2/5 Patriot Hellfire SSD im Test : Ab 80 °C hört der Spaß schnell auf

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Benchmarks

Erläuterungen und Einzelheiten zu dem Testsystem, der Testmethodik und den genutzten Benchmarks enthält der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

Hinweis: Getestet wurde mit dem Standard-NVMe-Treiber von Microsoft samt nötiger Anpassung für Benchmarks. Einen eigenen NVMe-Treiber bietet Patriot nicht an.

Iometer

Dass die Patriot Hellfire beim sequenziellen Lesen so weit zurückfällt, liegt daran, dass der Phison-Controller erst bei größerer Befehlswarteschlange auf Touren kommt. Zusätzliche Messungen mit unterschiedlicher Queue Depth als Anzahl ausstehender Befehle belegen diesen Umstand, der auch bei der Zotac Sonix mit gleichem Controller zu beobachten ist. Der Testparcours von ComputerBase sieht allerdings eine Queue Depth von 3 vor.

Mit höherer Queue Depth steigt auch die Leserate an:

Die vergleichsweise geringe Schreibrate ist wiederum auf eine temperaturbedingte Drosselung zurückzuführen. Kurzzeitig wurden durchaus 1.400 MB/s erreicht. Die „bis zu 2.400 MB/s“ aus dem Datenblatt (PDF) sind allerdings nur mit komprimierbaren Daten machbar und basieren auf dem ATTO-Benchmark.

Maximale seq. Transferraten mit ATTO
Maximale seq. Transferraten mit ATTO

Unter Idealbedingungen sind durchaus die vom Hersteller versprochenen 3.000 MB/s beim sequenziellen Lesen und zumindest 2.200 bis 2.300 MB/s beim sequenziellen Schreiben möglich. Dies zeigen die Resultate mit ATTO (nur QD4, aber große Dateigröße) und CrystalDiskMark (QD32), bei denen die SSD, anders als beim Iometer-Test, als leeres sekundäres Laufwerk getestet wurde. Zudem kam in beiden Fällen eine Datenkompression zum Einsatz, während Iometer in der Einstellung „Full Random Data“ mit Zufallsdaten betrieben wird.

Datenkompression

Die Redaktion hat einige Zusatztests durchgeführt, um das bekannte Verhalten des Controllers mit komprimierbaren Daten zu veranschaulichen. Neben dem angesprochenen CrystalDiskMark macht auch der Kompressionstest des AS SSD Benchmark die mit dem Komprimierungsgrad steigende Leistung sichtbar.

CrystalDiskMark mit Zufallsdaten
CrystalDiskMark mit Zufallsdaten
CrystalDiskMark mit Kompression
CrystalDiskMark mit Kompression
Auch AS SSD macht Komprimierung sichtbar
Auch AS SSD macht Komprimierung sichtbar

AS SSD

Besser als in den Iometer-Tests schneidet die Hellfire bei AS SSD ab. Bei den sequenziellen Tests muss sich die Patriot-SSD nur Samsungs Flaggschiffen geschlagen geben. Beim 4K-Lesen mit einem Thread setzt sich die Patriot Hellfire mit 59 MB/s etwas überraschend an die Spitze. Die Zotac Sonix hatte zwar bereits mit 48 MB/s ein gutes Ergebnis erreicht, doch legt der Neuling nochmals gut 20 Prozent zu. Datenkompression ist hier nicht die Ursache, denn wie die vorherigen Tests mit CrystalDiskMark gezeigt haben, wären dann sogar fast 200 MB/s im 4K-Lesetest möglich. Im Gegenzug ist der 4K-Schreibwert für eine PCIe-3.0-x4-SSD als schlecht einzustufen. Bei 64 Threads liegen die 4K-Werte im Mittelfeld. Die Zugriffszeit beim Schreiben ist höher als bei vielen anderen NVMe-SSDs.

PCMark 8

Weit von der neuen Leistungsreferenz (Samsung 960 Pro) entfernt, aber mit über 500 MB/s erheblich schneller als alle SATA-SSDs sowie die neue 960 Evo gibt sich die Patriot Hellfire in den praxisnahen Trace-Benchmarks des PCMark 8. Die Zotac Sonix wird auch hier geschlagen. Allerdings hatte diese noch eine ältere Firmware für den Phison-Chip. Plextor M8Pe und Toshiba OCZ RD400 sind aber noch ein gutes Stück schneller als die Patriot-SSD.

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