Knergy schrieb:
Ich möchte garnicht wissen, was da teilweise für "Parallelgesellschaften"" entstehen.
Das ist halt auch so ein Faktor, die bubbles verkriechen sich, vegetieren und radikalisieren vor sich hin.
Ich liebe es da reinzugehen. Ich war vor einigen Jahren auf diesem Discordserver von clownswelt u.a., dieser AfD nahen Bubble von Youtube. Um da reinzukommen muss man mit denen ein Telefongespräch führen und wird politisch abgeklopft, hatte bestanden lol. Alter Verwalter, ich war sooo massiv enttäuscht. So schnell wurde ich noch nirgendswo gebannt für Fragen und mildesten Widerspruch. Auch bin ich seit vielen Jahren Mitglied in einer WA Tuner Gruppe, wo man nur gegen Bezahlung (für Analysen gedacht) reinkommt - auch die totale Parallelgesellschaft.
Mein Insta algo - habs gelöscht - führte mich mittels raigebait immer tiefer in die, ich übertreibe nicht, radikalfeministische Bubble wo wirklich starker Hass gegenüber dem Westen/ den Weißen und Männern herrschte, also wirklich echter Extremismus. Ich wusste von Anfang an, dass ich da ganz passiv und zahm diskutieren sollte und wurde nur verhauen und offen diskriminiert. Aber es war öffentlich und sie wurden immerhin immer wieder druch den Algo mit Gegenpositionen konfrontiert und wer zu klarem Denken in der Lage ist findet da auch wieder raus und mäßigt sich.
Ich hab dann aber auch irgendwann begriffen, dass das ein ganz toxisches System ist. Die Influencer machen ja bewusst ragebait um Aufmerksamkeit zu kriegen, andererseits kreieren sie aber auch einen vermeintlichen (Safe-)space für die eigentliche Zielgruppe in der man seinen Frust gemeinsam loslassen kann und emotionalen Halt bekommt.
Das ist bei mir vllt. noch etwas stärker ausgeprägt aber wir kennen es denke ich alle:
Neugier auf extreme Positionen
Bock auf intellektuellen Wettbewerb („kann ich dagegen argumentieren?“)
Faszination für fremde Weltbilder
usw.
Das Problem ist nur:
Viele Communities sind nicht auf Diskurs ausgelegt, sondern auf Zugehörigkeit.
Will sagen, wenn einen das nervt, einfach weggehen und die Leute reden lassen. Wer guten Diskurs sucht, muss dahin gehen wo es ihn gibt, deswegen sind wir hier.
Was uns glaube ich aber auch alle frustriert, dass man kaum noch Orte dafür findet. Ich sehe aber nicht, dass man da mit (Straf-)Gesetzen oder Regulierung groß was man machen kann.
"Also etwas mit einem Querschnitt durch die Gesellschaft und nicht bspw. wie hier mit ähnlichem Interesse."
Jein, Facebook ist ja schon auch ein Filter. Ist das für uns Diskurswillige nicht per se Schmutz?