Netzwerkdosen mit Patch-Kabel verbinden

JimTom

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Hallo zusammen,

ich habe eine Frage auf die ich per Google einfach keine richtige Antwort gefunden habe:

Kann ich zwei Netzwerkdosen per Patchkabel verbinden? Oder wenn ich 2 Verlegekabel auf eine Doppeldose aufgelegt habe, kann ich vorne zur Verbindung ein Patchkabel reinstecken?

Ich habe mal diese schematische Skizze gemacht, wir bekommen im Keller das Glasfaserkabel gelegt, dort wird es im "NT" auf ein LAN-Kabel gewandelt. Was die Leitungswege der Verlegekabel angeht habe ich keine andere Wahl als in der Darstellung, somit sind das die Vorgaben.

Der Hintergrund ist, dass ich mir die Option lassen möchte irgendwann den Router in das 2. OG zu stellen und per Kabel dann im 1. OG einen AccessPoint anzuschließen.

Würde das wie in meiner Skizze funktionieren oder bräuchte ich dafür bereits einen Switch?

Vielen Dank im Voraus!
 

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Nilson

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Geht. Hast dann halt ein langes Kabel
 

rg88

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Würde das wie in meiner Skizze funktionieren oder bräuchte ich dafür bereits einen Switch?
kannst schon so machen. Aber das schaut nach ner sehr langen Leitung (50m, max 100m sind im Standard vorgesehen) aus. Jedes Mal, wenn du hier eine Dose oder ein neues Kabel dazwischen hängst, wird das Signal schlechter, weil du da einen zusätzlichen Widerstand einbaust. Halte ich für keine gute Lösung und wird wahrscheinlich zu Problemen führen
 

rg88

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Sind dann trotzdem 10 Widerstände die zu überwinden sind und über 30m Kabel. Optimal ist das nicht.
 

JimTom

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Ok, hast du vielleicht eine andere gute Idee?

Ich könnte z.B. RJ45 Stecker auf das Verlegekabel crimpen, dann würde ich schon Dosen sparen.
NT --> Kabel mit RJ45 --> Dose im 2. OG --> Kabel --> Dose im 1. OG --> Patchkabel --> Router

Am besten wäre dann wohl:
NT --> Kabel mit RJ45 --> Router --> Patchkabel --> Dose 2. OG --> Kabel --> Dose 1. OG --> Access Point

Ich kriege im Endeffekt über Glasfaser 300mbit zur Verfügung gestellt. Da ich mit allen Endgeräten nur über WLAN reingehe, würde es reichen, wenn ich am Ende vllt. 100mbit am Router habe, da das WLAN in 2,4Ghz ja in der Regel sowieso nicht so leistungsstark ist. Komme von 12mbit, von daher ist alles für mich ein Fortschritt :D
 

rg88

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Ich könnte z.B. RJ45 Stecker auf das Verlegekabel crimpen, dann würde ich schon Dosen sparen.
Nein, das sollte man tunlichst lassen. Genauso wenig wie man Patchkabel an Dosen aufklemmt.

Ideal wäre: Bohr ein Loch von Keller ins EG und dann weiter ins 1.OG und schon hast du eine direkte saubere Verbindung.

Du kannst das andere auch probieren, aber gut ist das nicht als permanente Lösung.
 

BFF

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Warum geht da kein Verlegekabel direkt zu der Stelle wo der Router ist?

Anyway.
Ist im Endeffekt wurscht.
Dein Konstrukt wird immer nur dann zusammenbrechen wenn Du irgendwo ein Patchkabel rausziehst.
Datentechnisch voellig ok. Mach zur Not sogar Gigabit. ;)

BFF
 

JimTom

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Warum geht da kein Verlegekabel direkt zu der Stelle wo der Router ist
Das Kabel vom 2. OG ins 1. OG ist fest montiert, 8 paariges aus einer ISDN Anlage vom Vormieter. Laut meiner Recherche sollte das bei 3m Länge keine Schwierigkeiten geben.



Nein, das sollte man tunlichst lassen. Genauso wenig wie man Patchkabel an Dosen aufklemmt.
Ok, ich dachte dafür gibt es diese extra RJ45 für Verlegekabel und dann entsprechend Keystone Module. Dachte so könnte ich die Kabel im Zweifel einfach zusammenstecken.
 

BFF

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Dann wuerde ich Dir empfehlen das zu machen was Du wohl schon selbst in Post #7 schreibst.

1571688689710.png


Weil sonst hast Du viel Kabelage ohne echten Nutzen.

BFF
 

DeusoftheWired

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Sieht eher nach Bus als nach Stern aus. :D

Wenn du schon verlegst, tu dir einen Gefallen und verleg vom Keller, in dem wegen der Geräuschkulisse üblicherweise ONT, Router, Patchpanel, Switch (NAS, Server etc.) stehen, zu jeder Dose in den oberen Räumen auch ein Verlegekabel. Nennt sich sternförmige Verkabelung.
Das eine Ende des Verlegekabels wird auf die Dose aufgelegt. Das andere Ende das Verlegekabels wird im Keller auf ein Patchpanel aufgelegt. An dieses Patchpanel kommt dann via Patchkabel ein Switch. So kann jedes Gerät an einer Dose mit jedem anderen Gerät an einer Dose ohne Leistungseinbuße reden.
Für unterbrechungsfreies WLAN auf jeder Etage einen Access-Point an der Decke montieren. Welcher AP gerade genutzt wird, regelt das Endgerät selbst oder eine Mesh-Steuerung im Router. Ist an der Decke keine Spannungsversorgung für die APs vorhanden, kannst du über PoE-gespeiste APs nachdenken. Der Switch muß das dann natürlich injizieren können.
Im zweiten und ersten OG ist jeweils eine separate Dose. Halte das aber aktuell für recht wenig. Je nach Ausstattungswunsch ruhig mehrere Dosen pro Geschoß vorsehen. Denk dran, daß du nur einmal Dreck machst, also mach das dann wenigstens richtig und nicht so, daß du in zehn Jahren wieder welchen machen mußt. :D Eine Dose pro Raum ist bei Neuverkabelungen fast schon Standard.

Switch bzw. Patchpanel brauchst du dann natürlich mit entsprechender Portzahl. Mit 8 Port würde ich bei einem fünfgeschossigen Haus ehrlich gesagt nicht anfangen. 16 sind okay.

sternförmigeverkabelung.png


Daran denken, daß das Schaubild eine logische Verschaltung darstellt und keine physikalische. Ob du links oder rechts an der Hauswand das Kabel verlegst, macht für die Logik keinen Unterschied, nur für die Physik.
 
Zuletzt bearbeitet:

jensxp

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Ja, mach das so wie du vorgeschlagen hast. Ich hatte das gleiche Problem. Ich musste ebenfalls zusehen wie ich mit den baulichen Gegebenheiten zurecht komme. Ins Arbeitszimmer komme ich auch nur indem ich vom Keller erst in das Dach gehe und dort nach unten verteile.
Heimnetz.JPG
 

Raijin

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Nur zur Sicherheit: Gesetzt den Fall, dass die Dosen unterwegs nur Einzeldosen sind, wird das so zumindest funktionieren. Wären es Doppeldosen, du aber nur ein Kabel ziehst, darfst du nur einen Port voll beschalten und diesen dann jeweils durchreichen, der zweite Port läge bei der Doppeldose also brach.


Der Hintergrund ist, dass ich mir die Option lassen möchte irgendwann den Router in das 2. OG zu stellen und per Kabel dann im 1. OG einen AccessPoint anzuschließen.
Es ist nur bedingt sinnvoll, jetzt eine Krücke für eine "Option" zu basteln, die "irgendwann" zum Einsatz kommt.

Wenn du das "irgendwann" machen möchtest, solltest du tendenziell auch "irgendwann" eine halbwegs vernünftige Verkabelung ziehen. Entweder in einfacher Form mit einem einzelnen Kabel wie @BFF es zeigt vom Keller ins 1. OG oder gar eine vollständige Verkabelung wie bei @DeusoftheWired zu sehen ist.





Bei der 100 Meter Grenze muss man übrigens berücksichtigen, dass es sich dabei um 90 Meter Verlegekabel + 2x 5 Meter Patchkabel = 100 Meter handelt. Erhöht man den Patch-Anteil, sinkt die spezifizierte Gesamtlänge. Jeder weitere Meter Patchkabel "kostet" 1,5 Meter Verlegekabel und so dürfte laut Spezifikation beispielsweise eine Strecke aus reinem Patchkabel maximal 70 Meter lang sein.
Es wird zwar nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird, weil die Bits ja nach 100 oder eben im worst case 70 Metern gegen eine unsichtbare Wand knallen, aber geht man über diese Länge hinaus, können Paketverluste bzw. Leistungseinbußen die Folge sein.
 

h00bi

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Da es hier um Glasfaser geht ist die Position des Routers ziemlich egal.
Der in #1 beschrieben Vorschlag ist damit völlig praktikabel, wenn auch nicht 100% ideal.

Du hast dann aber keine einzige LAN Dose im ganzen Haus, die du nutzen kannst, außer die direkt am Router. Willst du sonst alles nur per WLAN machen?
 

Wilhelm14

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Laut #7 soll das alles 2,4 GHz werden. Für mich wäre das auch nichts.
Erhöht man den Patch-Anteil, sinkt die spezifizierte Gesamtlänge.
Das sind doch nur Richtwerte. Die Zahl der enthaltenen Übergänge ist egal, was letztlich in Summe heraus kommt, spielt eine Rolle. Es kann einem auch ein einzelner RJ45-Übergang in drei Meter Leitung einen Strich durch die Rechnung machen. Natürlich führt man das eigentlich und nach Möglichkeit anders aus. 🙂
Wenn die Stöpselei läuft, dann läuft sie. Wenn nicht, muss gehandelt werden. Macht den Leuten doch nicht immer Angst.
 

Raijin

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Wenn die Stöpselei läuft, dann läuft sie. Wenn nicht, muss gehandelt werden. Macht den Leuten doch nicht immer Angst.
Und wenn der TE nun Löcher in die Hauswand bohrt, ein Kabel am Haus entlang legt, alles zusammenstöpselt und dann merkt, dass es Probleme gibt? Dann hätte er sich das alles sparen können. Genau darum geht es doch in diesem Thread: Kann es Probleme geben? Wenn ja, welche? Die Segmentlänge ist eines davon, besonders wenn zwischendrin Kabel mit unbekannten Eigenschaften zum Einsatz kommen wie das vermeintliche ISDN-Kabel.

Was hat das mit Angst machen zu tun? Maximale Segmentlänge = 100 Meter bzw. 70 Meter bei Patch-only. Wenn der TE da nicht drankommt, weil er nur auf ca 40 Meter kommt, ist doch alles in Butter. Im übrigen habe ich schließlich auch geschrieben, dass Leistungseinbußen über die maximale Länge hinaus die Folge sein können..


Nichtsdestotrotz muss man in solchen Fällen die Segmentlänge ansprechen. Durch zu hohe Widerstände, ausgelöst durch schlechte Kontakte oder eben auch durch zig Stecker/Dosen/Kabel, kann das Signal zusätzlich abgeschwächt werden und es kann durchaus vorkommen, dass der NIC am anderen Ende vom 1 Gbit/s Modus auf 100 Mbit/s runterschaltet, um die Stabilität der Verbindung zu gewährleisten.

Es kann daher zu Problemen kommen, muss es aber nicht. Garantieren kann man weder das eine noch das andere, aber der TE sollte sich dessen bewusst sein bevor er Löcher in die Hauswand bohrt und ein Kabel bis zum Dachboden legt.


@JimTom : In der Theorie würde es wie schon mehrfach geschrieben wurde so funktionieren wie du dir das vorstellst. Wie es in der Praxis dann läuft, lässt sich nur schwierig vorhersehen. Vermutlich gibt es keine Probleme, da du ja selbst schreibst, dass dir 100 Mbit/s am Router genügen würden und das wird wohl am Ende mindestens klappen. Da du selbst andere Wege ausschließt - ist das EG evtl. fremdbewohnt? - gehe ich darauf nicht weiter ein. Achte beim Verlegekabel aber bitte unbedingt darauf, dass es echtes Kupferkabel ist und kein "CCA", Aluminium mit Kupferüberzug, "günstiges", weil minderwertiges Kabel, bei ebay oder unseriösen Händlern zu bekommen....

Alternativ könnte man es auch so machen:

Code:
#      KELLER       #                  #       2. OG        #      #       1. OG    ...
ONT -- Router -- Dose ----Hauswand---- Dose -- Switch -- Dose ---- Dose ...
                                               /    \
                                              AP    PC
Bei dieser Variante würde der Router im Keller verbleiben und nur die LAN-Verbindung vom Router selbst im Haus verteilt werden. Der Kabelweg bliebe also prinzipiell derselbe, nur dass dort dann LAN anliegt und nicht die Modem-Verbindung zwischen ONT und Router, die sich ja nicht teilen lässt. Durch einen Switch an einer Dose könnte man so die Weiterleitung zur nächsten Dose und kabelgebundene Geräte (zB PC) oder auch einen Access Point anschließen (die Segmentlänge wäre im übrigen auch kein Thema mehr, da sie bei jedem Switch bei 0 anfängt). So würdest du dich nicht ausschließlich auf WLAN verlassen müssen, sondern könntest zumindest punktuell zum Beispiel auch ein NAS oder eine Spielekonsole mit Kabel versorgen.

*edit
Das könnte deine zweite Variante aus #7 sein, aber es ist nicht klar ersichtlich was wie wo da die Verlegeleitung an der Hauswand einzuordnen ist. Ggfs meintest du damit, den Router ins 2. OG zu stellen.
 
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Wilhelm14

Fleet Admiral
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Es kann daher zu Problemen kommen, muss es aber nicht.
Und wenn der TE nun Löcher in die Hauswand bohrt, ein Kabel am Haus entlang legt, alles zusammenstöpselt und dann merkt, dass es Probleme gibt?
Jetzt kommen mir doch Zweifel. Bei Satz 1 sind wir uns ja vermutlich alle einig. Wenn das, was jetzt schon da ist klappt - fertig. Ich habe vielleicht ungenau gelesen und dachte, es soll über Doppeldosen "gepatcht" werden. (Mein Verständnis war, Doppeldose Raum 2 linke Buchse kommt aus Raum 1, rechts geht nach Raum 2 an Doppeldose linke Buchse, rechte geht nach Raum 3 usw. Edit: Ein Freund hat das so gemacht, um Kabel zu sparen. Ich würde es nach Möglichkeit anders machen.)

Wenn tatsächlich gebohrt werden soll, dann vielleicht doch eher so, dass man sich dem Ideal nähert und nicht noch mehr Stolperfallen einbaut. Da habe ich vielleicht den TE missverstanden, sry.
 
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