Nvidia GeForce GTX 660 Ti im Test : Kepler-Architektur für unter 300 Euro

, 413 Kommentare
Nvidia GeForce GTX 660 Ti im Test: Kepler-Architektur für unter 300 Euro

Im High-End-Segment hat Nvidia mit der GeForce GTX 670, GeForce GTX 680 und GeForce GTX 690 bereits drei verschiedene Grafikkarten mit der Kepler-Architektur platziert und spricht damit potenzielle Käufer an, die zwischen 360 und rund 1.000 Euro investieren möchte. Dafür erhält man zwar sehr viel Leistung, für viele ist der Kaufpreis aber zu teuer.

Günstigere Kepler-Karten hat es bis jetzt noch nicht gegeben, denn in den entsprechenden Preissegmenten finden sich ausschließlich ältere Fermi-Varianten vor. Heute stellt Nvidia die GeForce GTX 660 Ti vor, die diesen Umstand ändern wird. Denn die Grafikkarte wird im Performancesegment um die 300 Euro in die Händlerregale gestellt werden.

Anders als vielleicht vermutet werden könnte, setzt Nvidia auf der GeForce GTX 660 Ti weiterhin die GK104-GPU ein und nicht den kleineren GK106 – über den es bis jetzt keine offiziellen Informationen gibt. Ein gutes Grundgerüst ist damit vorhanden, was aber auch nötig ist: Denn die Nvidia-Karte soll nicht nur die Radeon HD 7870 schlagen, sondern zudem die Radeon HD 7950 attackieren können.

Für diesen Launch-Artikel haben sich die Asus GeForce GTX 660 Ti DirectCU II TOP, Gainward GeForce GTX 660 Ti Phantom, KFA² GeForce GTX 660 Ti OC EX und die MSI GeForce GTX 660 Ti Power Edition OC in unserem Testlabor eingefunden. Alle vier Modelle sind von Haus aus übertaktet und kommen mit unterschiedlichen Kühlsystemen daher. Als besonderes Schmankerl kommt eine Grafikkarte auch mit einem 3.072 MB anstatt einem 2.048 MB großen Speicher daher.

Technische Eckdaten

Die Nvidia GeForce GTX 660 Ti kommt wie die größeren Modelle mit der GK104-GPU daher, die im modernen 28-nm-Verfahren bei TSMC produziert wird und sich aus 3,54 Milliarden Transistoren zusammensetzt. Um die Leistung des Rechenkerns an die Preisklasse anpassen zu können, hat Nvidia einige Ausführungseinheiten abgeschaltet und das Speicherinterface verkleinert.

Etwas überrascht hat uns, dass Nvidia auf der GeForce GTX 660 Ti nur einen SMX-Block deaktiviert hat, sodass es zwar die vollen vier Graphics Processing Clusters (GPC) gibt, aber nur bei drei beide SMX-Blöcke aktiv sind. Dies hat zur Folge, dass die Anzahl der Ausführungseinheiten bei der GeForce GTX 660 Ti dieselbe wie bei der schnelleren GeForce GTX 670 ist.

Pro SMX gibt es 192 skalare Shadereinheiten, insgesamt also derer 1.344. Neben den ALUs sind pro SMX 16 vollwertige Textureinheiten verbaut, die pro Takt einen Pixel adressieren sowie texturieren können (112 TMUs). Sieben Polymorph-2.0-Engines sind aktiv geblieben, die für die Raster- und die Tessellation-Leistung zuständig sind.

GK104-GPU
GK104-GPU

Die Taktrate der GeForce GTX 660 Ti liegt bei 915 MHz (Base-Takt) beziehungsweise 980 MHz für den Boost-Takt – damit ist die Rechenleistung genauso hoch wie bei der GeForce GTX 670. Die GeForce GTX 660 Ti unterscheidet sich schlussendlich von dem größeren Bruder bezüglich der Raster Operation Processors, kurz ROPs, und dem Speicherinterface.

Auf der neuen Karte sind von den vier 64-Bit-Speichercontrollern nur noch drei übrig geblieben, was ein 192 Bit breites Speicherinterface ergibt. Im gleichen Atemzug ist ein ROP-Cluster verloren gegangen. Es sind also noch drei ROP-Cluster mit je acht ROPs (24 ROPs insgesamt) aktiviert.

Als Speichergröße hat sich Nvidia für einen 2.048 MB großen VRAM entschieden, sodass auf der GeForce GTX 660 Ti ein kleiner „Speichertrick“ zum Einsatz kommen muss. So ist nicht wie gewöhnlich an jedem Controller dieselbe Speichergröße angeschlossen, sondern stattdessen 1.024 MB an 128 Bit und die andere Hälfte an 64 Bit. Der GDDR5-Speicher arbeitet mit 3.004 MHz – erneut gleich schnell wie bei der GeForce GTX 670. Es wird darüber hinaus auch Partnerkarten mit einem 3.072 MB großen Speicher geben.

Die gewöhnliche Leistungsaufnahme der GeForce GTX 660 Ti soll laut Nvidia bei 134 Watt liegen, während der Energiehunger bei manuell maximiertem Power-Target 165 Watt erreichen kann. Die TDP für die Kühlvorgaben liegt bei 150 Watt. Entsprechend sind auf dem 3D-Beschleuniger zwei Sechs-Pin-Stromstecker montiert.

Radeon
HD 7870
Radeon
HD 7950
GeForce
GTX 560 Ti
GeForce
GTX 660 Ti
GeForce
GTX 670
Logo AMD-Logo AMD-Logo Nvidia-Logo Nvidia-Logo Nvidia-Logo
Chip Pitcairn Tahiti GF114 GK104 GK104
Transistoren ca. 2,8 Mrd. ca. 4,31 Mrd. ca. 1,95 Mrd. ca. 3,54 Mrd. ca. 3,54 Mrd.
Fertigung 28 nm 28 nm 40 nm 28 nm 28 nm
Chiptakt 1.000 MHz 800 MHz 822 MHz 915 MHz 915 MHz
Shadertakt 1.000 MHz 800 MHz 1.645 MHz 915 MHz 915 MHz
Boost-Takt X X X 980 MHz 980 MHz
Shader-Einheiten
(MADD)
1.280 (1D) 1.792 (1D) 384 (1D) 1.344 (1D) 1.344 (1D)
FLOPs (MAD) 2.560 GFLOPs 2.867 GFLOPs 1.253 GFLOPs 2.459 GFLOPs 2.459 GFLOPs
ROPs 32 32 32 24 32
Pixelfüllrate 32.000 MPix/s 25.600 MPix/s 26.304 MPix/s 21.960 MPix/s 29.280 MPix/s
TMUs 80 112 64 112 112
Texelfüllrate 80.000 MTex/s 89.600 MTex/s 52.608 MTex/s 102.480 MTex/s 102.480 MTex/s
Shader-Model SM 5.1 SM5.1 SM 5 SM 5.1 SM 5.1
effektive Windows
Stromsparfunktion
✓ (ZeroCore) ✓ (ZeroCore) X
Speichermenge 2.048 MB GDDR5 3.072 MB GDDR5 1.024 MB GDDR5 2.048 MB GDDR5 2.048 MB GDDR5
Speichertakt 2.400 MHz 2.500 MHz 2.004 MHz 3.004 MHz 3.004 MHz
Speicherinterface 256 Bit 384 Bit 256 Bit 192 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite 153.600 MB/s 240.000 MB/s 128.256 MB/s 144.192 MB/s 192.256 MB/s
Stromangaben
Typisch/Maximal
175/? Watt ?/200 Watt 170/? Watt 134/165 Watt 141/173 Watt

Auf der nächsten Seite: Testkandidaten