3/4 Asus Strix Tactic Pro im Test : Eulenform und Makro-Taster für Spieler

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Alltagserfahrungen

Hierzulande wird die Tactic Pro mit MX-Tastern mit rot und schwarz gefärbtem Stempel angeboten. Allen MX-Tastern gemein ist der vier Millimeter lange Federweg, dessen Signalpunkt nach rund zwei Millimetern Wegstrecke erreicht wird. Bei den Varianten Black und Red ist diese Stelle, welche bei 60 respektive 45 Gramm Kraftaufwand erreicht wird, durch den linear ansteigenden Widerstand nicht markiert. Mit einem spürbar markierten Signalpunkt warten die taktilen braunen und blauen Varianten der Taster auf.

Cherry MX Red
Cherry MX Red (Bild: Funktionsskizze: Lethal Squirrel, Diagramm: Cherry)
Cherry MX Black
Cherry MX Black (Bild: Funktionsskizze: Lethal Squirrel, Diagramm: Cherry)

Die Beweglichkeit größerer Tastenkappen wird durch die Fixierung über Drahtbügel eliminiert („Costar“-Stabilisatoren“). Bei dieser Methode verändert sich die Charakteristik der entsprechend gestützten Taster nicht, Bewegungen über die Längsachse werden dafür weniger stark minimiert als bei der Nutzung zusätzlicher Stempel.

Asus Strix Tactic Pro (MX Black)

Die hochwertige Verarbeitung der Tastatur schlägt sich in der Akustik nieder. Lediglich das gerasterte Scollrad rattert nicht in der gleichen Liga, Logitech und Corsair bieten an dieser Stelle angemessenere Umsetzungen. Die flachen Kappen auf den Medientasten müssen aufgrund des Höhenunterschiedes zu den umgebenden Tasten wie bei der Corsair K70 in steilem Winkel betätigt werden. Asus verwendet anders als diese Hersteller jedoch keine Rubberdome-Taster, sondern ausschließlich taktile Mikroschalter unter den flachen Kappen. Durch ihren minimalen Hubweg und der abweichenden Charakteristik lassen sie sich klar von den MX-Tastern abgrenzen. Aufgrund der klaren Trennung beider Tastertypen gewinnt die Nutzererfahrung klar an Homogenität.

Im Kern hat Asus ein durchdachtes Layout rund um die Makro-Funktionen entworfen. Neben der verbesserten Erreichbarkeit der „F“-Reihe lässt sich auch die Doppelreihe mit zehn zusätzlichen Tastern gut erreichen und bedienen. Hierfür muss jedoch mitunter die Hand bewegt werden. Mit Fingern in üblicher Größe ist vor allem die erste Daumentaste optimal aus „WASD“-Position zu erreichen. Je weiter nach rechts die Spieletasten rücken, desto stärker verbessert sich diese Situation. Hier erschließt sich der Sinn der unbeschrifteten Tastenkappen („blanks“) im Lieferumfang, die beliebige Felder auf der Tastatur markieren können und so den Umstieg auf eine „ESDF“- oder „RDFG“-Position erleichtern.

Nicht alle „FN“-Funktionen lassen sich indes mit kleineren Händen optimal erreichen. Insbesondere das manuelle Umschalten von Profilen, auf „Druck“, „Rollen“ und „Pause“ gelegt, gerät merklich unbequem. Warum Asus diese Funktion nicht auf die Taster darunter gelegt hat, bleibt ein Rätsel. Das gilt auch für die unsichtbare Markierung ihrer Funktion, die nicht auf den Tastenkappen, sondern in dunkelgrauer Schrift dahinter vermerkt wird: Bei normaler Sitzposition wird der ohnehin kaum lesbare Aufdruck vollständig verdeckt – nichts deutet dann auf ihre Funktion hin.

Hochgradig unübersichtlich sind auch aus diesem Grund die zahlreichen Statusanzeigen, deren Funktion in gleicher Farbe aufgetragen wird. Bei aktivierter LED verschärft sich das Problem durch den fehlenden Kontrast und die Lichtquelle in direkter Umgebung nochmals. Hier mangelt es außerdem an räumlicher Trennung der einzelnen Funktionen, was die Orientierung massiv erschwert.

Tasten einerseits und Logo sowie Status-LEDs andererseits nutzen dabei nicht exakt den selben Farbton. Das mit gleich sieben LEDs gut ausgeleuchtete Logo wird überdies durch die daraus resultierende Helligkeit zu einem prägenden Faktor der visuellen Präsenz der Tastatur. Beides, wenngleich eine Kleinigkeit, sticht nicht positiv hervor. Bei der gewählten Schriftart hat sich Asus ebenso wenig für eine einheitliche Vorgehensweise entschieden. Die breite Linienführung wird nicht überall konsequent umgesetzt, Tasten mit filigraner Beschriftung wirken deshalb subjektiv dunkler. Klar wird: Der Schwerpunkt bei der Entwicklung hat auf den Makro-Tastern gelegen, für deren Ausnutzung allerdings die Software entscheidende Bedeutung erhält.

Der verwendete Controller des Typs NXP Semiconductors PC11U14F ist ohne Probleme in der Lage, auch in UEFI-Umgebungen, N-Key-Rollover zu gewährleisten. Der Fallback-Modus ist damit genau das: Eine Sicherheitslösung. Auf der Asus-Homepage wird bereits das erste Firmeware-Update auf Version 1.04 bereitgestellt, das der Fehlerbereinigung dient.

Aktivierung des N-Key-Rollovers auf dem Funktionsblock
Aktivierung des N-Key-Rollovers auf dem Funktionsblock
6-Key-Rollover („KRO“, Anzahl gleichzeitig zu drückender Tasten)
6-Key-Rollover („KRO“, Anzahl gleichzeitig zu drückender Tasten)
Auch in UEFI-Umgebung unproblematisch: Das N-KRO
Auch in UEFI-Umgebung unproblematisch: Das N-KRO

Software

Die übersichtliche Software, die auch der Konfiguration der Strix-Maus dient, wird dem Makro-Schwerpunkt prinzipiell gerecht, wurde aber nicht mit der gleichen Konsequenz wie das Layout der Tastatur entwickelt. Bereits beim ersten Aufruf stört das überladene Hauptmenü aufgrund der ungeordneten Auflistung der programmierbaren Tasten. Während der Makro-Editor keine Wünsche offen lässt und mit einfacher Handhabung überzeugt, fehlt die Möglichkeit, Medienfunktionen auf Makrotasten zu legen – auch wenn dedizierte Tasten diese Funktionen bereits enthalten, wird die Flexibilität, welche Makro-Tastaturen versprechen, als auch der Nutzen der zahlreichen Zusatztaster unnötig eingeschränkt. Deren Ausnutzung wird so mangels Vorlagen noch stärker dem Besitzer der Tastatur und seiner Kreativität überlassen.

Ob die Tastatur Makros über die Software oder auf Hardware-Ebene ausführt, obliegt dem Nutzer. Ersteres erlaubt es, Profile automatisch beim Aufruf eines gewählten Programmes zu wechseln, letztere Option verhindert, dass Spiele die aufgezeichneten Eingaben einfach unterbinden können. Dabei speichert die Strix Beleuchtungsmodi, Key-Rollover und weitere Settings für das jeweilige Profil. Generell fällt jedoch negativ auf, dass trotz vier Megabyte internem Speicher lediglich Teile der Tastatur programmiert werden können.

Asus Strix Tactic Pro – Software

Ganz ausgereift ist die Software der Strix Tactic Pro also noch nicht, zumal im Testbetrieb grafische Bugs beim Bearbeiten von Makros und im Zusammenspiel mit der Tastatur selbst auftraten. Die Nutzung der hardwareseitigen Makroaufnahme in Verbindung mit einer bereits belegten Taste etwa überschrieb das gesamte Profil und blockierte weitere Änderungen. Der Fehler ließ sich allerdings nicht zuverlässig reproduzieren. Zudem verlinkt die „Hilfe“-Funktion der Software lediglich auf den generischen, unübersichtlichen Support-Bereich von Asus.

Canix Driver Version 1.04
Konfigurierbar Primärtasten nur „F1“ bis „F8“: Makros,
Programmverknüpfungen, (Maus-)Tastenbelegung
Makrotasten
Beleuchtung Nein
Gaming-Modus Windows-Taste
Makros Anzahl Unbegrenzt
Länge Unbegrenzt
Wiedergabe Software, Hardware
Ausgabe Einmalig, mehrfach, bis oder während Tastendruck
Vorlagen Nein
Im-/Export Ja
Makro-Aufnahme Editor Ja
Verzögerung Keine, feste/reale Abstände
Editieren Ja
Profile Anzahl 3
Benennung Ja
Autostart Ja
Im-/Export Ja
Besonderheiten

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