum gibt, in dem Emotionen zunächst ungefiltert abfließen können, tragen Menschen sie direkt in sachliche Debatten hinein.

Das macht diese Debatten schlechter – nicht besser.
1. Emotionale Entladung ist ein reales Bedürfnis
Bei Wut oder Frust passiert biologisch messbar:
Stresshormone steigen
Puls und Blutdruck erhöhen sich
kognitive Kontrolle sinkt
Schwarz-Weiß-Denken nimmt zu
In diesem Zustand sind Menschen kaum fähig zu differenzierter Argumentation.
Ein anonymer Raum mit geringen sozialen Konsequenzen kann wie ein „Druckventil“ wirken:
Emotionen werden externalisiert
die innere Spannung sinkt
die Person fühlt sich gehört (auch wenn es nur symbolisch ist)
Das ist kein Idealzustand – aber funktional.

2. Trennung von Emotion und Argument erhöht Diskursqualität
Wenn man zwei Ebenen trennt:
Ebene A – Ventil
ungefiltert
emotional
anonym
ohne dauerhafte Identitätsbindung
Ebene B – Diskurs
moderiert
mit Pseudonym oder Klarnamen
argumentativ
langfristige Reputation
Dann kann folgendes passieren:
Person ist wütend → geht in Ventilraum
Emotion klingt ab
Danach Beteiligung im Diskursraum strukturierter
Ohne Ventil verschmelzen beide Ebenen – und jede Diskussion wird zum Ventil.

3. Warum das gesellschaftlich sinnvoll sein kann
Wenn Emotion keinen legitimen Kanal hat, sucht sie sich einen:
Radikalisierung in geschlossenen Gruppen
permanente Eskalation
moralische Aufrüstung
Identitätspolitik als Dauerzustand
Ein klar abgegrenzter, freiwilliger „Rau-Raum“ kann paradoxerweise stabilisierend wirken, weil:
nicht jede Bühne moralisch aufgeladen ist
nicht jede Äußerung existenzielle Folgen hat
Fehler und Übertreibung reversibel bleiben
Das reduziert Angst – und Angst ist ein massiver Polarisierungstreiber.

4. Parallele zur Offline-Welt
Auch offline gibt es unterschiedliche Kommunikationszonen:
Stammtisch ≠ Parlament
Kabarett ≠ Gerichtssaal
Kneipe ≠ Vorstandssitzung
Wir akzeptieren unterschiedliche Regeln je nach Kontext.
Dein Argument überträgt dieses Prinzip ins Digitale: Nicht jede Plattform muss die digitale Version eines Gerichtssaals sein.

5. Der zentrale Punkt
Das Ziel ist nicht „mehr Beleidigung“.
Das Ziel ist: Emotionen räumlich und funktional von strukturiertem Diskurs zu trennen.
So kann:
Chaos kreativ bleiben
Diskurs produktiv bleiben
Ohne diese Trennung neigt alles entweder zur totalen Anarchie oder zur totalen Normierung.

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Die Menschen brauchen Ventile, und da die onlinewelt einen immer größeren Teil unseres Lebens darstellt, braucht es auch da diese Räume wo das möglich ist. Als Flüchtlingshelfer habe ich viel mit jungen Migranten zu tun, und als Coach auch grundsätzlich viel mit jungen Männern an sich, denen in unserer modernen Gesellschaft immer weniger Raum zugestanden wird wo sie sich ausleben können und das tragen sie natürlich auch ins Netz.

Man braucht Boxvereine, Gyms, Puffs und freie Netzplattformen für diese Bedürfnisse.
Der Ursprung der Diskussion kommt ja daher, eben weil die onlinewelt immer wichtiger wird, wollen wir unsere Realwelt Regeln usw. dort hineinbringen. Und ja das ist bestimmt richtig, aber gleichzeitig geht - wenn man das auf das komplette Netz überträgt - der ursprüngliche Zauber des Internets verloren.

Das Internet erfüllt(e?) eine Funktion als Gegenraum zur Realität.
Es ist eine Art:
Experimentierfeld
Druckventil
kulturelles Labor
Ort für radikale Ideen
Wenn man es vollständig domestiziert, verliert man diese Funktion.
 
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Falls ich das alles richtig verstehe, wünschst Du Dir eine digitale Gummizelle in der man sich anonym austoben kann um dann mental gestärkt und abreagiert in eine sachliche Diskussion einsteigen zu können?
 
Jein. Die zeitliche Abfolge dient nur dazu um das näher zu bringen.

Aber so ungefähr ja, wir haben überall gummizellen die du vielleicht nicht kennst, weil du sie nicht brauchst. Ich will dir nicht zu nahe treten aber das ist so ein typisches Muster was man bei solchen Diskussionen mit Technokraten, mit Politikern fernab der Basis u.a. vorfindet. Der asexuelle Einsiedlerkrebs glaubt entscheiden zu können was für die Gesellschaft das richtige ist.
 
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Sei mir nicht böse, aber für mich redest Du wirres Zeug. Komme doch mal auf den Punkt.

Anonyme Chaträume in denen sich dann Menschen, die eine halbwegs gepflegte Kommunikation wünschen gar nicht aufhalten? Dafür darf man da anonym jeden Mist posten, sei er auch noch so menschenverachtend, beleidigend, sexistisch etc.?

Und dann einen moderierten Bereich mit Klarnamenpflicht, auf dem man sich gesittet unterhält?

Und wo glaubst Du Dich hier aufzuhalten, wenn man sich solche Dinge anhören muss?
Ford_Prefekt schrieb:
Chatgpt, erkläre es verständlicher für einen begriffsstutzigen EU Technokraten:
Ford_Prefekt schrieb:
Der asexuelle Einsiedlerkrebs glaubt entscheiden zu können was für die Gesellschaft das richtige ist.
 
Ford_Prefekt schrieb:
Das macht diese Debatten schlechter – nicht besser.
1. Emotionale Entladung ist ein reales Bedürfnis
Ja sicher, aber machs bitte privat. Da kannste in deinen 4 Wänden dich ergehen wie du willst. aber nicht öffentlich, da ist und bleibt das im bestens falls sinnloses geplärre. Oder eben auch schlicht und ergreifend strafrechtlich relevant.

Sinnloses Rumgekeife, Beleidigungen und Stammtisch machen eine Debatte ganz ganz ganz GANZ 100% sicher in keiner Weise besser.

Und Beispielhaft zeigt das dein erster BEitrag hier: Völlig sinnfrei, unverständlich und der Debatte in keinem Stück zuträglich.
 
Das was du beschreibst ist ja der ist-Zustand. Es gibt jede Menge Plattformen, wo du schreiben kannst was du willst, ja ich denke das ist gut so, ich bin froh darüber, dass es außerhalb der EU andere Gesetzeslagen gibt, weil mir der momentane Kurs schon zu stark reglementiert ist und die Zukunft düster aussieht.

Gleichzeitig gibt es ja reglementierte Plattformen, wie dieses Forum, für den gesitteteren Austausch, da braucht es nicht unbedingt Klarnamenspflicht aber das wäre dann die nächste Stufe der Seriösität.
Ich denke mal wir sind hier weil wir in einem reglementierten Rahmen gesittet aber doch anonym uns Austauschen möchten, das könnte man meiner Meinung nach sogar noch verschärfen aber nur dann wenn man die Wahl hat ob man das möchte oder nicht.
Grundsätzlich finde ich diese Art wie es hier gemacht wird eigentlich sehr attraktiv. Klar die Moderation hat eine Einstellung, die einem vielleicht nicht passt, es sind Menschen und die machen Fehler aber zumindest sind sie greifbar. Wenn man bei social Media irgendwas schreibt dann ist man immer nur den Algorithmen ausgeliefert und egal ob man jetzt links rechts oben unten drauf ist dann kann es ganz schnell sein dass man mundtot gemacht wird und man es nicht mal mitbekommt. Und die unreglementierten sind halt einfach ein Tollhaus, da habe ich auch keine Lust mehr drauf.

Will sagen, ich finde Twitter absolut nervig, 4chan und all so ein Müll kann mir komplett gestohlen bleiben, außer youtube meide ich alles konsequent an social Media aber ich bin nun mal keine 20 mehr und sehe dass andere Leute andere Bedürfnisse haben und möchte ihnen nicht vorschreiben wie sie philosophieren sollen.

Vorteil wäre z.b. die Entkriminalisierung. Wenn man sich auf geregelt ungeregelten Plattformen austauschen kann, dann muss maln nicht zu in Tonga beheimateten Plattformen wo dann auch ganz schnell andere Dinge laufen, die wirklich vollwerflich sind und mit denen man dann schnell in Kontakt kommt.

Wie gesagt nimm es nicht persönlich, ich bin nur ein ganz normaler Prolet und Hammerwerfer, der höchstens zum Nachdenken anregen möchte aber nicht beleidigen, dafür bin ich auch mittlerweile zu grau
 
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Erkekjetter schrieb:
Sinnloses Rumgekeife, Beleidigungen und Stammtisch machen eine Debatte ganz ganz ganz GANZ 100% sicher in keiner Weise besser.
Ihr Fehlen könnte die Debatte verbessern.
Genau das sollen die "Ventilräume" ermöglichen. Damit soll nur erreicht werden, dass nicht in sachliche debattenm hinein gepoltert wird.
Theoretisch finde ich die Idee gut. Aber meine Erfahrungen in der Praxis zeigen mir, dass das nicht funktionieren wird.

Dem Polterer machts doch einfach keinen Spass, irgendwo zu poltern, wo das alle machen und wo sich dementsprechend auch niemand darüber aufregen sollte.

Wenn das Konzept funktionieren würde, dann würde man sich keine Klarnamenpflicht wünschen.
Die Ventilräume gibts nämlich schon heute ... es macht halt nur keinen Spass, da Dampf abzulassen, weil man da eben nicht in einem "gesitteten" Forum schreibt. Da gibts dann eventuell paroli ... an Stellen, wo der "gesittete" Forist in betretenes Schweigen fällt, meldet und eventuell den ignore-button betätigt.
 
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DerOlf schrieb:
Wenn das Konzept funktionieren würde, dann würde man sich keine Klarnamenpflicht wünschen.
Warum erstellt man dann nicht ein Safespace Social Media? Da darf man nur nach Postident und Angabe der Kontonummer hin. Und alle Klarnamenuser können da dann ganz gesittet diskutieren ?
 
M-X schrieb:
Warum erstellt man dann nicht ein Safespace Social Media?
Ja, ich fänd das super und würde mich da wahrscheinlich mega wohlfühlen, solange die Moderation neutral ist und Meinungsvielfalt 🌈 vorherrscht. Müsste man sehen ob dass die Leute annehmen.

Ich habe mich von social Media weitgehend verabschiedet, vielleicht sollte ich mal in das fediverse, Mastodon u.a. EU Plattformen ausprobieren aber vermutlich wird es für mich zu einschränkend sein bzw. der akzeptierte Meinungskorridor zu eng sein, dafür bin ich nun mal zu "wirrköpfig". Ich verweise da auch auf Precht oder Rostalski aus dem Ethikrat (Buchkritik spektrum.de), Stichwort Diskursvulnerabilität. Die Kölner Rechtsphilosophin hat auch noch einige andere sehr interessante Aussagen in der Vergangenheit getätigt Stichwort Majestätsbeleidigung a la Schwachkopf Habeck, leider fast alles hinter Bezahlschranken (BZ)

@DerOlf
Hmm, grundsätzlich ist das Netz ja eher ein Tollhaus bzw. nur in der EU und in Unrechtsstaaten wird derart reguliert. Schwachkopf Habeck kam ja nur zu Stande, weil es ein Deutscher ohne VPN war. Will sagen, das ist ja der Urzustand.
DerOlf schrieb:
Wenn das Konzept funktionieren würde, dann würde man sich keine Klarnamenpflicht wünschen.
Wenn offline boomer auf einmal das Neuland entdecken...
 
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Also alle Save-Spaces welche ich kenne sind Echo-Kammern wo jegliche andere Meinung unterdrückt wird.

Manche Menschen brauchen das.
Durch eine restriktive Moderation lässt sich das ja auch sehr einfach umsetzen.
Dafür braucht es keine Klarnamen.
 
florian. schrieb:
Also alle Save-Spaces welche ich kenne sind Echo-Kammern wo jegliche andere Meinung unterdrückt wird.
Ja, das ist die beste Definition eines safe-spaces, den man menschengemacht liefern kann. Anders funktioniert das Konzept ja überhaupt nicht. Wie sinnvoll das ist, darf jeder selbst entscheiden, und auch jeder implementieren, nur....

florian. schrieb:
Manche Menschen brauchen das.
Durch eine restriktive Moderation lässt sich das ja auch sehr einfach umsetzen.
Dafür braucht es keine Klarnamen.
.... haben wir genau dann ein Problem, wenn diese spaces zur Monokultur werden und keine anderen spaces mehr zugelassen werden. In der social media Welt waren wir kurz davor, einen solchen Zustand de facto zu erreichen, und sind ganz knapp an einer riesengroßen Katastrophe vorbeigeschlittert.
 
Habe letztens gesehen das unser Merz in China war und sich dort grinsend die Roboter Kämpfe/Show angeguckt hat. Wie krass er begeistert war :D egal bt2:

Mittlerweile glaube ich gar nicht mehr das er damit durchkommt. Das mit dem <16 Jahre Verbot wird er doch auch gar nicht durch kriegen wenn fast alles bei Twitter, Facebook usw abgeht. Wie soll das gehen? Alle deutschen müssen sich verifizieren aber ausm Ausland nicht?

Dann werden es viele wie in China machen und über TOR, VPN etc rein gehen und schon ist die Lücke ausgehebelt. Als ob Jugendliche nicht wissen wie das geht? Ich denke viele von denen werden mindestens eine Person kennen, die das für die anderen einrichtet oder zeigt.

Erinnert mich damals in der Schule an die Orange Box die ICQ und viele Seiten blockiert hat. Kaum war der Lehrer mal weg und man ging an den Haupt PC, war es für viele frei geschaltet ohne das der Lehrer es merkte (außer jemand war so doof und hat ICQ usw sichtbar geöffnet während er seine Runde machte).

Wenn es bei uns schon nicht wenige PC Freaks gab, dann wird das heute wo jeder Smartphone, PC usw hat + in den Schulen gibt's weit mehr IT als bei uns früher, da kann mir keiner sagen das es sich dann nicht schnell herumspricht wie man das ganz einfach umgehen kann.

Das Gesetz ist also komplett hirnrissig und bringt einfach mal gar nix. Ich denke Klarnamen + Social Media ab 16+ wird so nicht kommen. Wenn dann wird das Gesetz sicher nochmal geändert bis es dann richtig verabschiedet werden kann. Ich tippe trotzdem darauf das zumindest die Klarnamen Pflicht in der Form nicht kommen wird.
 
der Vorstoß von Merz zeigt halt einfach nur wie weltfremd er ist.
Politiker, Journalisten, Personen des öffentlichen Lebens usw. können und wollen ja auch oft mit Klarnamen auftreten.

Aber will "SSD Freak" wenn er sich bei VW für eine IT-Stelle bewirbt, dass die Personalleiterin jegliche Meinung von ihm welche er die letzten 20 Jahre von sich gegeben hat, googlen kann?

Kann man dann seine Meinung wirklich noch frei äußern?
Oder müsste man sich immer überlegen, ob das nicht doch irgendwie nachteilig sein könnte?
Ich bin pro Abtreibung. Mit dieser Meinung hab ich mir jede Chance, auf eine Arbeitsstelle eines kirchlichen Trägers verbaut. --> Ich werde diese Meinung nicht mit meinem Klarnamen äußern.

Das würde nur dafür sorgen, dass öffentliche Soziale Medien aussterben, und die Leute stattdessen auf geschlossene Chat-Gruppen ausweichen.
Welches Problem wird damit gelöst?
 
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Was Merz angeht, denke ich, dass das einfach sein Stil ist bzw. vielmehr Strategie. Aus seiner Sichtweise ist das also gar nicht weltfremd oder von gestern, sondern höchst angepasst an die moderne Medienlandschaft oder anders gesagt diese Weltfremdheit die wir fühlen ist gewollt oder zumindest einkalkulierter Nebeneffekt.

Er bleibt bewusst bei solchen Vorstößen immer unscharf und detailarm. Hat er überhaupt Klarnamen"pflicht" gesagt?

Der Merz macht das imo schon sehr gut, bzw. seine Strategie geht wie gewollt auf. Egal ob Stadtbild, euro Nuklearschirm, "es muss mehr gearbeitet werden", stärkste Armee in Europa, usw.

Ich habe ihn nicht gewählt aber mittlerweile muss ich sagen, ich bin ein bisschen ein Fan. Er gibt richtig Gas, er stößt ständig Debatten an, die nötig sind, gibt klare Signale an die Großmächte, versteift sich nicht ständig auf den moralischen Imperativ sondern übernimmt Verantwortung.

Ein Scholz oder Mutti hätte vielleicht sowas hier gesagt: „Wir sollten regulatorische Anpassungen der Pseudonymitätsregeln unter Berücksichtigung des Telemedienrechts prüfen.", der Fritz sagt, im Internet schreiben die Leute zuviel Scheiße unter Pseudonymen. Der weiß selbst, dass eine Klarnamenpflicht nicht umsetzbar ist, schon die Altersprüfung a la Australien ist ja auch nur halbgarer gummimist.
 
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Ja, z.B. auf den letzten Buchstaben des Wortes ;).
 
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Schwachkopp schrieb:
Ich würde sagen, es kommt darauf an... ;)
Diese ganze Debatte ist ja symptomatisch für die Entwicklung unserer Gesellschaft.

Eine liberale Gesellschaft funktioniert nur, wenn Menschen mit Kränkung, Provokation, Unsicherheit und sozialem Risiko umgehen können.

Man braucht also eine gewisse psychologische Robustheit, Freiheit ist auch immer mit Zumutung verbunden. Was wir sehen ist ein mentaler Wechsel von Selbstverantwortung zu Fremdverantwortung.

Wenn jede Form von Unannehmlichkeit reguliert wird, entstehen:
neue Tatbestände (Catcalling, Hass und Hetze z.b.)
neue Kontrollmechanismen
neue Eingriffsbefugnisse
Also ein riesiger Staat mit völlig überlasteter und wachsender Justiz, die sich um jeden Mumpitz kümmern muss.

Das Problem ist die Logik dahinter:
Schutz vor Unangenehmem wird wichtiger als Freiheit.

Die Menschen trainieren nicht mehr ihre
Konfliktfähigkeit
Schlagfertigkeit
emotionale Resilienz
Eigenverantwortung
Risikokompetenz

und werden nur noch empfindlicher, ein psychologischer rückkopplungseffekt.

Man muss nicht alles was der Snowflake Mentalität zugrunde liegt kritisieren aber vieles zeigt halt doch dass die Menschen immer dümmer, kompetenzarmer und unmündiger werden.
 
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Ich halte deine Aussagen in dieser als Fakten dargestellten Form für kompletten Unfug. Du stellst diese Aussagen hier hin, als wären sie allgemein anerkannter Konsens. Das sind sie mitnichten.

Insbesondere die Aussagen dahingehend, das es früher besser war und die Menschen besser damit umgehen konnten. ich kann es echt nicht mehr hören dieses Blabla, dass man früher mehr durfte, mehr konnte etc. pp. Woher kommt diese komplett verdehte glorifizierung der Vergangenheit? Seit Jahrtausenden kommen Menschen daher und treffen diese Aussage. Die Realität ist das exakte Gegenteil.

Besonders bei diesem Thema ist es besonders hanebüchen. Noch nie in der Geschichte der Menschheit konnte man so detailliert so umfangreich jede Art der Meinungsäußerung in Bild, Schrift, Audio und Video festhalten, archivieren und auch wieder durchsuchen wie mit dem Internet. Diese ganze Thematik ergibt sich erst dadurch und war zuvor in der Form gar nicht bekannt. Es ist umhin völliger Unfug, dass Menschen das früher besser konnten. Konnten sie nicht, sie mussten sich nichtmal diesem Problem stellen.
 
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Vor allem ist es auch mal wieder eine Täter-Opfer-Umkehr. Nicht der, der beleidigt, pöbelt oder gar gewalttätig wird muss sich anpassen, sondern das Opfer soll sich doch bitte eine Resilienz dagegen zulegen oder sich einfach nicht so aufregen.
 
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Incanus schrieb:
Täter-Opfer-Umkehr. Nicht der, der beleidigt, pöbelt oder gar gewalttätig wird muss sich anpassen, sondern das Opfer
Und die Klarnamenpflicht ist in dem Bereich besser, es müssen sich nur Täter umgewöhnen an neue Regeln? Ach nein, die soll ja alle treffen....Ja, das macht es dann natürlich besser.
 
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