5/6 BlackBerry Q5 im Test : Angriff auf die Mittelklasse

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Kamera & Multimedia

Um den Unterschied zwischen Q5 und Q10 weiter herauszukehren, verwendet BlackBerry für den kleinen Tastaturspross eine abgespeckte Kamera. Diese verfügt über fünf, statt acht Megapixel und eine f/2.4-Linse. Die Ergebnisse gehen bei passablen Lichtverhältnissen trotzdem in Ordnung, wahre Augenweiden sehen allerdings anders aus. Allerdings gilt auch in diesem Fall, dass die Qualität parallel zur Helligkeit des Umgebungslichts abnimmt. Wird aus einem tristen also ein richtig trüber Herbsttag, hat auch das Q5 mit verwaschenen Farben zu kämpfen – der integrierte LED-Blitz hilft dann auch nicht.

Das Kamera-Interface ist nach wie vor überzeugend und verfügt, da das Q5 ab Werk mit BlackBerry 10.1 versorgt ist, auch über einen HDR-Modus. Ausgelöst wird die Kamera entweder über das Display oder über die Lautstärkewippe. Für Plattformwechsler auch in diesem Fall wichtig: Auf dem Q5 wird, wie auf anderen BlackBerry-10-Geräten, der auf dem Display dargestellte Sucher für den Autofokus nicht über eine einfache Berührung bedient – erfolgt eine solche Eingabe vom Nutzer, schießt auch das Q5 gleich ein Foto. Um einen bestimmten Bildausschnitt zu fokussieren, muss das Quadrat stattdessen mit dem Finger an die jeweilige Position gezogen werden.

Wie beim Q10 gilt es allerdings auch beim Umgang mit der Kamera des Q5 eine vom Seitenverhältnis herrührende Besonderheit zu beachten. Man sollte schon vorher überlegen, auf welchem Ausgabegerät man Fotos und Videos später unter Umständen abspielen möchte. Standardmäßig werden Bilder und Videos nämlich im nativen 1:1-Bildformat aufgenommen, was hinterher je nach Verwendungszweck nicht ganz passend sein kann (siehe Beispielbilder oben). Um dies zu vermeiden, kann man je nach Vorhaben deswegen vorab auf 4:3 oder 16:9 wechseln.

BlackBerry Q5 – Videoqualität

Ganz sauber ist diese Lösung allerdings nicht, da zum Beispiel in 16:9 aufgenommene Videos auf einem modernen Fernseher ordentlich dargestellt werden, auf dem 1:1-Display des Q5 aber über vergleichsweise große schwarze Balken verfügen. Ansonsten geht die Qualität der maximal in 1.080p erfolgenden Videoaufnahmen in Ordnung.

Das so gewonnene Material kann per DLNA auf einem entsprechend zertifizierten Ausgabegerät dargestellt werden. Wer gerne und viel in 1.080p aufnimmt, sollte allerdings gleich eine microSD-Karte mit maximal 32 Gigabyte einbauen: Der interne Speicher ist mit 8 Gigabyte gering bemessen, effektiv zur Verfügung stehen sogar nur rund 4 Gigabyte.

Für Videochat-Anwendungen und Selbstportraits steht schließlich auch eine Frontkamera mit zwei Megapixeln zur Verfügung, mit der sich bei Bedarf auch Videos in bis zu 720p aufnehmen lassen.

Konnektivität

Bei der Kommunikationsausstattung stehen sich Q5 und Q10, anders als im Multimedia-Bereich, in nichts nach. Hier findet man das typische BlackBerry-Niveau und damit nahezu den State of the Art vor. So verfügt auch das Q5 über WLAN-n und Bluetooth 4.0. Komplettiert wird die Ausstattung von UMTS inklusive HSPA+, sodass auch mobil theoretisch mit bis zu 42 MBit/s im Down- und 5,76 MBit/s im Upstream gearbeitet werden kann. Sofern gebucht und je nach geografischer Lage auch verfügbar, kann zudem über LTE gesurft werden, wobei dank einer großzügigen Frequenz-Unterstützung (1800/2600/900/800 MHz) alle in Deutschland verfügbaren Netze genutzt werden können. Zur weiteren Ausstattung gehört die Unterstützung von NFC, was für manchen an „Zukunftsfestigkeit“ interessierten Nutzer ein wichtiges Kriterium sein kann. Damit verfügt das Q5 über alle gängigen Standards, was vor dem Hintergrund der Platzierung im mittleren Segment durchaus beachtlich ist.

Die Qualität der Telefonie bewegt sich wie bei den Geschwistern auf hohem Niveau: Gesprächspartner gaben im o2-Netz an, ihr Gegenüber klar und ausreichend laut verstehen zu können, was auch umgekehrt der Fall war. Der Anrufaufbau funktionierte gewohnt schnell und reibungslos und auch Hintergrundgeräusche wurden sauber gefiltert, was bedeutet, dass sie minimiert wurden, ohne dass der Gesprächsführende wie „aus der Konserve“ klang.

Laufzeiten

Das Thema „Laufzeiten“ ist dieser Tage für die meisten Hersteller eher unangenehm. Große Displays, hohe Auflösungen und die exzessive Nutzung sorgen dafür, dass viele Geräte nur mit Ach und Krach mehr als einen Tag durchhalten.

Das BlackBerry Q5 ist in dieser Hinsicht ganz ähnlich wie das Q10 ein Vorzeige-Smartphone: Bei konventioneller Nutzung schafften wir mit dem Testkandidaten in unserer zweiwöchigen Testzeit gut drei Tage ohne Boxenstopp, was einen sehr guten Wert darstellt. Einschränkend muss allerdings auch dieses Mal angemerkt werden, dass dieser Wert sicher auch auf unseren eingeschränkten mobilen Videokonsum zurückzuführen ist. Auf dem quadratischen 3,1-Zoll-Display fühlt man sich nur bedingt dazu angeregt, langanhaltend auf YouTube zu surfen.

Weitreichend ist diese Einschränkung aber nicht. Beim Blick auf die Ergebnisse unseres Videodauertests wird vielmehr deutlich, dass das Q5 auch in dieser Hinsicht bei den Laufzeiten überzeugt.

Video-Dauertest 200 cd/m²
Angaben in Stunden, Minuten
    • Samsung Galaxy S4 mini (Android 4.2.2)
      11:54
    • Samsung Galaxy S4 (Android 4.2.2)
      9:43
    • Samsung Galaxy S4 zoom (Android 4.2.2)
      9:33
    • BlackBerry Q5 (BlackBerry 10.1)
      8:25
    • BlackBerry Q10 (BlackBerry 10)
      8:16
    • Apple iPhone 5C (iOS 7.0.2)
      7:56
    • Apple iPhone 5S (iOS 7.0.1)
      7:49
    • HTC 8S (Windows Phone 8)
      7:43
      Hinweis: Stufe „mittel“, 173 cd/m²
    • LG G2 (Android 4.2.2)
      7:34
    • Acer Liquid Z3 (Android 4.2.2)
      7:17
    • Apple iPhone 5 (iOS 6)
      7:16
    • Samsung Galaxy S III mini (Android 4.1.1)
      7:16
    • HTC One X+ (Android 4.1.1)
      7:15
    • Samsung Galaxy Note II (Android 4.1.1)
      7:08
    • Nokia Lumia 820 (Windows Phone 8)
      7:02
    • Huawei Ascend Y300 (Android 4.1.1)
      7:01
    • Samsung Galaxy S III (Android 4.0.4)
      6:53
    • Samsung Ativ S (Windows Phone 8)
      6:35
      Hinweis: Stufe „hoch“, 227 cd/m²
    • Huawei Ascend P6 (Android 4.2.2)
      6:31
    • HTC One mini (Android 4.2.2)
      6:25
    • Nokia Lumia 920 (Windows Phone 8)
      6:17
    • BlackBerry Z30 (BlackBerry 10.2)
      6:00
    • Nokia Lumia 520 (Windows Phone 8)
      5:51
      Hinweis: Stufe „mittel“, 183 cd/m²
    • HTC Desire 500 (Android 4.1.2)
      5:46
    • Nokia Lumia 620 (Windows Phone 8)
      5:40
      Hinweis: Stufe „mittel“, 240 cd/m²
    • Nokia Lumia 720 (Windows Phone 8)
      5:39
      Hinweis: Stufe „mittel“, 214 cd/m²
    • HTC One (Android 4.1.2)
      5:22
    • Google Nexus 4 (Android 4.2.1)
      4:57
    • Sony Xperia Z (Android 4.1.2)
      4:53
    • BlackBerry Z10 (BlackBerry 10)
      4:48
    • Samsung Galaxy S4 Active (Android 4.2.2)
      4:45
    • HTC 8X (Windows Phone 8)
      4:30

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