5/8 Dämmmatten für den PC im Test : Fünf Sets für einen leisen Rechner

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Testsystem

Es ist aktuell wahrlich eine Gratwanderung, leistungsstarke Hardwarekonfigurationen bei sehr niedrigem PC-Betriebsgeräusch zu realisieren, denn leistungsstark bedeutet nahezu zwangsläufig verlustleistungsstark. Richtig kriminell wird das Unterfangen, wenn die Rechenkraft des Prozessors nicht einer aktuellen Athlon 64-, sondern einer Pentium 4 Prescott-Basis entspringt oder gar als Doppelkern-Variante für ordentlich heiße Luft sorgt. Wenn dann noch eine oder gar zwei High-End-Grafikkarten für prallen Pixel-Zauber sorgen, schnellen Gehäuseinnen- und Komponentetemperaturen meist in schwindelerregende Höhen, denen mit herkömmlichen Luftkühlern leise nur noch schwer beizukommen ist - erst recht, wenn die wenigen Be- und Entlüftungsmöglichkeiten auch noch mit Schalldämmmaterial versiegelt werden.

Unsere PC-Zusammenstellung ist daher sicherlich eher suboptimal für einen superleisen PC, der mit geringem Kühlwand noch deutliches Temperaturpotential aufweisen soll. Vielmehr handelt es sich um ein System mit nicht gerade niedriger Heizkraft, etwa 240 Watt bei 3D-Belastung, das sinnbildlich für eine nachträglich auf ohrenfreundlich getrimmte Konfiguration stehen könnte, der mit Hilfe von gutem Dämmmaterial der letzte Schliff in Richtung angenehm niedriges Betriebsgeräusch verliehen werden soll.

Folgende Ausstattung steht dabei zur Debatte:

  • Hardware
    • Intel Pentium 4 Prescott 3,4 GHz, Sockel 478
    • Asus P4C800 Deluxe, i875 Canterwood
    • 512 MB Corsair XMS 3200
    • Inno3D GeForce 6800 GT
    • Thermaltake Silent Purepower 410 Watt Netzteil
    • Seagate U Series 5 HDD 30 GB PATA
  • Gehäuse und Kühlung
    • Thermaltake Shark Fulltower Aluminium
    • Scythe Ninja CPU-Kühler, passiv
    • Zalman VF-700 Al/Cu VGA-Kühler
    • Papst F2GLL 120-mm-Gehäuselüfter
    • 120-mm-Lüfter im Netzteil @ 900 rpm
Pentium 4 Plattform passiv gekühlt
Pentium 4 Plattform passiv gekühlt
GeForce 6800 GT und leise Kühlhardware von Zalman und Papst
GeForce 6800 GT und leise Kühlhardware von Zalman und Papst
Thermaltake Silent Purepower
Thermaltake Silent Purepower

Als Gehäuse kommt mit dem Thermaltake Shark ein Aluminium-Pendant zum Einsatz, das neben der offenen Wabenstruktur der rechten Seitentür aufgrund seines geringen Eigengewichts von knapp sieben Kilogramm nur eine mäßige Vibrations- und Schalldämmeigenschaft aufweist. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass die hier erzielten Ergebnisse mit einem schweren Stahlgehäuse nicht so signifikant ausfallen.

Dämmungsanbringung

Da uns das Magic-Fleece ein optimal auf unser Testgehäuse, das Thermaltake Shark, zugeschnittenes Mattenset bat und per Anleitung die möglichst zu beklebenden Stellen diktierte, richteten wir uns mit allen Vergleichskandidaten soweit wie möglich an diese Mattenpositionierung. So war beispielsweise nicht bei allen Sets die zusätzliche Innenbeklebung der Fronttür möglich - mitunter waren die Matten einfach zu dick (Sharkoon Noisedamper) oder es war nicht genügend Dämmmaterial vorhanden (BeQuiet SE, NB Evo Easycutz). Sofern es uns zudem vom Materialbestand möglich war, haben wir die Laufwerkabdeckungen nicht einzeln, sondern im großen Stück rückseitig beklebt.

Nichts desto trotz haben wir uns für eine vergleichsweise moderate Abdichtung des PC-Inneren entschieden und bescherten somit der sensiblen Hardware, speziell im Bereich der Festplatten, genügend Atemluft. Auch der hintere 120-mm-Ventilator wurde nicht abgeklebt, sondern sorgt für die sichere Entlüftung des Gehäuses und den Abtransport der Wärme vom passiven Prozessorkühlelement. Wir erwarten daher keine dramatische Erhöhung der Komponententemperaturen im Betrieb, erhoffen uns insgesamt aber dennoch eine deutliche Verbesserung der Akustik.

Testerprotokoll

Um trotz vieler Tage Testzeit eine gewisse Vergleichbarkeit der zu erzielenden Testwerte zu offerieren, haben wir uns für den Testzeitraum einen Tagesablaufplan erstellt. Mit diesem sollten die Tolleranzen speziell bei den sensiblen Schallpegelmessungen so gering wie möglich gehalten werden.

  • 07.00 Uhr: Schallpegelmessung bei minimalen Umgebungsgeräuschen
  • 17.00 Uhr: Start der Temperatur-Testphase
  • 20.30 Uhr: Ende der Temperatur-Testphase
  • ab 20.30 Uhr: Ablösen des getesteten Dämmmaterials, Einpassen der neuen Matten
  • ca. 21.30 Uhr: Systemcheck, Wiegen des Testrechners

Zum Thema Schallpegelmessung: Unsere vergleichenden Messungen erfolgen mit einem Voltcraft 320-Schallpegelmessgerät in 0,5 Meter Abstand und Höhe zum Gehäuse. Dabei erfasst das Messgerät Lärmemissionen ab 30 dB(A), wobei sich die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfunden Stille unter Nicht-Laborbedingungen bei etwa 30,2 dB(A) einpendelte. Zur Orientierung können - je nach subjektiven Empfinden - Werte bis 38 dB(A) als „leise" bzw. „angenehm" angenommen werden. Bis 45 dB(A) würden wir nach unserer Prozedur als „mittellaut" betiteln, während Resultate über 45 dB(A) als „laut bis extrem" eingestuft werden können.

Zum Thema Temperaturtests: Um Erfahrungen zum Temperaturverhalten der essentiellen Komponenten mit und ohne Gehäusedämmung zu erhalten, sieht unsere Testprozedur zunächst einen zweistündigen 3D Mark 2003-Loop bei vollen Lüfterdrehzahlen (Gehäuse: 1200 U/min, Grafikkarte: 2600 U/min) vor. Während dieser Zeit erwärmen sich die PC-Innerein bis zu einem dokumentierten Maximalwert. Im Anschluss wird eine 15-minütige Leerlaufphase zur Ermittlung der Idle-Temperaturen durchgeführt. Diese Prozedur wiederholen wir bei gedrosselten Lüfterdrehzahlen im 5-Volt-Betrieb (Gehäuse: 650 U/min, Grafikkarte: 1300 U/min), wobei wir hierbei den Lastzeitraum aufgrund der bereits vorgewärmten Komponenten auf eine Stunde verkürzten.

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