Sony Xperia Z3+ im Test : Das beste Deutschland-Wetter-Smartphone

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Sony Xperia Z3+ im Test: Das beste Deutschland-Wetter-Smartphone

Erst und gleichzeitig auch schon neun Monate liegt der Test von Sonys Xperia Z3 und Z3 Compact zurück. Von der Verfügbarkeit des Xperia Z2 zum Z3 vergingen hingegen nur fünf Monate. Sony hat also wieder etwas Tempo aus dem Smartphone-Zyklus genommen und schickt dieses Mal eine zunächst nur für den japanischen Markt vorgesehene Variante seines Flaggschiff-Smartphones ins Rennen: Aus dem Xperia Z4 ist für den europäischen Markt allerdings das Xperia Z3+ geworden. Die Bezeichnung suggeriert, dass mehr mit einer Weiter- als Neuentwicklung der Z-Serie gerechnet werden muss. Aber es steckt mehr dahinter.

Spezifikationen

Ein Blick in das Datenblatt des Xperia Z3+ zeigt, dass die Unterschiede zum Z3 größer als vom Z3 zum Z2 sind. Statt einer leichten Taktanhebung ist mit dem Snapdragon 810 Qualcomms aktuellstes SoC verbaut worden. Statt 16 GB Flash-Speicher gibt es nun doppelt so viel, und statt 2,1 Megapixel bietet die Selfie-Kamera nun 5,1 Megapixel. Durch das neue SoC haben auch die Bereiche LTE, WLAN und Bluetooth Aufwertungen erhalten.

Das Xperia Z3+ ist außerdem kleiner und acht Gramm leichter als das Z3 geworden. Geschrumpft ist allerdings auch die Nennladung des Akkus. Hier bewegt sich Sony derzeit wieder rückwärts. Das Xperia Z2 bot mit 3.200 mAh noch den höchsten Wert, das Z3 folgte mit 3.100 mAh und das neue Z3+ kommt nur noch auf 2.900 mAh. Das ist sogar weniger als beim Xperia Z1.

Sony Xperia Z4/Z3+
Sony Xperia Z3
Sony Xperia Z2
Sony Xperia Z1
Sony Xperia Z
Software:
(bei Erscheinen)
Android 5.0 Android 4.4 Android 4.3 Android 4.1
Display: 5,20 Zoll
1.080 × 1.920, 424 ppi
IPS
5,00 Zoll
1.080 × 1.920, 441 ppi
IPS
Bedienung: Touch
Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 810
4 × Cortex-A57, 2,00 GHz
4 × Cortex-A53, 1,55 GHz
20 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 801
4 × Krait 400, 2,50 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 801
4 × Krait 400, 2,30 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 800
4 × Krait 400, 2,26 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon S4 Pro
4 × Krait, 1,50 GHz
28 nm, 32-Bit
GPU: Adreno 430
600 MHz
Adreno 330
578 MHz
Adreno 330
450 MHz
Adreno 320
400 MHz
RAM: 3.072 MB
LPDDR4
3.072 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR2
Speicher: 32 GB (+microSD) 16 GB (+microSD)
Kamera: 20,7 MP, 2160p
LED, f/2,0, AF
20,7 MP, 1080p
LED, f/2,0, AF
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,2, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 5,1 MP, 1080p
AF
2,1 MP, 1080p
AF
2,2 MP, 1080p
AF
2,0 MP, 1080p
AF
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
Ja
↓100 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.1 4.0 Low Energy 4.0
Ortung: A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, MHL, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM Micro-SIM
Akku: 2.900 mAh
fest verbaut
3.100 mAh
fest verbaut
3.200 mAh
fest verbaut
3.000 mAh
fest verbaut
2.330 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 72,0 × 146,0 × 6,90 mm 72,4 × 146,5 × 7,30 mm 73,3 × 146,8 × 8,20 mm 74,0 × 144,0 × 8,50 mm 71,0 × 139,0 × 7,90 mm
Schutzart: IP68 IP58 IP55
Gewicht: 144 g 152 g 158 g 170 g 146 g
Preis: 699 € 649 € ab 331 € 549 € 649 €

Design & Verarbeitung

Obwohl das Xperia Z3+ nur wenige Zehntelmillimeter und Gramm von seinem Vorgänger trennen, ist es auf Anhieb als neues Modell zu erkennen. Das Z3+ ist vor allem das elegantere der beiden Smartphones. Die Abdeckung für die USB-Buche ist verschwunden, weil der jetzt offene Anschluss ans Fußende des Smartphones gewandert ist. Nach IP65/68-Zertifizierung geschützt ist das Smartphones aber dennoch. Bis zu 30 Minuten darf es dadurch in bis zu anderthalb Meter tiefem Süßwasser verbringen und ist zudem gegen das Eindringen von Staub geschützt.

Elegantes, schnörkelloses Design
Elegantes, schnörkelloses Design
Offene USB-Buchse, trotzdem dicht
Offene USB-Buchse, trotzdem dicht
Dedizierte Kamera-Taste
Dedizierte Kamera-Taste

Den Anschluss für ein Dock gibt es hingegen nicht mehr. Das einzige Fach befindet sich nun auf der linken Seite und nimmt die Schublade für Nano-SIM und microSD auf. Die Lautsprecher des Smartphones sind jeweils an den Rand der Vorderseite versetzt worden, was zum aufgeräumter aussehenden Design des Z3+ beiträgt. Zu guter Letzt haben noch die vordere Kamera sowie der Helligkeits- und Annäherungssensor ihre Positionen getauscht.

Unverändert und nach wie vor sehr gut ist das Verarbeitungsniveau von Sony. Das Aluminium-Chassis sieht nicht nur gut aus sondern sorgt auch für Stabilität. Alle Tasten sitzen präzise eingefasst im Gehäuse und auch die Abdeckung für SIM- und Speicherkarte hat keinen Spielraum.

Kunststoff kommt nur für die vier Ecken des Smartphones zum Einsatz. Bei diesen hat Sony nicht ganz den Farbton des restlichen Rahmens getroffen und auch die schwarzen Einsätze der Kopfhörer- und USB-Buchse passen nicht zur Rahmenfarbe. Im Vergleich zum Z3 glänzt der Rahmen etwas mehr und fühlt sich weniger rau an. An der Griffigkeit hat das aber nichts verändert. Auch das Z3+ liegt angenehm in einer Hand, muss aber für die volle Kontrolle mit einer zweiten bedient werden. Dies ist in der Größenklasse mit fünf Zoll und mehr mittlerweile Standard.

Display

Keine Veränderungen gibt es im Bereich Display – zumindest auf den ersten Blick. Seit dem Xperia Z2 verbaut Sony ein 5,2 Zoll großes IPS-Display mit Full-HD-Auflösung. Dass Display nicht gleich Display ist, zeigen aber die Messwerte des Z3+. Während Z3 und Z3+ zwar deutlich heller leuchten als Xperia Z2 und Z1 Compact, können die älteren Modelle bessere Weißpunkte vorweisen. Das Display des Z3+ ist bei manueller Regulierung etwa so hell wie das des Z3. Den sehr guten 640 cd/m² steht aber ein noch höherer Weißpunkt von 9.200 Kelvin gegenüber. Das sorgt für einen klar erkennbaren Blaustich des Displays. Weil heutzutage immer mehr Displays so abgestimmt sind, dürfte dies wenige Nutzer stören, im Vergleich zu einem ausgewogner kalibrierten Display wie etwa dem des iPhone 6 ist der Unterschied aber eklatant.

Sony bietet in den Einstellungen aber eine Option, den Weißpunkt mit Reglern für Rot, Grün und Blau zu korrigieren. So lässt sich dieser auf deutlich natürlichere 6.600 Kelvin regulieren. Darunter leidet dann aber die maximale Helligkeit, die so eingestellt bereits bei 331 cd/m² ihr Maximum erreicht. Es ist ärgerlich, dass man sich beim Z3+ für ein Display mit Blaustich oder eines mit nur noch halber Helligkeit entscheiden muss. Besser macht es das alte Z2, das sowohl bei Helligkeit als auch Weißpunkt gute Werte erreicht. Nachgelassen hat das Z3+ aber auch beim Kontrast. Z2 und Z3 erreichen mühelos Werte von 1.300:1 und mehr, während das neue Z3+ knapp unter 1.000:1 liegt. In Summe ist das neue Display zwar weiterhin gut, die Vorgänger schnitten aber besser ab, weshalb es hier nicht für die beste Note reicht.

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