3/4 BlackBerry Bold 9700 im Test : Auf die Größe kommt es an

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Multimedia & Office

Um bis zu 50 Prozent schneller soll der Bold 9700 im Vergleich zu seinem großen Bruder ins Internet gehen. Ohne einen direkten Vergleich durchgeführt zu haben, lässt sich sagen, dass die Zeit, in der Webseiten sowohl über WLAN als auch über UMTS im T-Mobile-Netz aufgebaut wurden, in der Regel im annehmbaren Bereich von rund 15 Sekunden lagen. Allerdings gab es insbesondere beim Zugang über UMTS ab und an Aussetzer zu beklagen, bei denen der Ladevorgang für einige Sekunden einfach hing. Ob dies an der Konzeption des Gerätes oder am Netz liegt (getestet wurde in der Innenstadt von Berlin), lässt sich an dieser Stelle nicht mit letzter Gewissheit sagen.

Der im Rahmen der Einführung von OS 5.0 verbesserte Browser lässt sich grundsätzlich dank Trackpad und BlackBerry- bzw. Return-Taste hervorragend bedienen. Zusätzlich vereinfacht wird die Navigation durchs Web durch diverse Hotkeys und den Umstand, dass die Breite der Seiten auf das Display angepasst wird. Allerdings gibt es nur zwei Zoom-Stufen, von denen man sich gerade bei längeren Aufenthalten im Web ein paar mehr wünscht. Problematisch ist auch, dass der neue Bold nicht mehrere Webseiten gleichzeitig verwalten kann und das obwohl das Gerät prinzipiell multitaskingfähig ist. Und auch die Wiedergabe von Videos weiß nicht komplett zu überzeugen: Während manche Inhalte von Nachrichtenseiten bzw. -agenturen nicht dargestellt werden, zeigt der Browser YouTube-Inhalte in annehmbarer aber keineswegs herausragender Qualität.

Bold 9700 Kamera: Liefert auch mit Blitz ansehnliche Bilder
Bold 9700 Kamera: Liefert auch mit Blitz ansehnliche Bilder

Die 3,2-MP-Kamera nimmt bei Bedarf Bilder mit Autofokus, Bildstabilisator und Blitzlicht auf. Ersterer braucht zum Scharfstellen bis zu drei Sekunden. Außerdem kann auf fünf unterschiedliche, lichtbedingte Voreinstellungen zurückgegriffen werden. Die Qualität bewegt sich auch hier in annehmbaren aber nicht grandiosen Gefilden. Auch die Aufnahme von Videos ist in einer Auflösung von 480 x 352 bei 30 Bildern pro Sekunde möglich.

Letztlich verfügt der Bold 9700 auch über GPS und damit prinzipiell über die Möglichkeit der Positionsbestimmung. Eine vollwertige Navigationslösung wird allerdings auch hier nicht mitgeliefert, sodass die Funktion rudimentär mit BlackBerry Maps, dem RIM-Pendant zum Google-Produkt, erfolgen muss.

Im Office-Bereich gibt es entsprechend der gängigen Erwartungen an einen BlackBerry nichts zu meckern. Via Documents To Go lassen sich Word-, Excel- und Powerpoint-Dokumente öffnen und bearbeiten und auch die Verbindung mit bis zu zehn E-Mail-Konten über einen pushfähigen Dienst geht wie gewohnt kinderleicht von der Hand. Neben der Blackberry Professional Software werden auch die Blackberry Enterprise Server für Microsoft Exchange, Novell Groupwise und IBM Lotus Domino unterstützt – Einzelpersonen können sich ihre E-Mails über den Blackberry Internet Service und ihren Netzprovider in Echtzeit zustellen lassen.

Apps & Synchronisation

Seit Sommer dieses Jahres führt RIM mit der App World ein eigenes online-basiertes Software-Portal nach dem Vorbild der App-Store-Konkurrenz von Apple. Natürlich kann man auch mit dem Bold 9700 auf die rund 2000 Programme zugreifen, die in Preiskategorien von 0 bis über 100 Euro (bezahlt wird über Paypal) geführt werden und neben jeder Menge Schnickschnack einige sehr sinnvolle Erweiterungen bieten.

Die App World von RIM bietet diverse Software
Die App World von RIM bietet diverse Software

Die Synchronisation des Bold 9700 läuft ohne Probleme ab. Über Micro-USB wird der Bold 9700 an einen PC oder Mac angeschlossen, wo dann über die BlackBerry-Software Daten und Kontakte aktualisiert werden können. Wer nur Daten austauschen will, kann das Gerät auch einfach als Massenspeicher erkennen lassen, um dann per Drag & Drop die gewünschten Dateien verschieben.

Laufzeiten

Gute Leistung, viele Features und eine Nutzung, die weit über das bloße Telefonieren hinausgeht – kein Wunder, dass viele Smartphones in puncto Laufzeiten mit mäßigen Ergebnissen zu kämpfen haben. Nicht so der Bold 9700, dessen Lithium-Akku mit 1500 mAh in unserem Test bei konventioneller Nutzung bis zu eine Arbeitswoche lang standhielt. Ohne die Laufzeit auf ein exzessives Nutzerverhalten wie beispielsweise bei einer längeren Zug- oder Autofahrt getestet zu haben, sei hier die Behauptung gewagt, dass selbst Poweruser locker über die 24 Stunden Grenze hinwegkommen werden.

Akku-Laufzeiten (Herstellerangaben)
  • Sprechzeit:
    • GSM
      6:00
    • UMTS/HSDPA
      6:00
    Angaben in Stunden, Minuten
  • Standby:
    • UMTS/HSDPA
      17
    • GSM
      21
    Angaben in Tage

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