6/15 Soundsysteme im Test : 10 Modelle für unter 100 Euro im Vergleich

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Eindrücke – 2.1-Systeme

Creative A320

Optik und Verarbeitung

Das Creative A320 für rund 30 Euro ist nicht nur preislich ein Rückschritt gegenüber dem teuersten 2.0-System im Testfeld. Den tätig gewordenen Sparfuchs merkt man dem Creative-System auch an. So bestehen die kleinen Satelliten erneut nur aus leichtem Kunststoff; MDF bleibt dem Subwoofer als Werkstoff vorbehalten. Zudem erkennt man an Ecken, in die man normalerweise nicht schaut, dass nur auf den ersten Blick wert auf ein sauberes Finish gelegt wurde. Beispielhaft sieht man das am Tiefton-Chassis, das eher schlecht in das Subwoofer-Gehäuse eingesetzt und dort befestigt wurde. Das soll aber nicht weiter stören, solange sich daraus keine weiteren Probleme ergeben. Immerhin findet man an allen sichtbaren Ecken, Kanten und Flächen keine größeren Makel und kann damit in haptischer Hinsicht gut mit dem Creative-Lautsprechersystem für wenig Geld leben.

Leider bietet das Creative A320 weder Anschlussmöglichkeiten für mehr als eine Quelle noch für ein Headset. Da zumindest der rechte Satellit über einen DIN-Stecker mit dem Subwoofer verbunden werden muss, ist auch die Variabilität beim Aufbau ähnlich eingeschränkt wie bei den fest verkabelten Systemen in diesem Test.

Creative A320

Klangeindrücke

Das Creative A320 erfüllt unter den 2.1-Systemen die Rolle, die das Hercules XPS 2.0 10 Gloss bei den 2.0-Systemen einnimmt: Es ist das günstigste System in seiner Klasse, wenn auch nur knapp. Und ebenso wie beim Hercules-Produkt kann man den Preis auch weitgehend als Entschuldigung für vieles gelten lassen. Zumal viele 2.1-Lautsprechersysteme ja ohnehin an der Badewannenabstimmung kranken: Im Hochtonbereich überzeichnet, die Mitten zu schwach ausgeprägt und untenrum mit einem vorlauten Subwoofer für Action sorgen, damit das alles nicht so auffällt. Das kleine Creative-System bildet da keine Ausnahme. Die winzigen Breitbänder in den Satelliten können „Mittelton“ einfach nicht, weshalb selbst Frauenstimmen völlig undynamisch und kraftlos wirken – vor allem dann, wenn man eine Powerfrau wie Beth Ditto ranlässt. Der Bass agiert dabei als leidlicher Lückenfüller und man hört schnell heraus, dass er in Bereichen mitarbeitet, in denen er eigentlich nichts zu suchen hat: Im Mitteltonbereich. Das alles wäre vertretbar, würden die Satelliten nicht so grässlich spitz klingen. Schon nach Minuten dreht man genervt leiser, was auch bei einem System dieser Preisklasse nicht sein muss. Mangels Regler für die Höhen kann man sich hier auch nur noch mit einem Software-Equalizer behelfen, was ebenfalls nicht der Sinn der Sache sein kann.

Kurzum: Das Creative A320 ist ein PC-Lautsprechersystem mit der typischen Effektabstimmung, ohne dabei aber über die Kapazitäten zu verfügen, das eine (Hochton) oder das andere (Bass) in irgendeiner Weise „gut“ umsetzen zu können.

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch des Creative A320 überrascht nicht. Den größten Strombedarf weist das System dann auf, wenn der Subwoofer ranklotzen soll, was nicht verwunderlich ist, weil die Hälfte der Systemleistung nur ihm vorbehalten bleibt. Wirklich viel zieht das Creative A320 aber auch dann nicht aus der Leitung. Leider kann man das 2.1-System nur via Subwoofer richtig ausschalten. Der Drehregler am Satellit regelt nur die Lautstärke.

Modus Stromverbrauch
Ausgeschaltet (via Subwoofer) 0,0 Watt
Eingeschaltet (ohne Ton) 3,6 Watt
Wiedergabe 3,6 – 12,5 Watt

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