12/12 Asus A7M266-D, MSI K7D Master-L und Tyan Tiger MPX im Test : Erster Blick auf AMDs Dual-Mainboards

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Kosten

Kommen wir nun zu den Kosten für ein Dual-Prozessor Mainboard. Als erstes fallen natürlich die Kosten für einen zweiten Prozessor an. Da dieser auch gekühlt werden will selbstverständlich auch die für einen zweiten CPU-Kühler. Nicht zu vergessen das Mainboard. Wer von einem bestehenden System umrüstet, kann weiterhin alle seine Komponenten benutzen. Zu bedenken ist lediglich, ob ausreichende Lüftung im Gehäuse herrscht, denn zwei Athlons produzieren eine nicht unerhebliche Menge an Abwärme. Ein Midi-Tower mit mindestens zwei Gehäuselüfter muss es schon sein, wodurch noch geringe Kosten entstehen würden.

Da die für den Multiprozessor-Betrieb vorgesehenen MP-Prozessoren noch immer etwas teuerer sind als die normalen XP-Prozessoren, bietet es sich an, die XPs anstatt der MPs zu benutzen. Ein kurzer Test mit den normalen XP-Prozessoren verlief problemlos. Alle drei Mainboards liefen in unserem Vergleichstest mit Athlon XP1800+ Prozessoren. Allerdings wird es jetzt schwierig werden, noch XP-Prozessoren zu bekommen, die im Dual-Betrieb ihren Dienst verrichten, da AMD dieses Feature aus den XPs seit 1.2.2002 entfernt hat, wodurch die jetzigen XPs für einen Dual-Betrieb untauglich sind. Allerdings kann es sein, dass der eine oder andere Händler ein paar ältere XPs auf Lager hat. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass die XPs ein braunes Gehäuse haben, und in der zweiten Zeile die Produktionswoche und das Jahr, 0208 für die achte Produktionswoche im Jahr 2002, nicht überschreitet. Die ersten beiden Zahlen stehen für das Jahr, die zweiten für die Woche. Denn nur die sind noch aus der alten Produktion und somit Dual-Betrieb tauglich.

Multiprozessor fähiger XP
Multiprozessor fähiger XP

Eindrücke & Fazit

Alle getesteten Mainboards hinterließen während des Test einen guten Eindruck. Die Boards sind gut verarbeitet, gut ausgestattet und problemlos bei der Inbetriebnahme. Lediglich durch die zwei 64bit PCI-Slots, die nicht den Betrieb von älteren PCI-Karten zulassen, da sie keine Kerbe haben, ist man etwas eingeschränkt.


Asus A7M266-D
  • Lieferumfang
  • Stabilität
  • Overclocking
  • Dokumentation
  • 6-Kanal Sound
  • Kein On-Board USB
  • Kein On-Board LAN
  • Wenige Lüfteranschlüsse
  • Wenig Platz um die CPU-Sockel

Besonders in Hinblick auf die Rechenleistung machte das Asus bei uns eine gute Figur. Leider hat es kein On-Board USB, so dass man gezwungen ist, einen PCI-Slot mit der USB PCI-Karte zu verschwenden. Wenn man dann noch eine Netzwerkkarte einbauen muss, da ja das Asus auch diese nicht On-Board hat, fallen schon zwei der fünf PCI-Slots weg.


MSI K7D Master-L
  • Lieferumfang
  • Overclocking herausragend
  • Anschaubbohrungen für CPU-Kühler
  • On-Board USB
  • On-Board LAN
  • Bios gibt die Anzahl der installierten CPUs nicht richtig weiter
  • Wenig Platz um die CPU-Sockel

Das MSI-Board hat uns allerdings etwas geärgert. Jedes Mal beim Neustart wurde in Windows XP, und auch in Windows 2000, nur ein Prozessor erkannt. Das zwang uns das Board mehrmals neu zu starten bis endlich beide Prozessoren erkannt wurden. Trotz der vielen Neustarts konnten wir aber keine Regelmäßigkeit feststellen. Einzig, dass Windows die beiden Prozessoren öfters richtig erkannte, wenn man den Rechner aus- und eingeschaltet hat, könnte man als Regelmäßigkeit bezeichnen.


Tyan Tiger MPX
  • Viele Lüfteranschlüsse
  • Stabilität
  • On-Board LAN
  • Dokumentation
  • Overclocking
  • On-Board USB mit Southbridge Bug
  • Wenig Platz um die CPU-Sockel

Mit dem Tiger MPX verlief dagegen alles problemlos. Es ist zwar nicht das schnellste, und das Bios lässt auch zu wünschen übrig, aber dafür entschädigen die 6 PCI-Slots und die On-Board LAN Schnittstelle. Hier ist noch eine Menge Platz für zusätzliche Erweiterungskarten vorhanden.

Probleme mit Software, weder mit etwas älterer oder auch neuerer Software, durch die beiden Prozessoren traten nicht auf. In einem Belastungstest, in dem auf beiden Prozessoren SETI@home lief, gleichzeitig eine CD On-The-Fly gebrannt wurde, Musik nebenher gehört wurde, ein Download einer 80 MB Datei im Hintergrund lief und noch dabei im Internet gesurft wurde, bereitete keinem der Testkandidaten die geringsten Probleme. Im Gegenteil, man kann genauso weiter arbeiten als wenn man nur die momentan aktive Anwendung offen hätte. Insgesamt gesehen kann man sagen, dass ein Dual-Prozessor Mainboard auf jeden Fall sein Geld wert ist, wenn man viel mit seinem PC arbeitet. Für die Spiele-Freaks ist ein Dual-Prozessor Mainboard aus Sicht der höheren Performance bei Spielen, kein Kaufgrund. Denn nur sehr wenige Spiele unterstützen zwei Prozessoren.

Wir haben die Dual-Prozessor Mainboards aus der Sicht von Normal-Anwendern verglichen. Dabei kam es uns insbesondere auf den Einsatz als Desktop-PC, sowie auf die Stabilität und die Möglichkeiten des Übertaktens der Boards an. Für den Einsatz als Server-Boards, wie Mehr-Prozessor Mainboards üblicherweise gesehen werden, sind die hier gestesten Mainboards sicherlich auch Bestens geeignet, jedoch haben wir hier in diesem Vergleichstest diesen Aspekt nicht näher untersucht.

In einem nicht repräsentativen Vergleich mit etwas älteren Dual-Intel Mainboards, mit Intel Pentium III 1000 MHz Prozessoren, zeigten die Dual-AMD Mainboards, dass sie mit Dual-Mainboards der Konkurrenz jederzeit mithalten können und eine echte Alternative darstellen. Lediglich die enorme Wärme, welche die AMD-Prozessoren entwickeln, fällt hier etwas negativ ins Gewicht.

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Themen:
  • Helmut Eder E-Mail
    … hat von Februar 2002 bis Februar 2003 Artikel für ComputerBase verfasst.