4/4 Logitech G410 im Test : Romer-G mit RGB-LEDs statt Metallplatte

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Fazit

Eine Kompakttastatur mit RGB-LEDs für 120 Euro machen die G410 Atlas Spectrum nicht zu einem konkurrenzlosen Produkt. Obwohl die Tastatur damit eine einzigartige Marktposition besetzt, ist vielmehr das Gegenteil der Fall, da Design und Umsetzung vom Diktat eines Preisrahmens zeugen, das zahlreiche ungeschickte Kompromisse hervorbringt. Daran vermögen auch die kleinen Verbesserungen an Arx-Dock und Beleuchtung nichts zu ändern, die Kleintastatur zielt mehr auf den Preis als auf ein rundes Produkt

Die lediglich ausreichende Verarbeitung des Gehäuses mit funktional anmutender, rauer Kunststoff-Oberfläche oder die fehlenden Konfigurationsmöglichkeiten für Taster sind Dinge, die auch in dieser Preisklasse weit besser umgesetzt werden können, wobei das Chassis zu allem Überfluss die Idee eines kompakten Formfaktors ohne Not und Nutzen zur Seite fegt. Größtes Manko aber ist der Verzicht auf die Stabilisierung der Taster, die selbst Tastaturen der Preisklasse ab 50 Euro als unverrückbaren Standard betrachten – die G410 wird so die Ausnahme, die im Volksmund die Regel bestätigt. Die hör- und fühlbaren Auswirkungen kompromittieren damit eine Kernkompetenz eines Eingabegeräts, das nicht zuvorderst bunt leuchten, sondern möglichst hochwertig eingeben sollte.

Logitech G410 Atlas Spectrum im Test

Es sind insofern zwei Argumente, die für die Atlas Spectrum sprechen: Die Tastatur kann als erstes Tenkeyless-Modell mit Tastern abseits der Cherry-Armada sowie deren Derivaten punkten und sie offeriert eine homogene RGB-Beleuchtung mit hervorragender Ausleuchtung zum in diesem Formfaktor mit Abstand geringsten Preis.

Sind beide Qualitäten nicht die ultimativ ausschlaggebenden Faktoren bei der Kaufentscheidung, bieten sich kompaktere Kleintastaturen mit MX-Tastentechnik als bessere und günstigere Alternativen an. Sind einfarbige LEDs akzeptabel, lohnt ein Blick auf die Ozone Strike Battle für 80 Euro, die zudem die Neukonfiguration von sechs Tasten erlaubt, oder die 90 Euro teure CM Storm QuickFire Rapid-i, bei der sich die (weißen) Dioden konfigurieren lassen. Mit RGB-Beleuchtung bietet sich die 150 Euro teure Corsair K65 Compact RGB an, die zudem bei der Programmierung von LEDs und Tastern Maßstäbe setzt. Wer hingegen nur auf Romer-G-Taster zielt, ist mit der Logitech G910 zum gleichen Preis weit besser beraten.

Logitech G410 Atlas Spectrum
Produktgruppe Tastaturen, 30.12.2015
  • GehäuseO
  • Tasten & BeschriftungO
  • Layout+
  • Ausstattung & ExtrasO
  • Software+
  • Gute Ausleuchtung
  • Homogene Beleuchtung über alle Tastertypen hinweg
  • TKL-Tastatur mit einzigartigen Tastern
  • Tastenkappen wieder mit OEM-Profil
  • Taster nur PCB-mounted
  • Arx-App nicht für Windows Phone verfügbar, praktischer Nutzen gering
  • Gehäuse schmutzempfindlich & nicht effizient
  • LED-Profile setzen Software voraus
  • Unreiner Weißton

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