6/7 Adata Ultimate SU800 SSD im Test : Mit gleichem 3D-NAND schneller als die MX300

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Detailbetrachtungen

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient der Benchmark AS SSD. Mit diesem werden Transferraten und Zugriffszeiten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand und im späteren Verlauf nach normaler Nutzung mit installiertem System sowie nach starker Nutzung und fast vollständiger Befüllung überprüft. Details zu diesem Vorgehen und den vorbereitenden Maßnahmen liefert der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

AS SSD – Adata SU800 256 GB
Neuzustand
(ohne Daten)
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 526 526 522 -1 %
Sequenzielles Schreiben 479 492 490 +2 %
4K Lesen 33 33 32 -3 %
4K Schreiben 107 103 85 -21 %
4K 64Thrd Lesen 254 253 240 -6 %
4K 64Thrd Schreiben 317 291 155 -51 %
Werte in MB/s

Beim 4K-Schreiben verlieren beide SU800 vergleichsweise stark an Leistung. Insbesondere beim Test mit 64 Threads ist der Leistungsverlust groß. Allerdings sind die SSDs als typische Client-Modelle für ein solches Szenario nicht bestimmt.

AS SSD – Adata SU800 512 GB
Neuzustand
(ohne Daten)
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 526 526 523 -1 %
Sequenzielles Schreiben 486 487 465 -4 %
4K Lesen 33 33 32 -3 %
4K Schreiben 108 105 87 -19 %
4K 64Thrd Lesen 319 319 312 -2 %
4K 64Thrd Schreiben 307 270 124 -60 %
Werte in MB/s

Leistungsbeständigkeit

Eine für das Mittelfeld der SATA-SSDs typische Leistung wird im Consistency Test erreicht. Die Leistung schwankt teils stark, erholt sich in den Recovery-Phasen aber sichtlich. Das 512-GB-Modell ist insgesamt schneller und stabiler und kommt schon im Steady State auf ordentliche 150 MB/s. Von der konstanten und hohen Leistung der SanDisk Extreme Pro als SATA-Referenz in diesem Test sind Adatas Mainstream-SSDs weit entfernt.

Wer auf der Suche nach hoher und beständiger Leistung bei vielen wahlfreien Schreibzugriffen ist, sollte die Adata SU800 links liegen lassen. Die Leistung bricht schon nach kürzester Zeit ein und schwankt danach sehr. Für den privaten Alltag ist dies jedoch kein Problem.

Kopierschwäche analysiert

Bestleistung nur ohne Pre-Conditioning

Das überaus schlechte Abschneiden des 256-GB-Modells beim Kopiertest überraschte und forderte zusätzliche Messungen. Der Test wurde zehn Mal wiederholt, stets mit dem nahezu gleichen Ergebnis. Im Anschluss der regulären Tests wurde die SSD zur weiteren Überprüfung nochmals per Secure Erase auf die Ursprungsleistung zurückgesetzt, das Windows-Image erneut aufgespielt und der Kopiertest erneut durchgeführt. Diesmal lieferte die SU800 256 GB mit rund 54 Sekunden ein deutlich besseres Resultat, auch im zweiten Versuch.

Der Unterschied zum ersten Testdurchlauf bestand allerdings darin, dass diesmal zuvor kein Pre-Conditioning und keine Messungen des Neuzustands per AS SSD Benchmark durchgeführt worden waren.

Kopierleistung bricht stark ein
Kopierleistung bricht stark ein
Ohne Pre-Conditioning kein Einbruch
Ohne Pre-Conditioning kein Einbruch

Kopierschwäche reproduzierbar

Im nächsten Versuch wurden nach dem Secure Erase zunächst die Neuzustandsmessungen durchgeführt, anschließend wurde mittels HD Tach das Laufwerk einmal über die ganze Kapazität beschrieben und erst dann das Windows-Abbild aufgespielt. Der erste Kopiertest belegte anschließend, dass sich die SSD von dieser Vorbereitung noch nicht „erholt“ hatte: Mit mehr als dreieinhalb Minuten (222 Sekunden) war das Resultat nochmals schlechter als im ersten Durchlauf.

Vor der nächsten Messung wurde der SSD eine Ruhepause von 30 Minuten im Leerlauf verordnet. Dies führte zu Besserung: Fast punktgenau wurden die 54 Sekunden aus den vorherigen Tests unter erleichterten Bedingungen erzielt.

Die SU800 braucht 'ne Pause

Die Erkenntnis der Beobachtungen lautet: Die Adata SU800 benötigt längere Ruhephasen, um nach Belastung wieder die volle Leistung zu entfalten. Zu vermuten ist, dass es länger als nur ein paar Minuten dauert, bis die Daten aus dem SLC-Cache in regulärer Form gesichert werden. Erst wenn der Cache geleert ist, ist wieder Platz für neue Daten. Ist der Cache hingegen voll, sinkt die Leistung stark und noch stärker, wenn parallel Daten aus dem Cache gesichert werden. Beim 512-GB-Modell war der SLC-Cache offenbar immer groß genug, um auch die Kopiertests ohne Leistungsverlust zu überstehen.

Auch die Crucial MX300 nutzt wie die SU800 einen dynamischen SLC-Cache und zeigte ebenfalls deutliche Leistungsschwankungen, auch wenn sich diese nicht ganz so extrem und anders geäußert haben. SSDs, deren SLC-Cache eine feste Größe besitzt, zeigten diesbezüglich keine Probleme. Der Cache ist dann in der Regel sowohl schneller gefüllt als auch schneller entleert.

Im Alltagseinsatz sind dank der häufig langen Leerlaufphasen solch starke Leistungseinbußen nicht zu befürchten, dennoch müssen sich Nutzer nicht wundern, wenn die SSD nach einem größeren Transfer plötzlich nur noch im Schneckentempo schreibt.

Keine Sonderbehandlung im Testparcours

Der Luxus einer derart langen „Verschnaufpause“ wurde allerdings keiner anderen SSD zuteil. Zur Vergleichbarkeit müssen die Testbedingungen stets identisch sein. Daher kann an dieser Stelle für die Adata SU800 keine Ausnahme gemacht werden und die schlechteren Resultate fließen in die Wertung ein.

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