5/7 Crucial MX300 SSD im Test : Das 3D-NAND-Debüt ist von Unbeständigkeit geprägt

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Praxistests

Programmstart & Installation

Aktuelle SSDs öffnen die 25 MByte große Bilddatei mit GIMP nahezu gleichschnell. Die Crucial MX300 bewegt sich auf Höhe der typischen Marke von sieben Sekunden. Hier zeigte sich eine Verbesserung gegenüber der ersten Firmware: Mit 7,5 Sekunden war die MX300 zuvor das langsamste Modell.

Die Installation von OpenOffice verlief mit im Schnitt 6,5 Sekunden geringfügig langsamer als im Durchschnitt.

Entpacken & Kopieren

Auch beim parallelen Lesen und Schreiben größerer Datenmengen sind Leistungsschwankungen zu beobachten. Bei mehreren Messungen traten immer wieder Aussetzer auf, die das Durchschnittsergebnis verschlechtern. Die Unbeständigkeit bleibt auch mit der verbesserten Firmware bestehen, ist aber nicht mehr ganz so stark ausgeprägt.

Beim Entpacken benötigte die MX300 mit 750 GByte im Schnitt zehn Prozent länger als die MX200 mit 500 GByte. Das Kopieren dauerte mit rund 72 Sekunden gut 40 Prozent länger als bei der MX200; hier gibt es aber noch einige SSDs, die noch langsamer waren. Die Crucial BX200 bildet weiterhin das Schlusslicht.

Weitere Diagramme dienen zur Veranschaulichung der starken Leistungsschwankungen. Trotz Verbesserung gegenüber der ersten Firmware-Version schwankt die Leistung beim Entpacken im Zick-Zack-Kurs. Im Bestfall wurden knapp 20 Sekunden benötigt, im schlechtesten Fall dauerte es mit 30 Sekunden ganze 50 Prozent länger. Ähnlich sieht es beim Kopieren aus: Rund 60 Sekunden sind noch ein ordentlicher Wert, der jedoch von Schwankungen bis hin zu fast 90 Sekunden getrübt wird.

Nachtrag: Mit der Firmware-Version M0CR040 treten die Leistungsschwankungen nicht mehr auf. Allgemein hat sich die Leistung verbessert.

Die Screenshots veranschaulichen die deutlich spürbaren Unterschiede beim Kopiertest. Mit rund einer Minute wäre die MX300 noch im Mittelfeld gelandet, so reicht es im Schnitt nur für die hinteren Plätze.

Gutes Beispiel für Kopierleistung der MX300
Gutes Beispiel für Kopierleistung der MX300
Schlechtes Beispiel für Kopierleistung der MX300
Schlechtes Beispiel für Kopierleistung der MX300

Leistungsaufnahme

Rund 370 Milliwatt im Leerlauf ohne weitere Stromsparmodi bedeuten eine erhebliche Verbesserung zum namentlichen Vorgänger. Die Crucial MX200 hatte sich mehr als doppelt so viel Energie genehmigt und die Marke von 1.000 Milliwatt respektive 1 Watt erreicht. Die Crucial MX300 ist damit ähnlich sparsam wie die BX100 aus gleichem Hause, aber nicht so sparsam wie Samsungs 850 Evo.

Wird der Energiesparplan „Energiesparmodus“ in den Windows-Optionen ausgewählt, greift das Link Power Management (HIPM + DIPM) und ermöglicht bei entsprechender Unterstützung durch das Laufwerk eine deutliche Senkung der Leistungsaufnahme bei Inaktivität. Hier zeigt sich die Crucial MX300 von ihrer besten Seite: Nur 25 Milliwatt sind ein sehr gutes Resultat!

Auch im aktiven Betrieb erweist sich die MX300 sparsamer als die MX200 und kann sich meist im oberen Mittelfeld platzieren. Der SLC-Cache verringert die Leistungsaufnahme kurzfristig beim Schreiben, wie folgende Tabelle aufzeigt. Dabei wurde an dieser Stelle die sequenzielle Schreibrate bei AS SSD im Neuzustand verwendet, da nur diese die Leistung im SLC-Cache widerspiegelt. Im Normalzustand kann die SSD nicht immer vom SLC-Cache profitieren, wie der folgende Abschnitt erläutert.

Modell SLC-Cache Schreiben im SLC-Cache* Schreiben jenseits SLC-Cache**
750 GB dynamisch (~490 MB/s)
2,09 W
312 MB/s
3,56 W
*Leistung mit AS SSD im Neuzustand, siehe Abschnitt
**Leistung mit Iometer, siehe Abschnitt

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