3/5 Xperia XZ und X Compact im Test : Sehr schnell gibt es von Sony nur noch in groß

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Im Alltag sind beide schnell

Erstmals seit der Einführung der Compact-Smartphones lehnt Sony das kleinere Modell nicht am Flaggschiff an. Das XZ übernimmt hingegen die High-End-Hardware des X Performance.

Das Topmodell kann daher mit einem in 14 Nanometer gefertigten Qualcomm Snapdragon 820 mit vier Kyro-Kernen in zwei Clustern mit zwei Kernen (2,15 beziehungsweise 1,59 GHz) aufwarten. Abgerundet wird die Ausstattung durch eine Adreno 530 und 3 GByte RAM, während die Konkurrenz schon 4 oder gar 6 GByte bietet. Während die 32 GByte Flash-Speicher auf einem Level mit Samsung, LG und Co. sind, setzt Sony im Flaggschiff nur auf langsamerem eMMC-Speicher und nicht auf UFS 2.0.

Das X Compact bietet wie die Vorlage Xperia X einen Snapdragon 650, der anders als das System on a Chip im Topmodell noch in 28 nm gefertigt wird. Zudem setzt die Prozessoreinheit auf sechs Kerne von ARM, aufgeteilt in zwei stärkere Cortex-A72- und vier stromsparende Cortex-A53-Kerne. Als GPU dient eine Adreno 510. Auch das X Compact verfügt über 3 GByte RAM und somit mehr als alle Compact-Modelle vorher. Der interne eMMC-Speicher misst auch hier 32 GByte.

Das Z5 Compact ist in Spielen schneller

Im Alltag laufen beide Smartphones flüssig und navigieren zügig durch Menüs und Apps. Die Ladezeiten fallen beim Xperia XZ erwartungsgemäß besser aus, gerade hier zeigen sich die höheren Leistungsreserven des Snapdragon 820. Auch Smartphone-Spieler kommen beim Xperia XZ mehr auf ihre Kosten, denn die Grafikleistung des Flaggschiffs ist deutlich höher als beim X Compact. Aktuelle Spiele meistert aber auch das kompakte Smartphone, je nach Spiel jedoch in niedrigeren Details.

Langsamer als der kompakte Vorgänger

Auch in synthetischen Messungen zeigt sich bei den Smartphones ein erwartungsgemäßes Bild: Das XZ kann sich in CPU- und GPU-Messungen durchweg hohe Plätze im oberen Drittel sichern, während das X Compact eher im Mittelfeld landet. Vor allem die Grafikleistung fällt im Vergleich zum Topmodell, aber auch im Vergleich zum Xperia Z5 Compact in der Regel deutlich ab. Auch die Mehrkernleistung fällt teilweise hinter das Z5 Compact zurück, da dieses zwar über schwächere Cortex-A57-Kerne verfügt, davon aber vier bietet.

Schlanke Oberfläche mit zu vielen Apps

Die von Sony gewohnte schlanke Oberfläche erwartet den Nutzer auch auf Xperia XZ und X Compact. Das darunter liegende Android 6.0.1 weist die Sicherheitspatch-Ebene vom 1. Juli 2016 auf – war also bereits zur Ankündigung veraltet. Laut einer durchgesickerten Roadmap erhält das Topmodell ein Update auf Android 7.0 Nougat im Oktober; das X Compact soll im November folgen.

Sonys Oberfläche ergänzt Android vor allen Dingen optisch und durch zusätzliche Apps, ist darüber hinaus aber gerade in Bedienung und Struktur nahe am unverbastelten Android von Google. Durch Themes kann die Optik den eigenen Wünschen nach gestaltet werden. Google Now findet sich als linker Startbildschirm und kann optional durch langes Drücken der Home-Taste aufgerufen werden.

Benachrichtigungen|Einstellungen
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Zusatz-Apps können nicht gelöscht werden

Der App-Drawer ist minimalistisch und zurückhaltend gestaltet und bietet eine integrierte Suche, die ähnlich wie unter iOS per Wischgeste von oben nach unten auch vom Homescreen aus gestartet werden kann. Für die Tastatur vertraut Sony auf Microsofts SwiftKey. Daneben liefert Sony eine Menge an eigenen Apps mit, aber auch viele Programme von Drittanbietern sind ab Werk integriert, darunter AVG, Amazon, Spotify, PlayStation und Facebook. Anders als etwa bei Huawei lassen sich die Apps aber bis auf wenige Ausnahmen nicht deinstallieren sondern nur deaktivieren. Ein weiteres Ärgernis ist die Aktualisierung der vielen Apps, denn einige werden über den Play Store, andere hingegen über die Telefoneinstellungen aktualisiert.

Fingerabdrucksensor
Fingerabdrucksensor

Im Einschalter integriert Sony wie gewohnt den Fingerabdrucksensor, der auch in der mittlerweile dritten Produktgeneration durch die angenehme Position und die schnelle Erkennung der Finger überzeugt. Während andere Hersteller dem Sensor auch zusätzliche Funktionen oder die Nutzung aus dem Standby heraus spendieren, ist dies bei Sony nicht zu finden. Die Japaner beschränken sich auf die Nutzung als Fingerabdrucksensor, der nach dem Einschalten des Displays angeht, dies dafür zuverlässig.

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