Jein. Da wo es keine offizielle Schnittstelle gibt, muss NVidia eine proprietäre Schnittstelle anbieten. Sonst kann man das neue Feature ja nicht nutzen. Unter Vulkan, wo es einfach ist eigene Erweiterungen anzubieten, geht das sehr leicht.Tevur schrieb:Diese Algorithmen und Bibliotheken sind fast ausschleißlich proprietär und sind von Konkurrenz-Hardware nicht nutzbar.
Unter DirectX nicht ganz so leicht.
Und dort, wo es auch einen Standard gibt, unterstützt NVidia den ja auch.
Aber warum ist das ein Argument gegen NVidia? Jetzt mal ganz nüchtern. Wenn Du immer wartest, bis ein Gremium eine neue Technik und die dazugehörige Schnittstelle entworfen hat, dann kommt die gesamte Entwicklung zum Stillstand.
Und Du darfst ja eines nicht vergessen: Was treibt denn die Entwicklung an?
Du willst kein Monopol, denn Du hast völlig recht: Ein Monopol lähmt die Weiterentwicklung.
Warum? Naja, der Monopolist muss sich nicht mehr darum scheren, weitere Kunden zu finden. Er hat eh alle potenziellen Kunden schon bei sich.
Aber wenn Du noch Konkurrenten hast, musst Du Dich von ihnen auf irgendeine Weise abgrenzen, um die Kunden für Dich zu gewinnen. Und dazu gibt es zwei Möglichkeiten: billiger oder besser.
NVidia hat immer versucht, die Technik voranzutreiben, um mehr Marktanteile zu gewinnen. GSync, RTX (zusammen mit Microsoft und dem zugehörigen DX-Standard entwickelt), Upscaling, FG und die ganzen kleinen Spielereien, die über die nvapi exklusiv verfügbar sind.
Ja, die sind proprietär (außer RT) – aber was ist denn die Alternative? All das gäbe es nicht, wenn NVidia nicht vorangegangen wäre.
Meinst Du, die Spiele und GPU-Welt wäre wirklich besser, wenn wir keinen Vorreiter wie NVidia gehabt hätten?
Das klingt jetzt schon wieder wie ein Loblied auf diese Firma, aber die Message will ich gar nicht rüberbringen. NVidia ist ein Billionen-$-Konzern geworden, und leider habe ich vor 3 Jahren KEINE Aktien gekauft. Mist. Ich habe jedenfalls keinen Grund, diese Firma persönlich besonders zu mögen.
Aber WAS ich an NVidia immer geschätzt habe, ist deren Innovationsbereitschaft und die Bereitschaft, ins Risiko zu gehen.
Das hat ihnen inzwischen eine Position ermöglicht, die schon verdammt nahe am Monopol ist. Und das ist tatsächlich scheiße (siehe oben).
Nur... Ist das Nvidias Schuld? Oder die der Konkurrenz? Und soll ich nur deswegen jetzt die Produkte der Konkurrenz kaufen, weil ich ja sonst den potenziellen Monopolisten unterstütze? Im vollen Wissen, dass ich dadurch echte Nachteile hätte und MEIN Kauf jetzt sicher nicht dazu beiträgt, dass AMD überlebt und NVidia die Grenzen gezeigt bekommt?
So selbstlos bin ich nicht. Ich kaufe das, was ich persönlich am besten finde. Und bei GPUs sind das derzeit fraglos die Produkte von NVidia.
AMD war mal extrem innovativ. Besonders bei CPUs. Der Athlon und die AMD64-Entwicklung waren Meisterstücke. AMD war damals bereit, voll ins Risiko zu gehen.
Was ist davon heute geblieben? Heute packt man extrem viel Cache auf die CPU, was zwar erstaunlich viel bringt, aber keine große technische Meisteleistung ist. Zugegeben, hat man damit Intel eine lange Nase gedreht (was gut ist). Aber sonderlich beeindruckt hat mich das nicht. Immerhin ermöglicht es, AMD wieder eine Weile zu überleben.
Aber diese Firma muss wieder lernen, echt innovativ zu sein. Die Geeks mit interessanten neuen Techniken zu begeistern. Das hat sie mal getan. Aber leider ist das fast 30 Jahre her.